Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
Regen
5 ° C - Regen
» mehr Wetter

365-Euro-Ticket: Fraktionen unterstützen Bewerbung des RMV

Maintal

  • img
    Für einen Euro pro Tag im RMV-Gebiet unterwegs – nach dem Vorbild des Schülertickets möchte der RMV ein solches 365- Euro-Ticket für alle Pendler einführen. Die Maintaler Stadtverordneten unterstützen dies. Archivfoto: Martina Faust

Maintal. Jetzt sind Pflöcke eingeschlagen: Am Montagabend entschied das Parlament einstimmig, dass die Einführung eines 365-Euro-Tickets für das Tarifgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) unterstützt werden soll.

Artikel vom 13. November 2019 - 10:52

Anzeige

Von Martina Faust

Damit ist ein neues Kapitel in einer Geschichte aufgeschlagen, die vergangenes Jahr im Dezember ihren Anfang genommen hat. Damals hatte die SPD die Stadtspitze beauftragt, die Einführung eines solchen Tickets für alle Pendler zu initiieren, ganz nach dem Vorbild eines entsprechenden Schülertickets und eines 365-Euro-Tickets für Senioren, das Anfang kommenden Jahres eingeführt werden soll.

Noch im September sorgte der Zwischenstand in dieser Angelegenheit für gehörig Missstimmung. Die Sozialdemokraten warf dem Magistrat vor, den Arbeitsauftrag nicht erfüllt zu haben, kritisierten ein taktisches falsches Vorgehen und die Verlagerung des Auftrags an eine neu zu gründende Arbeitsgruppe.

Dringlichkeitsantrag der SPD

Mittlerweile hat es Bewegung in der Sache gegeben, und zwar vom RMV selbst, der zuvor Einnahmeausfälle und Kapazitätsprobleme bei der Infrastruktur gegen das Vorhaben angeführt hatte. Mitte Oktober aber hat der RMV ein Schreiben an das Bundesverkehrsministerium geschickt und sich damit als Modellregion für ein 365-Euro-Ticket für alle ÖPNV-Fahrgäste im Rahmen eines Modellprojekts des Bundes beworben.

Diesen Vorstoß wollten die Sozialdemokraten mit ihrem Dringlichkeitsantrag unterstützen. „Wir glauben, dass ein Beschluss unterstützende Wirkung entfalten kann“, sagte Sebastian Maier.

Frage nach den finanziellen Auswirkungen

Das sah das Parlament ebenfalls so und stimmte geschlossen dafür, das Vorhaben auch „durch geeignete Maßnahmen“ zu unterstützen. Wenngleich es bei der CDU einige Bedenken gab. Martin Fischer begrüßte die günstige ÖPNV-Nutzung, „aber man darf sicherlich nicht verkennen, dass die momentan fehlende Infrastruktur diesen Antrag als solches nicht umsetzen kann“, so der Christdemokrat.

Gleichzeitig stellte er die Frage, welche finanziellen Auswirkungen sich dadurch für die städtische Gesellschaft des Stadtverkehrs Maintal (SVM) ergeben.

Einstimmiger Beschluss

„Aber“, so Fischer, „wenn man den Umweltschutz und den Klimawandel ernst nimmt, dann muss man auch Taten folgen lassen“, kündigte er trotz der Einwände die Zustimmung der CDU an, vor allem „um Pflöcke einzuschlagen und Positionen zu vertreten“, nämlich den Bürgern etwas Gutes tun und den Umweltschutz ernst zu nehmen.

Da packten auch die übrigen Fraktionen gerne mit an und halfen, die Pflöcke einzuschlagen, indem sie einstimmig für den Dringlichkeitsantrag der SPD votierten.

Maintal wäre automatisch dabei

Sollte der RMV tatsächlich Modellprojekt wären, dann wäre – so machte Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) abschließend noch einmal deutlich – „Maintal in diesem Verbund automatisch mit dabei“.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.