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Schottergärten sollen verboten werden

Maintal

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    Pflegeleicht, aber umweltschädlich: Schottergärten sollen in Maintal künftig verboten werden. Symbolbild: Pixabay

Maintal. Sie sind zwar besonders pflegeleicht, aber alles andere als umweltfreundlich: Schottergärten zieren auch in Maintal so manchen Vorgarten. Das hat nun ein Ende, denn die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses haben in ihrer jüngsten Sitzung einer Änderung der Stellplatzordnung zugestimmt. 

Artikel vom 11. November 2019 - 13:37

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Schottergärten verboten

Von Carolin-Christin Czichowski

Demnach ist das Anlegen von Vorgärten als Stein-, Kies- oder Schottergärten künftig verboten. Auch kleinteilige Naturmaterialien, wie Rindenmulch oder Hackschnitzel, dürfen Grundstücksbesitzer nicht mehr flächendeckend vor ihrer Haustür aufschütten. 

Neu ist die Regelung eigentlich nicht: Schon seit 1995 steht in der städtischen Stellplatzsatzung in Paragraph sechs Absatz zehn: „Ein Vorgarten ist eine bepflanzte Grünfläche.“ Diese darf nur zu höchstens 50 Prozent versiegelt sein, etwa für Stellplätze. „Die Praxis zeigt aber, dass Vorgärten verstärkt als pflegeleichte Gärten angelegt werden, die mit den unterschiedlichsten Arten von Versiegelungen einhergehen“, sagt Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) in der Sitzung. Solche Versiegelungen entstehen zum Beispiel durch Kies, Schotter, Naturmaterialien, aber auch durch Folienabdeckungen. 

Versiegelte Gärten schaden dem Ökosystem

Damit setzen Magistrat und die Fraktionen ein Zeichen für Umwelt- und Klimaschutz. „Versiegelte Gärten wirken sich im Vergleich zu grünen Vorgärten negativ auf das Ökosystem aus und sind auch mit Blick auf Klimaerwärmung und Klimaanpassung negativ zu beurteilen“, so Sachtleber. Friedhelm Duch (Grüne) befürwortet die Satzungsänderung. „Ohne Regeln kommen wir beim Thema Klimaschutz nicht voran“, sagte er in der Sitzung des Hauptausschusses. Unterstützung erhielt die Vorlage des Magistrats auch von Sebastian Maier (SPD).

Thomas Schäfer, Fraktionsvorsitzender der FDP, hingegen sah die Maintaler in ihrer Freiheit beschnitten – und stimmte als Einziger gegen die Satzungsänderung. „Wir können und wollen den Bürgern nicht vorschreiben, wie sie mit ihrem Eigentum umzugehen haben“, sagte er. Seine Fraktion brachte einen entsprechenden Änderungsantrag ein, der allerdings mehrheitlich abgelehnt wurde. 

Einhaltung wird überprüft

Die Einhaltung der Stellplatzsatzung überprüft die Stadtverwaltung stichprobenartig, wie Stadtsprecherin Nicole Bilz auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. „Zudem werden wir auf Verstöße gegen die Regelungen der Satzung hingewiesen und dann entsprechend tätig“, so Bilz. Allerdings würde die Stadt in der Regel „versuchen, eine gütliche Einigung zu erzielen“, so die Stadtsprecherin. Bei Verstößen gegen die Satzung würden aber durchaus auch Bußgelder verhängt. Wie oft gegen die Stellplatzsatzung seit 1995 verstoßen wurde, kann Bilz nicht sagen. „Wir führen keine Statistik der Fälle“, heißt es aus dem Rathaus.

Die geänderte Stellplatzsatzung sieht auch vor, dass die Oberfläche von Tiefgaragen künftig bepflanzt werden sollen. „Soweit sie nicht selbst der Errichtung notwendiger Stellplätze dient“, heißt es in der Satzung. „Insgesamt wurde die Stellplatzsatzung an einigen Stellen konkretisiert“, so Bilz. Die Entscheidung für oder gegen die Satzungsänderung fällen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Montag. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Bürgerhaus Bischofsheim.



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