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Norma Group will weiter sparen - Weitere Kündigungen möglich

Maintal

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    Mehr als 100 Stellen hat Norma am Standort Maintal vor wenigen Monaten abgebaut. Nun kündigt der Konzern weitere Sparmaßnahmen an. Archivfoto: Axel Häsler

Maintal. Für die Belegschaft von Norma folgt eine Hiobsbotschaft auf die nächste: Erst im Sommer wurden 49 Stellen am Konzernsitz in Maintal abgebaut. Jetzt kündigt der Konzern weitere Sparmaßnahmen an – und schließt betriebsdedingte Kündigungen nicht aus.

Artikel vom 08. November 2019 - 10:39

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Von Carolin-Christin Czichowski

Diese Ankündigung kam auch für Klaus Ditzel, Betriebsratsvorsitzender des Standorts in Maintal, überraschend. „Anfang der Woche haben wir über eine betriebsinterne Mitteilung erfahren, dass es eine weitere Umstrukturierung geben wird“, erklärt er auf Anfrage des unserer Zeitung. „Dabei stecken wir gerade noch mitten in einer anderen Umstrukturierung.“ Im Juni erst gab Norma bekannt, 49 Stellen am Maintaler Standort zu streichen. 

„Die meisten davon über ein Freiwilligenprogramm“, sagt Ditzel. Eine Handvoll seien aber auch betriebsbedingte Kündigungen gewesen. Hinzugekommen sei außerdem noch die Entlassung von 60 Leiharbeitern – insgesamt hat der Konzern in den vergangenen Monaten also mehr als 100 Stellen gestrichen. „Das ist schon viel“, sagt Ditzel. 

Einsparungen bis 45 Millionen Euro

Insgesamt arbeiten am Maintaler Standort 700 Beschäftigte, davon 200 im Ingenieur- und Planungsbereich und 500 in der Produktion. „Die abgebauten Stellen waren alle im Produktionsbereich“, so der Betriebsratsvorsitzende. Nun kündigt Norma erneut einen harten Sparkurs an: Ab 2020 will das Unternehmen bis zu 45 Millionen Euro jährlich einsparen. Gelingen soll das durch eine „Optimierung der Kapazitäten in allen Standorten“, heißt es.

„Mit dem Transformationsprogramm wollen wir bereits ab 2020 dauerhaft Kosten einsparen. Ab 2023 werden dann Einsparungen von 40 bis 45 Millionen Euro jährlich erwartet“, so eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Dabei sei noch unklar, ob es zu Produktionsverlagerungen oder Standortschließungen kommen könne. „Daher können wir zum heutigen Zeitpunkt betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen.“ Der Grund für den harten Sparkurs: Dem Maintaler Zulieferer macht die maue Autokonjunktur zu schaffen.

Konsequenz für Maintal noch nicht absehbar

„Die angespannte Situation auf dem globalen Automobilmarkt stellt nach wie vor eine Herausforderung für uns dar“, teilt der Konzern mit.

Alle der 29 Standorte weltweit sollen demnach genauestens unter die Lupe genommen werden, der Einkauf durchleuchtet und geprüft, wie zukunftsfähig die einzelnen Standorte aber auch die Produkte sind. Was genau das für den Standort Maintal bedeutet, steht bislang noch nicht fest. „Es handelt sich um ein globales Sparprogramm“, sagt Ditzel. „Von Qualifizierungsmaßnahmen bis zu betriebsbedingten Kündigungen kann alles drin sein.“

Betriebsrat sieht Maßnahmen kritisch

Gemeinsam mit dem Betriebsrat des anderen deutschen Standorts hat Ditzel kurzfristig an einer zweitägigen Klausurtagung teilgenommen. Dort wurden von der Chefetage Offenheit und Transparenz während der Umstrukturierung versprochen, so Ditzel. „Ab Ende November werden wir 14-tägig über die neuesten Entwicklungen informiert.“

Die Stimmung in der Belegschaft am Standort Maintal ist nicht gut, sagt der Betriebsratsvorsitzende. Die Mitteilung über das weitere Sparprogramm sei für alle überraschend gewesen. „Wir als Betriebsrat sehen weitere Maßnahmen in Maintal kritisch“, so Ditzel.  „Trotzdem dürfen wir aber auch nicht die Augen davor verschließen, was um uns herum geschieht“, sagt er mit Blick auf die schlechte Konjunktur.



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