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Wie die Stadt mit illegalen Bauten im Grünbereich umgehen möchte

Maintal

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    Vielfältig sind die Nutzungen im Außenbereich nördlich der Ringmauer. Deshalb ist dieses Gebiet das erste, für das nun ein Bebauungsplan erstellt wurde. Dieser gibt vor, welche Nutzungen künftig erlaubt sein sollen. Luftbild: Axel Häsler

Maintal. Illegale bauliche Anlagen im Außenbereich. Seit sechs Jahren sorgt das Thema in Maintal für Zündstoff. Mit Abrissverfügungen, die Eigentümer und Pächter 2013 vom Main-Kinzig-Kreis erhalten hatten, fing alles an. 

Artikel vom 07. November 2019 - 11:20

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Von Martina Faust

Seitdem ist der Umgang mit nicht genehmigten Bauten auf Freizeitgrundstücken immer wieder Gegenstand der öffentlichen und politischen Diskussion und sorgt vor allem bei den Nutzern der Gärten für Unsicherheit. Nun soll es eine verlässliche und rechtlich bindende Grundlage geben.

Einstimmig nahmen die Mitglieder des Bauausschusses am Dienstagabend den Vorentwurf für einen Bebauungsplan mit dem Titel „Grünflächen nördlich der Ringmauer“ zur Kenntnis. „Damit ist in diesem ‧Bereich künftig eine geordnete Kleingartenentwicklung möglich“, erläuterte der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos). 

Tierhaltung und Garagen sollen unerwünscht sein

Die nördliche Grenze des Geltungsbereichs bilden der Reiterhof, der Bestandsschutz hat, aber nicht erweitert werden darf, sowie der Festplatz. Von dort erstreckt sich das Gebiet bis an die Ringmauer im Süden und reicht in westlicher Richtung bis an den Friedhof heran. Im Osten bildet die Straße In der Weidbach die Grenze.

In diesem Bereich sollen künftig Garten- beziehungsweise Kleingartennutzungen zur Erholung und für Obst- und Gemüseanbau, Imkerei und Bienenhaltung, Pflanzenaufzucht und -überwinterung legal möglich sein. Außerdem gibt es konkrete Vorgaben für die Größe und Gestaltung baulicher Anlagen. Nicht erwünscht sind Einrichtungen für die Geflügelzucht sowie für die Haltung von Pferden, Ziegen, Schafen und Hunden, Reitplätze, Garagen und überdachte Stellplätze oder Feuerstätten. 

Ziel sein erst einmal, dass keine neuen Anlagen hinzukommen

Allerdings nimmt Ralf Sachtleber Eigentümern oder Pächtern die Sorge vor einem drohenden Abriss ihrer Anlagen. „Mit Inkrafttreten des Bebauungsplans werden nicht die Bagger anrollen“, betont er. Wenn es um Bereinigung der Außenbereiche gehe, dann werde der Schwerpunkt zunächst auf den Arealen außerhalb der Bebauungspläne liegen, erklärt er.

Erst nachrangig werde sich der Blick auf die Bereiche innerhalb der Bebauungspläne richten, wobei der Erste Stadtrat unterstreicht, dass es hier im Austausch mit den Eigentümern um langfristige Perspektiven und einvernehmliche Lösungen gehen soll. „Vorrangiges Ziel der Aufstellungsbeschlüsse ist, dass keine weiteren Anlagen hinzukommen“, so Sachtleber.

Man strebe ein planvolles und behutsames Vorgehen an

Der Bebauungsplan für die Grünflächen nördlich der Ringmauer ist der erste von insgesamt elf Aufstellungsbeschlüssen, die in den kommenden Jahren sukzessive für die betroffenen Außenbereiche erstellt werden sollen. Noch handelt es sich um einen Vorentwurf, der die Grundlage bildet, um Öffentlichkeit und Behörden in die Planungen einzubinden. In diesem Zusammenhang soll es auch für betroffene und interessierte Bürger eine Informationsveranstaltung geben. Ein Termin steht noch nicht fest.

Der Bebauungsplan selbst basiert auf den Handlungsempfehlungen, die 2017 eine Arbeitsgruppe zu Papier gebracht hat, um ein planvolles und behutsames Vorgehen im Zusammenhang mit illegalen Bauten im Außenbereich zu ermöglichen. 



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