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P+R-Parkplätze in Maintal könnten bald kostenpflichtig werden

Maintal

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    Weiter warten auf das Parkhaus am Bahnhof Maintal-Ost. Aufgrund der Baumaßnahmen im Kontext der nordmainischen S-Bahn wird es nicht vor 2028 entstehen. Deshalb will die Stadt alternative Stellflächen für die Pendler ausweisen, die P+R-Parkplätze aber auch bewirtschaften, also Gebühren verlangen. Luftbild/Grafik: Axel Häsler/HA

Maintal. Der Zeitplan für das Parkhaus am Bahnhof Maintal-Ost stand. Bereits im kommenden Jahr sollte der Startschuss für den Bau fallen. Doch dann stellte die Deutsche Bahn im Frühjahr ihren Baustellenabwicklungsplan für die Realisierung der nordmainischen S-Bahn vor und die Maintaler Pläne waren hinfällig. 

Artikel vom 07. November 2019 - 10:51

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Von Martina Faust

„Die Bahn wird einen Teil der Fläche, auf der das Parkhaus entstehen soll, für die Baumaßnahme benötigen“, erläuterte Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) am Dienstagabend im Bauausschuss. Das wäre an und für sich kein Problem. Allerdings ist längst beschlossene Sache, dass auf dem heutigen heutigen Park-and-ride-Parkplatz auf Dörnigheimer Seite ein Bürger- und Dienstleistungszentrum entstehen soll. Das geht aber nur, wenn alternative Parkflächen zur Verfügung stehen. Deshalb die Pläne für ein Parkhaus. 

Weil man mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes nicht bis zur Fertigstellung der nordmainischen S-Bahn auf Maintaler Gemarkung warten möchte, stellte Sachtleber nun mögliche Ausweichflächen vor – und zwar sowohl für die Parkplätze, die für das Bürger- und Dienstleistungszentrum erforderlich werden als auch für jene, die durch dessen Bau verloren gehen. Außerdem schlägt der Magistrat die Erhebung von Gebühren für die P+R-Flächen vor, damit diese nicht zweckentfremdet werden, sondern tatsächlich den Pendlern zur Verfügung stehen.

Bis zu 348 Parkplätze benötigt

Derzeit gibt es auf der Dörnigheimer Seite des Bahnhofs 85 Parkplätze. An der Philipp-Reis-Straße auf Hochstädter Seite sind es 92. Hinzu kommt eine provisorisch hergerichtete Fläche an der Max-Planck-Straße, die Platz für 60 Pkw bietet. Damit existieren rein rechnerisch 237 Parkplätze. Für das Bürger- und Dienstleistungszentrum wurde zusätzlich ein Bedarf von 50 bis 111 Stellplätzen ermittelt, je nach Größe und Nutzungsfläche.

287 bis 348 Parkplätze sind also insgesamt nötig, die vorerst ohne Parkhaus realisiert werden sollen. Die Pläne der Stadtspitze hierzu sehen wie folgt aus: Auf Hochstädter Seite werden die 92 Parkplätze auf dem P+R-Parkplatz an der Philipp-Reis-Straße sowie die 60 an der Max-Planck-Straße beibehalten. Zusätzlich könnte die Stadt eine Lagerfläche am Ende der Max-Planck-Straße pachten, wo 48 Stellplätze denkbar wären.

Voraussichtlich nur 80 Parklätze

Auf Dörnigheimer Seite sind 105 Plätze auf dem Grundstück parallel zu den Gleisen vorgesehen, auf dem später das Parkhaus gebaut werden soll. Hinzu kommen könnten 28 Stellplätze in der Lahnstraße, wo die Stadt ein Grundstück vom Tennisclub Rot-Weiß erworben hat. In Summe gäbe es dann 333 Abstellflächen.

„Mit Baubeginn der nordmainischen S-Bahn ab dem Jahr 2023 wird sich die Situation allerdings verschlechtern“, räumte Ralf Sachtleber ein, denn ein Teil der Parkfläche entlang der Bahnlinie würde während der Bauarbeiten nicht komplett zur Verfügung stehen. Statt 105 Parkplätzen wären es dann voraussichtlich nur 80. „Je nach Baufortschritt wird sich die Situation immer wieder verändern“, fügte der Baudezernent an.

Pakhaus könnte entstehen

Denn auch entlang der Max-Planck-Straße würden die provisorischen 60 Stellplätze zwischenzeitlich entfallen. Diese Beeinträchtigungen, die zeitweise auch den Bahnhof selbst umfassen, werden etwa drei Jahre dauern, schätzt der Stadtrat.

Wenn voraussichtlich 2028 die Arbeiten rund um die nordmainische S-Bahn abgeschlossen sind, kann das Parkhaus mit mindestens zwei Parkebenen und 160 Pkw-Plätzen sowie Fahrradabstellflächen entstehen. Bei Bedarf wäre auch eine dritte Parkebene denkbar.

Bei der Parkraumbewirtschaftung uneinig

Was die Erhebung von Parkgebühren für die öffentlichen P+R-Flächen betrifft, die bereits zeitnah erfolgen soll, sind Tagessätze von 1,00 bis 1,50 Euro im Gespräch. 

Während die Ausschussmitglieder die Pläne für die Stellplatzflächen einstimmig unterstützten, gab es bezüglich der Parkraumbewirtschaftung Bedenken. „Wer mit dem Auto zur Bahn fährt, macht grundsätzlich etwas richtig. Da hätte ich Bauchschmerzen, dies zu bestrafen“, kommentierte Tobias Lehnert (SPD) den Vorschlag. 

Entscheidung fällt in der Stadtverordnetenversammlung

Ähnlich ging es Klaus Gerhard (FDP): „Wer dann rund 30 Euro im Monat an Parkgebühren zahlen müsste, der fährt vermutlich weiter bis zur Borsigallee und profitiert dann zudem von der günstigeren Tarifzone.“ Gerhard befürchtet, dass sich der Verkehr verlagern wird. Damit dies nicht zulasten der umliegenden Wohngebiete geschieht, sieht der Magistrat hier eine stärkere Überwachung vor. Trotz der Einwände erhielt der Vorschlag, Gebühren für das Parken zu erheben, die mehrheitliche Zustimmung im Ausschuss und braucht als Nächstes den Segen durch die Stadtverordnetenversammlung am Montag.



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