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Neues Storchennest in Wachenbuchen steht

Maintal

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    Mit einem Bagger wurde der schwere Mast in die richtige Position gehoben und schließlich fest im Boden fixiert. Jetzt warten die Wachenbucher auf die ersten Störche, die nach dem Winter kommen sollen. Foto: PM

Maintal. Brütende Weißstörche sind den älteren Wachenbuchener Bürgern aus Kindheitstagen bestens bekannt, denn bis 1961 brüteten die beliebten Klapperer alljährlich auf dem Wachenbuchener Kirchendach. Noch immer ist die Metallkonsole, auf der die Störche ihr Nest errichtet hatten, auf dem Kirchendachfirst vorhanden.

Artikel vom 05. November 2019 - 11:20

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Die Initiative der örtlichen Kirchengemeinde unter Federführung von Anke Menk, dort die alte Bruttradition der Rotschnäbel wieder zu beleben und ein Kunstnest zu installieren, scheiterte jedoch, da infolge der dichten Randbebauung mit einem Hubsteiger das Kirchendach nicht erreichbar ist. 

Artgerechter Standort nicht leicht zu finden

Jetzt gibt es eine Alternative: Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland Andreas Romming (Maintal) und Werner Peter (Freigericht) organisierten die Errichtung eines Storchenmastes an einem geeigneten artgerechten Standort abseits von Hochspannungsleitungen inmitten weiträumiger Wiesenflächen in der Wachenbuchener Aue.

Einen störungsfreien Standort, der für eine Horstbesiedlung und erfolgreiche Bruten unabdingbar ist, im stark frequentieren Maintaler Auenbereich zu finden, war kein leichtes Unterfangen. Letztlich wurden die beiden im Bereich der Winkelwiesen von Wachenbuchen fündig, denn der Flurstückseigentümer Volker Schäfer vom Wachenbuchener Reiterhof gab dankenwerter Weise spontan für die geplante Artenschutzmaßnahe seine Zustimmung. 

Zwölf Meter hoch und 1,30 Meter breit

Weil die Installation eines Storchenbrutmastes etwas aufwändiger ist als die Aufhängung eines Meisenkästchens, waren wie immer erhebliche ehrenamtliche Vorleistungen erforderlich. Nach der mühsamen Standortsuche und der Beschaffung eines zwölf Meter langen Holzmastes, der Metallhalterungen und der Brutplattform aus Eichenholz montieren die beiden Artenschützer und Vogelberinger die 1,30 breite Brutplattform fachgerecht an den Mast. Anschließend wurde im potentiellen Storchennest ein Weidengeflecht ausgebracht um eine schnelle Besiedlung durch die Langschnäbel zu begünstigen. 

Das Pech kam am geplanten Termin für die Masterrichtung per Baggereinsatz. Ausgerechnet an diesem Tag gab es ein spätherbstliches Starkgewitter. Um Flurschäden zu vermeiden, wurde natürlich die Aktion sofort abgeblasen. „Ende gut – alles gut“ hieß es aber in der letzten Oktoberwoche, denn wider Erwarten sorgten späte goldene Oktobertage für gute Bedingungen und optimale Geländebefahrbarkeit. Mit voller Wachenbuchener Unterstützung wurde der vormontierte Storchenmast in die Senkrechte gebracht.

Erste Storchpaare schon im nächsten Jahr?

Nachdem ein ortsansässiger Baggerunternehmer ein zwei Meter tiefes Erdloch ausgehoben hatte, nahm sein Team anschließend souverän die Masterrichtung vor. Beim Einfüllen des Erdmaterials per Schippe in das zwei Meter tiefe Erdloch bis zur Standfestigkeit des Mastes erhielten die beiden Storchenmastinitiatoren Unterstützung durch den Wachenbuchener Naturschützer Martin Suchatzki. Für den Rest der Aktion war dann wieder der Bagger zuständig, der das restliche Erdmaterial beifüllte und dieses rund um den Storchenmast verdichtete. 

„Die Aussichten, dass der Wachenbuchener Storchenmast vielleicht schon in der nächsten Brutsaison als Brutquartier angenommen wird, sind sehr gut“, resümiert Werner Peter, der im Jahre 2000 das überaus erfolgreiche Artenschutzprojekt „Weißstorch im Main-Kinzig-Kreis“ initiiert hatte. Der Main-Kinzig-Kreis beherbergt aktuell eine Storchenpopulation von mehr als 60 Brutpaaren. Etwa 70 ihrer Jungen aus der Generation 2018 werden im Jahre 2020 geschlechtsreif und suchen im nächsten Jahr erstmals ein Brutquartier: „Vielleicht auch bei Wachenbuchen, denn der dortige grünlandreiche Auenlebensraum bietet noch gute Lebensbedingungen für die beliebten Klapperer“, schreibt Peter. cwb
 



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