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Maintal ist bunt: Edita und Meho Sekeric aus Bosnien

Maintal

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    Fühlen sich in ihrer Wahlheimat Maintal wohl: Edita und Meho Sekeric aus Bosnien leben in Bischofsheim. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal. Das Beste aus zwei Kulturen vereinen – das machen Edita und Meho Sekeric. Die beiden sind gebürtige Bosnier, leben seit vielen Jahren in Maintal. Sie sind integriert und doch halten sie auch an den Traditionen ihres Heimatlandes fest, engagieren sich unter anderem im Kultur- und Sportverein Hanau.

Artikel vom 31. Oktober 2019 - 12:03

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Von Carolin-Christin Czichowski

 „Da sind viele Bosnier“, sagt Edita Sekeric. „Unser jüngster Sohn tanzt sogar in der dortigen Folklore-Gruppe“, sagt die Bischofsheimerin und lacht. 

Edita Sekeric kam schon als Baby nach Deutschland. „Als ich drei Monate alt war zogen meine Eltern von Bosnien nach Karlsruhe. Mein Vater war damals Gastarbeiter“, sagt die 43-Jährige. Nach Maintal kam sie erst durch ihren Mann. Meho Sekeric ist während des Jugoslawienkriegs aus seiner Heimat geflohen. „Das war 1992“, erinnert er sich. „Mein Onkel hat in Maintal gelebt und ich bin zu ihm gezogen.“

„Das war uns schon immer sehr wichtig.“

Das Ankommen in Bischofsheim war für ihn leicht. „Es kamen zu dieser Zeit viele bosnische Landsleute nach Maintal, einige sogar auch aus meiner Heimatstadt Bihac“, sagt der 47-Jährige. So habe er schnell Anschluss gefunden und in seiner Wahlheimat Fuß gefasst. Mittlerweile lebt er seit über 27 Jahren in Bischofsheim – und fühlt sich wohl. „Wenn wir im Urlaub sind und wieder nach Maintal fahren, fühlt es sich einfach nach Heimat an“, sagt er. „Nach so vielen Jahren ist die Bindung zu Maintal eigentlich genauso wie zu meiner Heimatstadt.“

Zwei Söhne haben die Sekerics in Bischofsheim großgezogen. „Unsere Jungs sind gut integriert“, sagt Edita Sekeric. „Das war uns schon immer sehr wichtig.“ Als ihre Söhne klein waren, sind sie in den Schwimmkurs gegangen und in die Musikschule. Heute sind sie in Sportvereinen. Edita Sekeric hat sich auch immer in Elternvertretungen engagiert, in den Kindergärten und in den Schulen, auf die ihre Jungs gegangen sind. „Es ist wichtig, sich einzubringen“, sagt die 43-Jährige.

„Und sie sind sehr herzlich und großzügig“

Obwohl sie mittlerweile in Deutschland angekommen und in Maintal zu Hause sind, haben sie auch die Bindung zu ihrer bosnischen Heimat nicht verloren. „Wir haben beide noch Familie dort“, sagt Meho Sekeric. Regelmäßig verbringen sie ihren Urlaub in Bosnien, manchmal sogar mehrmals im Jahr. 

Was für sie typisch deutsch ist? „Die Deutschen sind sehr korrekt, sind pünktlich und arbeiten viel“, sagt Meho Sekeric. „Die Bosnier arbeiten zwar auch viel, aber bei ihnen ist der Job nicht der Lebensmittelpunkt.“ In dieser Hinsicht könnten sich die Deutschen noch etwas bei den Bosniern abgucken, sagen sie. „Die Bosnier sind irgendwie lockerer“, sagt der 47-Jährige. „Und sie sind sehr herzlich und großzügig“, sagt seine Frau.

„Was will man mehr?“

Ihre Zukunft sehen die Sekerics in Maintal. Auch wenn sich die Lebensqualität in Bischofsheim in den vergangenen Jahren ihrer Meinung nach wesentlich verschlechtert hat. „Früher gab es ein Schuhgeschäft, eine Post, eine Drogerie, einen Metzger und auch einen Schreibwarenladen“, sagt Edita Sekeric. All diese Geschäfte hätten nach und nach zugemacht. Für den täglichen Bedarf gebe es jetzt nicht mehr viel im Bischofsheimer Ortskern. „Das finden wir schon sehr schade“, sagt die 43-Jährige.

Doch grundsätzlich sind sie mit ihrer Wahlheimat sehr zufrieden. „Wir fühlen uns hier sehr wohl, haben Arbeit und Freunde“, sagt Edita Sekeric. „Was will man mehr?“



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