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Tag der Bibliotheken auch in Maintaler Büchereien

Maintal

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    Wieder ein Bestseller, den Beate Hoffmann an der Theke der Stadtteilbücherei Bischofsheim scannt. Foto: Martina Faust

Maintal. „Das Medium Buch wird tot geredet, aber das ist nicht so“, unterstreicht die Maintaler Büchereileiterin Nadine Marnette. Auch wenn sie mit Bedauern einräumen muss, dass das Leseinteresse tatsächlich abnimmt. Eine Entwicklung, die dem Zeitgeist geschuldet scheint.

Artikel vom 24. Oktober 2019 - 10:57

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Von Martina Faust

Die Auswahl an Freizeitaktivitäten ist heute mannigfaltig. Die Lektüre ist nur eine davon, die sich gerade bei der Jugend zudem im Wettbewerb mit digitalen Medien behaupten muss. Und wer zum Buch greift, der wünscht sich vornehmlich seichte Unterhaltung. Keine problembeladene Literatur. „Der Konsum steht im Vordergrund“, beobachtet Nadine Marnette. Aber, und das ist ihr ganz wichtig: Es wird gelesen. 

Damit das auch in Zukunft so bleibt und die vier Maintaler Büchereien weiterhin ihren Platz im Herzen der Stadtteile haben, setzt das Team rund um Marnette darauf, die Leselust so früh wie möglich zu wecken. „Wir konzentrieren uns mit unserem Medienangebot vor allem auf Klein- und Kindergartenkinder sowie Erst- und Zweitklässler und natürlich auf Belletristik für Erwachsene“, erklärt sie. Wer im späten Grundschulalter kein Interesse an Büchern hat, „den fangen wir auch nicht mehr“, sagt sie ganz realistisch. „Und natürlich merken wir auch, dass Schulen eigene kleine Büchereien einrichten. Aber die können das hier“, sagt sie und weist auf die unzähligen Buchrücken in Dutzenden mannshohen Regalen hinter ihr, „nicht ersetzen“. 

"Bücher, die älter als fünf oder sechs Jahre sind, werden in der Regel aussortiert"

Rund 38 000 Medien – von der Zeitschrift über Bücher, CDs, DVDs und Spiele – gibt es in den vier Maintaler Stadtteilbüchereien. Während in Wachenbuchen der Schwerpunkt auf Kinderliteratur bis zur fünften Klasse liegt, ist Hochstadt der einzige Standort, an dem Leser eine heimatkundliche Abteilung finden. In Bischofsheim wiederum gibt es eine Abteilung mit Spielen. 

Dabei bestimmt – wie in jeder guten Marktwirtschaft – die Nachfrage das Angebot. Alte verstaubte Schinken haben längst ihren Platz in den Regalreihen verloren. Sie stehen dort gar nicht so lange, bis sie Staub ansetzen. „Bücher, die älter als fünf oder sechs Jahre sind, werden in der Regel aussortiert. Alles, was nicht mehr ausgeliehen wird, fliegt gnadenlos raus“, erklärt Marnette. Bei der Auswahl neuer Medien orientiert sich die Büchereileiterin an Besteller- und Empfehlungslisten sowie an der Nachfrage der Besucher. 40 000 Euro stehen ihr jährlich für Neuerwerbungen zur Verfügung. Wenn zusätzlich ein Landeszuschuss von 12 500 Euro fließt, können dafür rund 2500 bis 3000 neue Medien angeschafft werden. 

"Sachliteratur spielt nur noch eine untergeordnete Rolle"

„Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Belletristik. Sachliteratur spielt nur noch eine untergeordnete Rolle“, sagt sie. An den Standorten in Wachenbuchen und Hochstadt sind Sachbücher deshalb gar nicht mehr verfügbar. In Dörnigheim und Bischofsheim gibt es vor allem Literatur rund ums Kochen und Hobbys.

Ein Thementisch im Eingangsbereich bietet aktuell bunte Inspiration für den Herbst. Ob Kürbisrezepte, Bastelanleitungen für Laternen, Gruselgesichter, Herbstinspirationen, Pilzküche, Herbstdeko – die Auswahl an Ideengebern für Aktivitäten ist groß und macht Lust, augenblicklich zu blättern und zu schmökern – und am Tisch mit den Neuerscheinungen gleich weiterzumachen.

Vorleseabend für Kinder

Anlässlich des heutigen Tags der Bibliotheken wird von 16 bis 18 Uhr in der Bücherei Bischofsheim, Adalbert-Stifter-Straße 51 (auf dem Gelände der Erich-Kästner-Schule) für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren vorgelesen und anschließend gemeinsam gebastelt. Das Thema lautet „Halloween“. Schere und Kleber sollten mitgebracht werden. Für das leibliche Wohl gibt es Kaffee und Kuchen.

 

Bestleiher in den Maintaler Büchereien

Kinderliteratur:
Gregs Tagebuch (nicht nur bei den Jungs), Die Schule der magischen Tiere
Bei den Mädchen:
Lotta-Leben
Extrem beliebt sind auch
Mine-Craft-Abenteuer und das Thema Star Wars

Für die Kleinsten:
Bilderbuchlieblinge wie
Mama Muh, Lieselotte und Zilly

Belletristik für Erwachsene:
Familiensagen sind stark nachgefragt, zum Beispiel Elena Ferrante, Carmen Korn: „Jahrhundert-Trilogie“, Peter Prange: „Eine Familie in Deutschland“
Auch nordische Krimis sind weiterhin sehr beliebt.

In den Maintaler Büchereien sind alle Bücher vertreten, die auf den Bestsellerlisten stehen.



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