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"Vater des Drachen Kokosnuss" Ingo Siegner begeistert bei Lesung

Maintal

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    "Der kleine Drache Kokosnuss" bescherte Ingo Siegner einen weltweiten Erfolg. In der Büchertalschule hingen die Kinder an den Lippen des Autors. Fotos: Ulrike Pongratz

Maintal. Montagmorgen, kurz vor 11 Uhr, versammeln sich die Viertklässler in der Aula der Büchertalschule; einige haben ein Buch dabei, die Kinder sitzen in Reihen, sie sind ein wenig aufgeregt, lachen, tuscheln – sie warten auf Ingo Siegner.

Artikel vom 23. Oktober 2019 - 16:11

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Von Ulrike Pongratz

Lehrerin Andrea Herget, Lesebeauftragte der Büchertalschule, ist es nach 2013 wiederum gelungen, den „Erfinder des Drachen Kokosnuss“ für eine Lesung zu gewinnen. „Ingo Siegner spricht mit seinen Geschichten Jungen und Mädchen an, das ist uns wichtig. Die Autorenlesung ist Teil des Schulprogramms wie auch der Vorlesewettbewerb oder der Lesetag, um die Lesekompetenz zu stärken.“ Alle vier Jahrgänge der Grundschule kommen in den Genuss, den Schriftsteller live zu erleben. 

Ingo Siegner, der auf der Frankfurter Buchmesse seine Bücher vorgestellt und signiert hatte, nimmt sich gerne noch zwei Tage Zeit für seine jungen Leser. Der große Rummel sei notwendig, aber er lese am liebsten vor 30 bis
70 Kindern, zum Beispiel in Bibliotheken. Hier könne er gut auf seine Leser eingehen und Fragen beantworten, so der Autor im Gespräch. 

Siegner zieht die Kinder in seinen Bann

Siegner nimmt seine Fans und kritischen Leser ernst. In einfachen Sätzen und sehr offen beantwortet er die Fragen der Kinder; er spricht ihre Sprache, ohne sich anzubiedern, ist humorvoll, fröhlich und witzig und seinem Publikum sehr zugewandt. 

Lässig in schwarzen Jeans und Ringelpulli, stellt er sich zunächst kurz vor: „Guten Morgen Kinder. Ich bin Ingo Siegner und habe den Drachen Kokosnuss erfunden.“ „Guuuten Mooorgeeen, Herr Siegner!“, klingt es noch etwas verschlafen. Doch schnell werden die Kinder lebendig und hören gebannt zu. Fast zwei Stunden lang erzählt der freie Autor und Illustrator davon, wie er in Hannover lebt und arbeitet.

Er erfand schon immer gern Kindergeschichten

Er zeichnet am Flipchart und zeigt, wie seine Figuren entstehen, er berichtet von der ganz aktuellen Geschichte, die in China spielt und bis Mai fertig sein soll. Schließlich liest der Autor aus dem letzten Abenteuer „Der klei-ne Drache Kokosnuss bei den Römern“. Immer wieder gehen die Finger hoch, Ingo Siegner beantwortet geduldig die Fragen. „Wie alt sind Sie?“, „Wie viele Bücher hast du geschrieben?“ oder „Woher weiß Kokosnuss, dass es Schweinespuren sind?“

Lange habe er nicht so recht gewusst, was er eigentlich werden wollte, erzählt der Autor, aber er habe schon immer gerne für Kinder Geschichten erfunden. Irgendwann habe er für einen Jungen zum Geburtstag eine Karte gezeichnet, mit Drachen und anderen Figuren. Die habe zufällig ein Verleger gesehen und gefragt, ob man daraus nicht eine Ge-schichte machen könne. So sei „Kokosnuss“ entstanden. Am Anfang hätte er noch nicht von seinen Büchern leben können, mittlerweile aber verdiene er so viel, dass er und seine Frau gut davon leben könnten. 

„Das hat meine Frau gemacht“

Ingo Siegner erzählt, wie er im Zoo Tiere, Stachelschweine, beobachtet und gezeichnet hätte, oder auch, dass er zur-zeit mit Notizblock reise, um sich Ideen aufzuschreiben. Auch dass Fehler passieren, erfahren die Schüler: Die Maus sei beim Druck abgeschnitten worden, seither zeichne er kleine Tiere nicht mehr am Rand, sagte der Illustrator. 

Ingo Siegner zeigt Fotos aus seinem Arbeitszimmer, die Palette mit angemischten Farben. Ein Bild zeigt einen sichtlich erschöpften Zeichner unter der Schreibtischleuchte. „Das hat meine Frau gemacht“, erklärt er, „damit Ihr seht, dass es auch anstrengend ist.“ 

„Ich will gute Geschichten erzählen“ 

Bei aller Freude am Geschichtenerzählen gibt es eben auch harte Zeiten, lange Phasen am Zeichentisch oder die Suche nach einem guten Schluss, nach einer stimmigen Pointe, nach einem guten Witz. „Ich will gute Geschichten erzählen“ sagt Ingo Siegner, „überlege lieber mal eine Woche mehr.“ Qualität halte sich letztlich, meint der Kinderbuchautor. Der Erfolg gibt ihm recht. Seine Geschichten sind weltweit in viele Sprachen übersetzt worden, die Figuren und ihre Fähigkeiten, ihr Witz, faszinieren Kindergenerationen seit fast zwei Jahrzehnten.



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