Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
bedeckt
6 ° C - bedeckt
» mehr Wetter

Maintal ist bunt: Pakistaner Faheem Ahmed findet in Maintal Ruhe

Maintal

  • img
    In seiner Heimat unterdrückt und verfolgt, fand Faheem Ahmed in Deutschland Schutz und Ruhe. Der gebürtige Pakistaner lebt mittlerweile in Bischofsheim und ist dort heimisch geworden. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal. In seiner Heimat wurde Faheem Ahmed wegen seines Glaubens verfolgt. 1985 ist er aus Pakistan nach Deutschland geflohen, wo sein Weg ihn schließlich nach Maintal führte. Seit sieben Jahren lebt er hier. "Hier finden wir Ruhe", sagt Ahmed. 

Artikel vom 22. Oktober 2019 - 10:59

Anzeige

Von Carolin-Christin Czichowski

Diese Ruhe kennt der 51-Jährige aus seiner Heimat nicht. Denn er gehört zur Ahmadiyya Muslim Jamaat, einer muslimischen Religionsgemeinschaft mit Ursprung im späten 19. Jahrhundert. Die Mitglieder, die sogenannten „Ahmadi“, verstehen sich selbst als Reformgemeinschaft, sprechen sich für Frieden und gegen Glaubenskriege aus. Und doch werden gerade die Ahmadis vielerorts bekämpft und vertrieben und von Anhängern anderer muslimischer Strömungen nicht als „echte Muslime“ angesehen. 

„In Pakistan gibt es viele Angriffe auf Ahmadi, Hasspredigten gegen unsere Moscheen und sogar Anschläge“, sagt Ahmed. „Man kriegt keine Arbeit als Ahmadi und die Kinder bekommen Ärger in der Schule.“ Dafür, dass er in Deutschland Schutz gefunden hat und hier Religionsfreiheit herrscht – die Ahmadiyya Muslim Jamaat gilt hierzulande als Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist somit rechtlich christlichen Kirchen gleichgestellt – ist Ahmed sehr dankbar. „Hier können wir frei leben“, sagt er.

Mittlerweile ist Ahmed Präsident der Maintaler Gemeinde

Schon kurz nach seiner Ankunft in Deutschland begann Ahmed damit, sich auch hier für die Ahmadiyya Muslim Jamaat zu engagieren, ist mittlerweile sogar Präsident der Maintaler Gemeinde. Seit anderthalb Jahren arbeitet er nun auch hauptberuflich in der deutschen Ahmadi-Zentrale in Frankfurt. Seine Religion, der Islam, hat im Leben des 51-Jährigen also einen sehr großen Stellenwert. Andere Religionen und Glaubensrichtungen zu akzeptieren und zu respektieren, ist für ihn aber selbstverständlich. „Wir Ahmadi werden hier ja auch akzeptiert und respektiert und sind dafür sehr dankbar“, sagt er.

Mit seiner Frau und seinen vier Kindern lebt Ahmed in Bischofsheim. „Wir haben alles, was wir brauchen“, sagt Ahmed. „Es gibt türkische und pakistanische Läden und wir können alles zu Fuß erreichen.“ Seine vier Kinder ziehen er und seine Frau, die auch aus Pakistan stammt, zweisprachig groß. „Meine Kinder fühlen sich deutsch“, sagt der 51-Jährige. „Sie sagen immer 'wir sind Deutsche, wir sind Maintaler'.“ 

"Ich habe viele deutsche Eigenschaften übernommen"

Auch Ahmed selbst ist in Maintal heimisch geworden. „Viele meiner Freunde sind Deutsche“, sagt er. Auch zu seinen Nachbarn pflegt er ein freundschaftliches Verhältnis. „Wenn man irgendwo neu ist, sollte man sich dort an dem gesellschaftlichen Leben beteiligen, sich engagieren und dort Freunde finden“, sagt Ahmed. Neben der Sprache ist das für ihn der Schlüssel für gelungene Integration. 

Von den Vorteilen, in zwei verschiedenen Kulturkreisen gelebt zu haben, ist Ahmed überzeugt. „So kann man aus allem das Positive für sich selbst und sein Leben übernehmen“, sagt er. „Ich selbst habe zum Beispiel viele typisch deutsche Eigenschaften übernommen, wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Fleiß.“



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.