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Wachenbucher Überlebender der Synagogengemeinde gestorben

Maintal

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    In New York City verstarb jetzt Lou Strauss, der einst als Ludwig Strauss in Wachenbuchen geboren wurde. Foto: PM

Maintal. In den USA ist bereits der letzte männliche Überlebende der früheren Synagogengemeinde Wachenbuchen verstorben. Lou Yehuda Strauss, als Ludwig Strauß am Rübenberg Nummer 11 geboren, starb nach Mitteilung des Maintaler Brüder-Schönfeld-Forums am 15. Juli im Alter von 98 Jahren in einem New Yorker Seniorenzentrum.

Artikel vom 09. Oktober 2019 - 16:17

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Ludwig Strauß war der jüngste von drei Brüdern. Anders als deren Mutter, die nach Minsk deportiert wurde und dort umkam, schafften es alle drei Söhne, sich rechtzeitig vor der unausweichlichen Ermordung durch die Nationalsozialisten zu retten. 

Bereits 1936 hatte der ältere Bruder Simon für den vier Jahre jüngeren Ludwig ein Visum in Palästina organsiert, wo dieser mit nicht einmal 15 Jahren sein Leben neu einrichten musste. Palästina war zu jener Zeit britisches Mandatsgebiet. Daher schloss sich Ludwig Strauß der britischen Armee an und wurde nach 1947 als einer der Ersten in die neue israelische Luftwaffe übernommen und zum Piloten ausgebildet. 

Letzter noch lebender Diamantschleifer aus Wachenbuchen

Im Jahre 1957 siedelte Ludwig Strauß mit seiner Frau Eva und dem erstem Sohn David aus dem Staat Israel in die USA über, wo Sohn Ralph auf die Welt kam. In New York verdingte sich der gebürtige Wachenbucher als Automechaniker, bevor er in der Bronx seine eigene Tankstelle und Reparaturwerkstatt eröffnete.

Aus Maintaler Sicht ist noch erwähnenswert, dass Ludwig Strauß vermutlich der älteste noch lebende Diamantschleifer aus Wachenbuchen war. Er hatte 1935 in einem der heute nicht mehr existierenden Betriebe eine Lehre begonnen, die er wegen der Entlassung aller Juden nicht abschließen konnte.

Noch andere ehemalige Mitglieder der israelitischen Gemeinde am Leben

An seinen Geburtsort kehrte Ludwig als Lou Strauss erst 1997 wieder zurück. Er folgte damit, begleitet von seinem Bruder Simon und dessen Ehefrau, einer Einladung der Stadt Maintal. Wie die Familie jetzt bei der Trauerfeier erwähnte, waren das damalige Wiedersehen mit der Heimat und der damit verbundene Empfang als Ehrengast für den Verstorbenen von ganz besonderer Bedeutung.

Wie der Vorsitzende des Vereins Brüder-Schönfeld-Forum, Herbert Begemann, berichtet, leben als frühere Mitglieder der ehemaligen israelitischen Gemeinden auf Maintaler Gebiet noch die in der Hanauer Landstraße geborene Thea Philipp (geborene Schönfeld). Sie lebt in Israel. Die in Dörnigheim auf die Welt gekomme Klara Dorogusker (geborene Stern) lebt in den USA. cwb

Mehr Infos zum Maintaler Brüder-Schönfeld-Forum erhalten Sie hier ›› brueder-schoenfeld-Forum.de



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