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Brüder-Schönfeld-Forum erinnert an verfolgte Zeugen Jehovas

Maintal

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    Ein Dreieck in der Farbe Lila war in den deutschen Konzentrationslagern der Nazizeit verpflichtendes Erkennungszeichen für die Zeugen Jehovas unter den Häftlingen. Foto: PM

Maintal. Mit einer außergewöhnlichen Ausstellung zur Verfolgung der Zeugen Jehovas in der Zeit der Nazi-Diktatur in Deutschland (1933 bis 1945) läutet der Verein Brüder-Schönfeld-Forum im Oktober einen Veranstaltungsreigen zu seinem zehnjährigen Bestehen ein.

Artikel vom 07. Oktober 2019 - 15:35

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Damit widmet sich der Maintaler Verein für Demokratie, Menschenrechte und Erinnerungskultur einem Thema, das weder in der politischen Bildung noch in den Diskussionen um das angemessene Erinnern einen Stammplatz hat.

Die ab Freitag, 25. Oktober, im Historischen Rathaus Hochstadt gezeigten 33 Ausstellungstafeln informieren über das sofort nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erlassene Verbot der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas sowie ihre zunehmende Diskriminierung und Verfolgung. Besonders traf es die jüngeren Männer, weil sie aus religiöser Überzeugung den Dienst mit der Waffe verweigerten. In vielen Fällen wurde das mit dem Tod durch Erschießen bestraft.

Lila Winkel als Markierung

Aber nicht nur Männer wurden inhaftiert. In einer Begleitveranstaltung an der Albert-Einstein-Schule zeigt das Brüder-Schönfeld-Forum einen Film über die Mannheimerin Sophie Stippel, die in den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück inhaftiert war. 

Die „Bibelforscherin“ – ein damals gebräuchlicher Name für Jehovas Zeugen – war in Auschwitz als Köchin des Kommandanten Rudolf Höß eingesetzt, der sie aus Jugendtagen kannte. In den Konzentrationslagern wurden Mitglieder der Zeugen Jehovas analog zum Davidstern für die Juden mit einem aufgenähten lila Winkel markiert. Daher steht die Ausstellung in Maintal-Hochstadt unter dem Titel „Die mit dem lila Winkel“.

Vor dem Vergessen bewahren

Was Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet angeht, liegt die letzte Ausstellung zum Thema der Verfolgung der Zeugen Jehovas 13 Jahre zurück.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Maintaler Vereins Brüder-Schönfeld-Forum, Herbert Begemann, wurde es höchste Zeit, dieses Kapitel der NS-Zeit vor dem schleichenden Vergessen zu bewahren.  cwb

 

Die Ausstellung wird am Freitag,  25. Oktober, um 19 Uhr eröffnet. Die weiteren Öffnungszeiten sind immer samstags, sonntags und dienstags jeweils von 15 bis 18 Uhr.

Schulen können Sondertermine unter der Telefonnummer 0 61 81/49 58 89 vereinbaren. Letzter Öffnungstag ist der 17. November. Kooperationspartner des Brüder-Schönfeld-Forums ist die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit von Zeugen Jehovas in Deutschland mit Sitz in Selters. ›› brueder-schoenfeld-forum.de


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