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Norma muss noch stärker sparen: Korrektur der Jahres-Prognose

Maintal

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    Die Hochstädter Norma Group kündigt eine weitere Verschärfung des Sparprogramms an. Archivfoto: PM

Maintal. Norma, ein internationaler Marktführer von Verbindungstechnologie mit Hauptsitz in Hochstadt, hat auf Grundlage der Zahlen für das zweite Quartal 2019 und der erwarteten Ergebnisse für das Gesamtjahr seine Prognosen korrigiert und kündigt eine Verschärfung seines Sparprogramms an.

Artikel vom 07. August 2019 - 10:41

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Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen mitgeteilt, 49 der über 700 Stellen am Maintaler Standort zu streichen. Ein Großteil davon ist bereits sozialverträglich abgebaut. Im Gegenzug gibt es eine Zukunftssicherungsvereinbarung bis 2023.

Hintergrund des Sparkurses ist der Rückgang des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im ersten Halbjahr um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Die Prognose für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2019 haben wir im Wesentlichen angesichts des schwächer als erwarteten Marktumfelds im globalen Automobilgeschäft angepasst“, sagt Dr. Michael Schneider, seit 1. August der neue Vorstandsvorsitzende der Norma Group. Er folgt auf Bernd Kleinhens. Dieser war im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat aus dem Vorstand ausgeschieden. Schneider übernimmt die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden interimsweise zusätzlich zu seinem Amt als Finanzvorstand. 

Negative Auswirkungen auf Geschäftsprognose

Es sind vor allem Handelsauseinandersetzungen und Sanktionen, die sich negativ auf die Geschäftsprognose auswirken. „Die daraus resultierende Investitionszurückhaltung und Marktschwäche schlagen sich in einem anhaltend rückläufigen Geschäft in den Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika sowie Asien-Pazifik nieder. Eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte ist aus heutiger Sicht nicht absehbar“, so Schneider.

Der Interimschef kündigt an, man werde das Portfolio mittel- und langfristig sehr fokussiert ausrichten auf die Wachstumsbereiche E-Mobilität und Wasser. „Und wir werden uns sicherlich im Hinblick auf die Organisationsstruktur in den nächsten Monaten adjustieren.“ Konkrete Schritte sollten in den kommenden Wochen erarbeitet werden. 

Abschwung der Autokonjunktur

Norma macht – wie anderen Zulieferern auch – der Abschwung der Autokonjunktur zu schaffen. Deswegen hatte der Konzern zuletzt Mitte Juli seine Prognose gesenkt. Bereits im Mai hatte Norma die Erwartungen gesenkt. Weiteren Korrekturbedarf sieht Schneider für dieses Jahr nicht, lässt sich aber ein Hintertürchen offen: „Was immer einem amerikanischen Präsidenten oder wem auch immer einfällt, zu twittern, das kann natürlich Auswirkungen auf den Weltmarkt haben.“ 

Langfristig sei Norma gut aufgestellt und werde von den Megatrends der Branche profitieren. „Unsere Produkte sind in allen Antriebsarten einsetzbar, ob das ein Diesel ist, ein Benziner, Hybrid, Plug-in-Hybrid, ein Elektro- oder Brennstoffzellen-Fahrzeug.“ Das Unternehmen stellt unter anderem Schläuche, Verschraubungen, Rohre und Befestigungen, aber auch Leitungen und Steckverbindungen für Batteriekühlsysteme von Elektroautos her. Daneben gibt es noch einen kleineren Geschäftsbereich für Be- und Entwässerungssysteme, der in Zukunft eine größere Rolle spielen soll. mf



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