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Kinderchor Dörnigheim präsentiert interkulturelles Musiktheater

Maintal

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    Gemeinsam sind sie stark: Das Miteinander verschiedener Kulturen lag der Autorin und den Theatermachern sehr am Herzen. Foto: PM

Maintal. Mit offenen Mündern bestaunen die Zuschauer das, was die Kinder des Dörnigheimer Kinderchores auf der Bühne präsentierten: Plötzlich war bei „Lundi“ alles weiß. Die Kinder hatten den Winter gebracht, ein großes Wesen mit roter Frostnase. 

Artikel vom 03. Juli 2019 - 17:49

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Der Schwanz des Winters war ein riesiges weißes Tuch, das die Kinder sorgfältig über die Bühne breiteten.
Musikalisch begleitet wurde der Kinderchor der Gemeinde im Evangelischen Gemeindezentrum Berliner Straße vom syrisch/kroatischen Ensemble Hanien aus Mannheim.

Passend zur Szene spielte Wajed Alhafyan auf seiner „Kanun“ eine Improvisation, die den Winter sehr gut interpretierte. Dann verschwand Lundi, das kleine Wesen, das aussieht wie ein Pinguin. Seine zwei seltsamen Freunde, Teekanne und Zweihand, suchten ihn, unterstützt von den Kindern des Chores. Doch Lundi blieb verschwunden.

Von vier bis elf Jahren

Vorher hatte Lundi, was auf Deutsch Montag bedeutet, mit seinen Freunden Tee getrunken und Klavier gespielt. Anschließend hatte man sich verabschiedet, einander zugewunken, und dann erlebte das Publikum im vollbesetzten Saal ein ganzes Jahr: Der Frühling zog über das Land, gefolgt von Sommer und Herbst. Die Jahreszeiten waren von Christel Schätzler kunstvoll bemalte große Wesen aus Stoff, die jeweils von mehreren Kindern gemeinsam auf die Bühne getragen wurden.

Dargestellt von Kindern im Alter von vier bis elf Jahren, die konzentriert bei der Sache waren, spielten und sangen. Lija Gabriel stellte den Lundi fast ausschließlich pantomimisch dar. Die junge Hauptdarstellerin meisterte dies gekonnt, während sie alle Lieder des Chores mitsang. 

Der erst vierjährige Oskar Bitter hatte die Rolle des Raben übernommen und zeigte eine für sein Alter außergewöhnliche Leistung. Mia Schäfer spielte in Reifrock, roter Mütze und Erdbeernase eine wunderbare Teekanne. Eloy Michael war im übergroßen Hemd und mit zwei weißen Socken als Handschuhen die überzeugende Verkörperung der Bilderbuchfigur Zweihand.

Der Lauf der Zeit, das Abschiednehmen und Wiederkommen ist das zentrale Thema des Bilderbuchs Lundi von Anne Herbauts, das der Kinderchor zum zweiten Mal auf die Bühne brachte. Die Idee dazu stammte von Chorleiterin Ulrike Streck-Plath. Die gefühlvollen Melodien der Lieder wurden von den Kindern des Chores 2013 selbst komponiert, auch die jetzige Besetzung steuerte eine eigene Melodie bei. 

Tosender Applaus

Begleitet wurden die Kinder sehr einfühlsam vom Musikensemble Hanien aus Mannheim. Magdalena Zgela (Klavier), Wajed Alhafyan (Kanun) und Tarek Zakharia (Percussion). Das Ensemble steuerte auch Bearbeitungen von Liedern aus Syrien, der Türkei und Kroatien bei. Zum musikalischen Konzept des Stücks gehört diese offene musikalische Form, die es mit sich bringt, dass Lundi unwiederbringlich so nur in Dörnigheim aufgeführt wurde.

Das Miteinander verschiedener Kulturen liegt der Künstlerin am Herzen. Das gilt ebenso für das Miteinander der Generationen. Darum waren auch bei dieser Aufführung Erwachsene beteiligt. Monika Rauch und Klara Streck unterstützten die Kinder bei der Mehrstimmigkeit mancher Lieder, halfen beim Bewegen größerer Requisiten und sorgten für den Wechsel der farbenprächtigen Hintergrundbilder.

Das Publikum, das zum Mitsingen eingeladen war und diese Einladung sangeskräftig gerne annahm, bedankte sich bei den Mitwirkenden mit tosendem Applaus für die Aufführung einer zauberhaften und tiefgründigen Geschichte. Nach einer Zugabe folgte das gemeinsame Feiern. cwb



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