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Mit mehr Präsenz gegen Vandalismus - Kriminalstatistik 2018

Maintal

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    Der Maintaler Präventionsrat hat sich den Kampf gegen Vandalismus auf die Fahnen geschrieben. Ideen sind dabei etwa der Einsatz von Streetworkern, bessere Beleuchtung und eine stärkere soziale Kontrolle durch die Nachbarschaft. Foto: PM

Maintal. Einen Aktionstag am Main veranstalten, noch mehr Präsenz vor Ort zeigen und auf die Menschen zugehen: Das sind die Ansätze, die für die Mitglieder des Maintaler Präventionsrats geeignet scheinen, um die Sicherheit in Maintal zu erhöhen.

Artikel vom 08. April 2019 - 11:33

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Das Gremium mit Vertretern der Polizei, Verwaltung und Bürgerschaft tagt zwei Mal im Jahr und kam kürzlich zusammen.

In den vergangenen Monaten war am Dörnigheimer Mainufer ein Kunstprojekt wiederholt beschädigt, eine Skulptur sogar entwendet worden. Hinzu kommen weitere Zerstörungen, unter anderem an einem Pavillon sowie an Bänken und Mülleimern.

„Sicherlich sind Vandalismus und illegale Graffiti keine speziellen Maintaler Problemfelder“, sagt Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos). „Besonders tragisch finde ich es bei Objekten, die – wie bei der Kunstgalerie am Main – engagierte Bürge aufgestellt haben, um den öffentlichen Raum aufzuwerten. Deshalb haben wir im Präventionsrat beschlossen, vor Ort noch mehr Präsenz zu zeigen – auch, wenn schon heute unsere Ordnungspolizei mehrmals täglich, auch abends und am Wochenende, dort ist.“

Die Teilnehmer des Präventionsrats sind sich einig: Vandalismus könne nicht vollständig verhindert, vielleicht aber reduziert werden. Ideen seien der Einsatz von Streetworkern, bessere Beleuchtung und eine stärkere soziale Kontrolle durch die Nachbarschaft. Gegen illegale Graffiti könnten die Begrünung von Flächen oder der Einsatz eines Lackes, der die Anhaftung der Farbe verhindert, Lösungen sein.

Treffen am Main geplant

„Als erste konkrete Maßnahme wollen wir zeitnah ein öffentliches Treffen am Main vereinbaren. Dabei können Interessierte und Betroffene ihre Anregungen für eine sichere Stadt einbringen und mit allen handelnden Personen ins Gespräch kommen“, berichtet die Bürgermeisterin.

Ein weiteres Thema war die illegale Müllentsorgung – denn ein sauberes Stadtbild erhöhe auch das Sicherheitsempfinden, so der Präventionsrat. Dessen Mitglieder diskutierten über achtlos weggeworfene Verpackungen ebenso wie eine tonnenweise Ablagerung von Bauschutt. Sie wünschen sich, dass Bürger über die Möglichkeiten zur legalen und oft sogar kostenfreien Abfallentsorgung verstärkt informiert, zu Müllsammel-Aktionstagen eingeladen oder für die Reduzierung von Plastikmüll sensibilisiert werden. Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) ergänzt: „Seitens der Verwaltung wollen wir illegale Ablagerungen schneller als bisher beseitigen. Damit verhindern wir, dass andere Täter an diesen Stellen ebenfalls abladen.“

Kriminalstatistik 2018

Im Rahmen der Sitzung des Präventionsrats stellte Markus Adam, der stellvertretende Leiter der Maintaler Polizeistation, die Kriminalstatistik 2018 vor. Sie zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl registrierter Fälle um 312 in Maintal gestiegen ist. Besonders die Betrugsdelikte (plus 98), die Rauschgiftkriminalität (plus 53) und Diebstahldelikte (plus 67) nahmen zu. Erfreulich sei hingegen laut Adam, dass sogenannte Rohheitsdelikte wie Raub, Erpressung und Körperverletzung um 51 Straftaten abgenommen haben und die Anzahl junger Tatverdächtiger um 50 gesunken sei.

„Insgesamt ist Maintal kein Kriminalitätsschwerpunkt und zeigt keine Auffälligkeiten hinsichtlich einzelner Arten von Straftaten oder Orten, an denen Straftaten häufig passieren“, erklärt Adam. Er weist darauf hin, dass in den vergangenen zehn Jahren die Straftaten sogar zurückgegangen seien. Während 2361 Straftaten im Jahr 2008 erfasst wurden, waren es 2053 Fälle in 2018. Die Zahl der Fälle, die zur Anzeige gebracht wurden, lag 2017 allerdings schon einmal niedriger, nämlich bei 1741 Fällen.

Alle im Präventionsrat diskutierten Themen und Maßnahmen würden von Polizei und Verwaltung weiter bearbeitet – auch im Rahmen des Projekts Kompass. „Nur gemeinsam wird es uns gelingen, Maintal noch sicherer zu machen“, ist Böttcher überzeugt. das



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