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Kreis beschließt Anschubfinanzierung für Mainfähre

Maintal

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    Der Wiederaufnahme des Betriebs der Mainfähre ist wieder ein Stück nähergerückt. Foto: David Scheck

Main-Kinzig-Kreis/Maintal. Der Wiederinbetriebnahme der Fähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim dürfte nun eigentlich nichts mehr im Weg stehen: Der Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises hat gestern in seiner Sitzung beschlossen, den Maintaler Anteil in einer Höhe von bis zu 50 000 Euro in einer Anschubfinanzierung zu schultern. 

Artikel vom 19. Februar 2019 - 17:00

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Mit dieser Summe sei der Betrieb für einige Monate gesichert, sagte ein Sprecher des Main-Kinzig-Kreises gestern auf eine Anfrage unserer Zeitung. Bei den konkreten Zahlen, mit wie viel Euro der Fährbetrieb jährlich bezuschusst werden muss, verwies man uns auf den zuständigen Kreis Offenbach. Von der dortigen Pressestelle erhielten wir allerdings die Antwort: „Die Zahlen sind nicht öffentlich.“

Die Zeit ist reif

„Es ist genug Zeit verstrichen, jetzt muss die Fähre zwischen Maintal und Mühlheim endlich wieder fahren, denn das ist die klare Erwartungshaltung vieler Bürgerinnen und Bürger“, sagte Landrat Thorsten Stolz (SPD) im Anschluss an die Sitzung. Der Main-Kinzig-Kreis leiste damit für die kommenden Monate einen zusätzlichen Beitrag, damit der Fährverkehr über den Main zwischen Maintal und Mühlheim zügig wieder aufgenommen werden kann: „Wir wollen damit ein klares Startsignal für die Fähre geben und die Stadt Maintal unterstützen“, so der Landrat.

Der Landkreis habe schon vergangenes Jahr unmissverständlich klar gemacht, dass die Verkehrsverbindung für die Bürger beiderseits des Mains wichtig und erhaltenswert sei, erinnerte Stolz. An den Reparaturkosten für die Fähre sollte es nicht scheitern: „Wir haben bereits einen Zuschuss von bis zu 25 000 Euro für die Ertüchtigung der Fähre zugesagt. Jetzt bereiten wir einem raschen Betriebsstart den Weg, indem wir Maintal unter die Arme greifen und auf eine positive Entscheidung des Stadtparlaments im März setzen, zeitnah Mittel für den dauerhaften Betrieb freizugeben.“

In ihrer Sitzungsrunde Ende März (das Stadtparlament tagt am Montag, 25. März, die Ausschüsse in der Woche davor) werden sich Maintals Parlamentarier voraussichtlich mit einer Magistratsvorlage auseinandersetzen müssen, in der es um die Bezuschussung der Betriebskosten geht. Ein Kritikpunkt jener Fraktionen, die im vergangenen September eine Subventionierung seitens der Stadt Maintal ablehnten, waren die nicht bekannten Summen.

Anteil an Kompromiss

Im vorigen Sommer hatte der Kreisausschuss schon einen Beschluss gefasst, wonach der Main-Kinzig-Kreis nicht nur zur Hälfte für die Instandsetzungskosten der Fähre aufkommt, begrenzt auf maximal 25 000 Euro, sondern auch eine Anschubfinanzierung in Aussicht stellt. Der Kreis setzte damit seinen Anteil an einem Kompromiss zwischen den Landkreisen und den beteiligten Städten Maintal und Mühlheim direkt um. Diesen Beschluss konkretisierten die Mitglieder des Kreisausschusses in der jüngsten Sitzung und setzten die Anschubfinanzierung auf bis zu 50 000 Euro fest.

„Der Kreis Offenbach als federführender Verkehrsträger der Mainfähre hat dem Main-Kinzig-Kreis im Januar mitgeteilt, dass die Verhandlungen mit einem neuen Betreiber fortgeschritten und der Betriebskostenzuschuss näher beziffert ist. Jetzt müssen natürlich alle Beteiligten, auch die Städte, zu unserem gemeinsamen Kompromiss stehen und diesen Zuschussbedarf decken“, blickt Stolz in Richtung Maintal. Denn die Stadt Mühlheim habe diese Übernahme bereits zugesichert, in Maintal wurde eine Kostenzusicherung durch das Stadtparlament im September zunächst zurückgestellt.

Positives Signal senden

Um gegenüber dem Kreis Offenbach, der Stadt Mühlheim und dem zukünftigen Betreiber der Fähre bereits vor einer Entscheidung Maintals ein positives Signal zur zeitnahen Wiederaufnahme des Fährbetriebs senden zu können, habe sich der Main-Kinzig-Kreis bereit erklärt, den Anteil des Betriebsmittelzuschusses der Stadt Maintal vorerst zu übernehmen. „Von Seiten der Verantwortlichen des Main-Kinzig-Kreises haben wir alles getan, damit der Fährbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Durch die anteilige Übernahme der Instandsetzungskosten und die jetzt beschlossene Anschubfinanzierung machen wir sehr deutlich, dass wir an der Seite der Stadt Maintal und ihrer Bürgerinnen und Bürger stehen“, so Landrat Stolz.

In einer Stellungnahme begrüßte Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) gestern „das deutliche Startsignal“ und dankt dem Landrat für seine Initiative. „Mit diesem finanziellen Rückenwind hoffen wir auf Zustimmung in der Stadtverordnetenversammlung – eine entsprechende Beschlussvorlage ist gerade in Vorbereitung –, sodass die Mainfähre endlich wieder Fahrt aufnehmen könnte. Denn alles, was die verkehrsbelasteten Straßen im Ballungsraum Rhein-Main ein Stück weit entlastet, Umwege vermeiden hilft, die Nahmobilität zu Fuß und per Fahrrad stärkt, ist ein sinnvoller Beitrag zur Verkehrswende und ganz konkret ein Plus an Lebensqualität für die Bürger, besonders Pendler nicht nur in Dörnigheim, sondern in ganz Maintal“. das



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