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Das Bischofsheimer Reparatur-Café stellt sich vor

Maintal

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    Das Team des Reparatur-Cafés vor dem Stadtteilzentrum (von links): Jarmila Uhlein, Gerlinde Schuler, Ahura Arjmandi, Doris Molz, Peter Fliedner und Rosemarie Olbrich. Foto: PM

Maintal.Im Reparatur-Café im Stadtteilzentrum Bischofsheim sorgen Gerlinde Schuler und Jarmila Uhlein für einen herzlichen Empfang. An jedem dritten Samstag im Monat kann man dort seine kaputten Sachen reparieren lassen.

Artikel vom 15. Februar 2019 - 14:16

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Wenn morgens um 10 Uhr im Stadtteilzentrum Bischofsheim die ersten Besucher Schlange stehen, ist klar: Es ist der dritte Samstag im Monat – Zeit fürs Reparatur-Café. Wer hier herkommt, bringt die Nähmaschine mit, die's nicht mehr tut, ein zerrissenes Hundeband, einen angeschlagenen Bilderrahmen. Am Eingang werden alle herzlich begrüßt – von Gerlinde Schuler oder Jarmila Uhlein.„Wir führen hier keine Statistiken. Für uns zählt, dass von den vielleicht neun Personen, die zu uns hereinkommen, acht glücklich wieder herausgehen. Dann haben wir unsere Aufgabe gut erfüllt“, sagen Schuler und Uhlein.So wie die Frau, die mit einem vermeintlich defekten Staubsauger ankam und sich anschließend mit Freudentränen bedankte, weil er wieder funktionierte – „und dabei war nur das Rohr verstopft“, erinnert sich Uhlein.

Die 58-Jährige ist fast seit den Anfängen des Reparatur-Cafés im Sommer 2016 dabei. Man könnte meinen, die Aufgabe, Menschen in Empfang zu nehmen und an die richtige Stelle weiterzuleiten, sei ihr auf den Leib geschrieben: Mit ihrer herzlichen Art macht sie es anderen leicht, anzukommen – den Besuchern, aber auch den Neuen im Team. Darüber hinaus gibt die „Verteilerzentrale“, wie sie den Empfang bezeichnet, Orientierung: Sind manche Anfragen für Reparaturen zu anspruchs- oder zu verantwortungsvoll, muss Uhlein umsteuern und klar und freundlich zugleich die Grenzen des Reparatur-Cafés aufzeigen. „Und wir achten auch ein bisschen darauf, dass sich niemand vordrängelt.“ 

Das Soziale steht im Vordergrund

Warum sie dabei ist? „Der soziale Gedanke, Menschen zu helfen, gefällt mir. Außerdem erweitert das soziale Miteinander im Café den Horizont. Man hat ja einen festen Freundes- und Bekanntenkreis, hier aber komme ich mit ganz neuen Leuten in Kontakt. Und ich engagiere mich hier, auch wenn es ein bisschen komisch klingt, als Vorbereitung auf die Rente.“

Eine Person, die die Fäden offiziell in der Hand hält, braucht es auch im Reparatur-Café. Diese Aufgabe hat die Bischofsheimerin Gerlinde Schuler übernommen: Morgens ist sie als Erste da und schließt die Türen auf, nachmittags geht sie als Letzte, wenn sie gegen 14 Uhr die Türen wieder schließt. Schuler ist Floristin, 66 Jahre alt und seit wenigen Monaten in Rente. Zu ihrer Leidenschaft für Pflanzen, Kräuter und Blumen gesellt sich ein praktischer Verstand, der im Reparatur-Café oft gefragt ist: Will jemand zum Beispiel wissen, wo der Kaltgerätestecker liegt, folgt ihre Antwort prompt: „Schau mal dort drüben auf dem Schrank“. Schuler ist eine dieser resoluten Frauen, die von sich sagen, „bevor ich Hausarbeit erledige, gehe ich lieber in den Keller und bastle. Ich bin eher der handwerkliche Typ.“ Sie liebt es, Dinge auseinanderzunehmen und neu zusammenzusetzen. 

Die Kunst der Improvisation

Im Café zahlt sich das aus – auch bei exotischeren Anliegen, wie etwa dem Wunsch, eine Gebetskette neu aufzufädeln. Einmal habe sie einer Besucherin des Cafés sogar gezeigt, wie diese selbst ihren alten Bilderrahmen an den Fehlstellen mit Gipspaste auskleiden und sie mit einer feinen Goldfarbe ganz leicht retuschieren konnte. „Die Dame war darüber so glücklich, dass sie anschließend extra noch einmal wiederkam, um sich bei uns zu bedanken.“ 

Am liebsten wäre es Schuler, „wenn ganz Maintal, ach was, am besten gleich die ganze Region“ von der Existenz des Reparatur-Cafés wüsste. „Wir haben hier so viel mehr zu bieten als nur Kaffeemaschinen oder Staubsauger zu reparieren. Was wir hier vor allem können, ist die Kunst der Improvisation.“ das

Kontakt und Termine
Das nächste Reparatur-Café findet am Samstag, 16. Februar, von 10 bis 13.30 Uhr statt. Wer Interesse hat, im Team des Reparatur-Cafés mitzuarbeiten, oder weitere Informationen möchte, kann sich an Olivia Metzendorf, Telefon 0 61 81/40 04 49 oder per E-Mail an freiwilligenagentur@maintal.de, wenden.



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