Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
sonnig
8 ° C - sonnig
» mehr Wetter

Globus, Kirchen und Vereine machen mit bei Projekt Fairtrade-Town

Maintal

  • img
    Globus Geschäftsleiter Kay Klein und die Sprecherin der Stadtleitbildgruppe Fairtrade, Nathalie Eschrich, vor einem Regal mit Fairtrade-Produkten. Insgesamt bietet das Unternehmen in seinem Markt in Dörnigheim über 150 Fairtrade-Produkte an. Foto: Mike Bender

Maintal. Für die meisten Verbraucher bleibt bei den regelmäßigen Einkäufen wenig Zeit, genauer hinzuschauen, was man da eigentlich kauft. Doch wie wäre es, mit dem Einkauf nicht nur sich und seiner Familie etwas Gutes zu tun, sondern auch ganz grundlegend an der Arbeitssituation der Erzeuger der Produkte etwas zu ändern?

Artikel vom 04. Januar 2019 - 13:57

Anzeige

Von Mike Bender

Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten ist dies zumindest in kleinen Teilen möglich. Die Stadt Maintal geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat sich zum Ziel gesetzt, sich Fairtrade-Town nennen zu dürfen. Bis die Stadt jedoch eine „echte“ Fairtrade-Town ist, wird es wohl noch einige Zeit und viel Engagement kosten, denn mit der Erfüllung der Siegelkriterien ist die Arbeit keinesfalls zu Ende.

Das Siegel der „TransFair e.V.“ steht unter anderem für stabile und gerechte Mindestpreise, ein Verbot von Kinderarbeit, den Aufbau von Gemeinschaftsprojekten zur Bildung und Gesundheitsversorgung sowie langfristige Handelsbeziehungen und die Förderung ökologischen Anbaus. Weltweit gibt es rund 2000 Fairtrade-Towns und rund 500 Kommunen in Deutschland.

Wer Fairtrade-Town werden möchte, muss verschiedene Kriterien erfüllen. Neben einem Ratsbeschluss und dem Verkauf von mindestens zwei fair gehandelten Produkten in der Verwaltung muss ebenso eine Steuerungsgruppe gegründet werden, zu der mindestens drei Personen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zählen. Ebenso müssen Fairtrade-Produkte im Sortiment des Einzelhandels und in der Gastronomie vorhanden sein sowie in öffentlichen Einrichtungen angeboten werden. Über ihre Arbeit soll die Steuerungsgruppe möglichst öffentlichkeitswirksam in den Medien berichten.

Mit Globus als Einzelhandelspartner ist die Steuerungsgruppe der Zertifizierung nun ein gutes Stück näher gekommen. Die ortsansässige Firma bietet in ihrem Markt über

150 Fairtrade-Produkte an und auch der Ausschank im eigenen Café ist komplett Fairtrade. In der Vergangenheit konnten bereits die Cafés „Pearson & Puppe“ und „Im Garten Eden“ sowie die „Little Beach GmbH“ als Gastronomen gewonnen werden.

Neben den evangelischen Kirchengemeinden Hochstadt, Dörnigheim, Wachenbuchen und der katholischen Kirchengemeinde St. Edith Stein beteiligen sich auch die Vereine DLRG, FSV Bischofsheim und das Junge Theater in Wachenbuchen. Letzteres wird im Januar eine Podiumsdiskussion zum Thema „faire Arbeits- und Handelsbedingungen“ veranstalten.

Nun fehlt dem Projekt nur noch eine Schule. Vielleicht schafft es ja das verlockende Angebot eines 250 Euro Einkaufsgutscheins, den Globus für den Teilnehmer in Aussicht gestellt hat, auch noch dieses Kriterium bis zum Jahresende zu erfüllen.

Doch auch wenn alle Kriterien erfüllt sind, ist die Arbeit damit noch lange nicht zu Ende. Die Beteiligten sind sich einig, das dies erst der Anfang ist und ein erster Schritt, um das Thema weiter ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.

Auch Globus Geschäftsleiter Kay Klein betonte bei einem Treffen mit Beteiligten des Projekts, dass das Angebot im Markt alleine noch nicht ausreiche. Letztendlich sei es die Entscheidung eines jeden einzelnen Kunden, dieses oder jenes Produkt zu kaufen und damit seinen Beitrag zu faireren Arbeits- und Handelsbedingungen zu leisten.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.