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Thema um den Rumpenheimer Weg nimmt kein Ende

Maintal

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    Die WAM hat das Thema noch einmal auf die Tagesordnung gebracht, doch nur die Grünen befürworten ihren Vorstoß. So bleibt es bei der Entscheidung, dass die Pflanzinseln im Rumpenheimer Weg beseitigt werden. Foto: Gepperth

Maintal. Eigentlich ist die Entscheidung schon in der Sitzungsrunde im August gefallen: Die Pflanzinseln auf der Nordseite des Rumpenheimer Wegs sollen weg. Doch vor dem Hintergrund der Anwohner- und Bürgerproteste gegen die geplante Beseitigung wurde am Dienstag das Thema erneut im Verkehrsausschuss diskutiert.

Artikel vom 07. Dezember 2018 - 14:04

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Die Wahlalternative Maintal (WAM) hat in die aktuelle Sitzungsrunde einen Antrag auf Rücknahme des Beschlusses zur Entfernung der Pflanzinseln eingebracht. Ohne Erfolg, wie die Grünen nun in einer Mitteilung kritisieren: CDU, SPD und FDP seien nicht zum Umdenken bereit gewesen und haben erneut für die Beseitigung der Pflanzinseln gestimmt.

„Damit stellen Sie sich ohne jegliche Not gegen den Willen der Anwohner und Bürger“, sagt Hartmut König, Mitglied der Grünen im Verkehrsausschuss, in Richtung der drei Fraktionen. „Ohne Not deshalb, weil die jetzige Torfunktion der Pflanzinseln über Jahrzehnte die Verkehrssituation im Rumpenheimer Weg entschärft und für eine moderate Durchfahrtsgeschwindigkeit gesorgt hat.“ 

200 Unterschriften gegen das Vorhaben

Die WAM hatte den ursprünglichen Antrag der Grünen erneut eingebracht, nachdem eine Initiative aus dem Rumpenheimer Weg mehr als 200 Unterschriften gegen die Beseitigung der Pflanzinseln gesammelt hatte. Ein Sprecher der Initiative hatte auch ausführlich begründet, welche Nachteile für die Anwohner entstehen. Allerdings hatten sich am Dienstag im Ausschuss die Argumentationen zum Thema kaum verändert. 

„Die FDP hatte sich im Vorfeld immer wieder auf Gespräche mit Anwohnern und bei einer Parteiversammlungen bezogen, die angeblich eine Beseitigung der Inseln forderten. Jetzt, wo der Widerstand der über 200 Anlieger und Bürger dokumentiert war, war ihnen das kaum eine Erwähnung wert“, so König. Auch die SPD habe es eher einen „schlechten Stil“ gefunden, den Antrag erneut einzubringen, statt ihre eigene Argumentation zu überdenken.

Alte Argumente neu vorgetragen

Stattdessen wurden alte Argumente vorgetragen: Es gebe Probleme bei der Verkehrssicherheit und eine Absenkung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 sei ebenfalls nicht möglich, weil der Rumpenheimer Weg eine Hauptstraße ist. Tatsache ist aber, dass in den vergangenen Jahrzehnten an den Pflanzinseln keinerlei Unfälle bekannt wurden und es gibt auch in Maintal viele Hauptstraßenabschnitte, die Tempo 30 ausweisen“, gibt der Grünen-Verkehrssprecher zu bedenken.

Eine Vertreterin der Verkehrsbehörde der Stadt Maintal habe dabei deutlich gemacht, dass Tempo 30 auf Hauptstraßen nur möglich sei, wenn Kitas, Schulen oder Pflegeheime an der Straße lägen oder die Straße gefährliche Verkehrslagen wie enge Kurven aufweise. All dies habe der Rumpenheimer Weg nicht. Eine aktuelle Recherche der Grünen mache aber nun deutlich, dass den Ausschussmitgliedern bei dieser Bewertung der Stadt ein wesentlicher Punkt verschwiegen worden sei. „Wenn der Kfz-Lärm und die Abgase über bestimmte Grenzwerte gehen, kann sehr wohl auch in Hauptstraßen Tempo 30 angeordnet werden“, so König. Und genau das befürchteten die Anwohner des Rumpenheimer Wegs, wenn die Pflanzinseln verschwinden und der Verkehr wieder schneller und lauter wird.

Umbau als Beeinträchtigung der Lebensqualität

Laut der Erklärung zum Ergebnis der Unterschriftenliste wird es zu „weiteren Verschlechterungen des Stadtklimas und der Lebensbedingungen der Anwohner“ kommen. Das ist laut den Grünen auch sehr gut nachvollziehbar, weil die meisten Häuser im Rumpenheimer Weg nur durch einen schmalen Bürgersteig getrennt direkt an der Straße stehen. 

Monika Vogel, Fraktionsvorsitzende der Grünen, macht abschließend deutlich: „Die engen Straßen und Wege in den Kernbereichen unserer Maintaler Dörfer sind vor mehreren Hundert Jahren entstanden. Kompromisse, wie sie im Rumpenheimer Weg mit den Pflanzinseln entstanden sind, jetzt einseitig zu Gunsten des modernen Kfz-Verkehrs zu beseitigen, beeinträchtigt massiv die Lebensqualität der Anwohner. Wir als Grüne können das nicht zulassen.“  das

 



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