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Neuanfang dank Facebook nach einem Brand - Spendenaufruf

Maintal

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    Norman Bartholome vor dem Haus in der Dörnigheimer Karlstraße. Seine Wohnung im Dachgeschoss brannte Ende September völlig aus. Foto: Nickel

Maintal. „Die innere Uhr beziehungsweise mein Schutzengel hat mich geweckt“, erzählt Norman Bartholome und ergänzt, dass ein Erwachen nur wenige Momente später wohl schon zu spät gewesen wäre. 

Artikel vom 17. Oktober 2018 - 18:05

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Von Lennart Nickel

So aber konnte er das Feuer, das seine Dachstuhlwohnung in der Karlstraße schon größtenteils in Rauch gehüllt hatte, noch früh genug bemerken, um Hals über Kopf zuerst die Nachbarn eine Etage tiefer zu wecken und dann selbst ins Freie zu flüchten.

Am frühen Mittwochmorgen des 26. September (wir berichteten) musste Bartholome miterleben, woran die meisten lieber gar nicht erst denken möchten: Die eigene Bleibe steht in Flammen, und er selbst kann nur den eintreffenden Einsatzkräften der freiwilligen Feuerwehren aus Maintal und Hanau zusehen, wie diese versuchen, noch Schlimmeres zu verhindern, und den Brand löschen. „Man schaut hoch, und es sind einem die Hände gebunden“, erinnert sich der 33-Jährige. 

Nach dem ersten Schock, als sich der Rauch verzogen und das Deutsche Rote Kreuz Maintal vorbildlich – wie Bartholome betont – um die unverletzt gebliebenen Bewohner gekümmert hat, offenbaren sich Stück für Stück die langfristigen Folgen des Brandes für ihn, der quasi sein ganzes Leben in Dörnigheim verbracht hat. 

Nicht nur die gemietete Wohnung, sondern auch das Handy, Bilder, Erinnerungen an den vor drei Jahren verstorbenen Stiefvater und eigentlich der gesamte Hausrat sind zerstört. Die Ironie des Schicksals will es, dass Bartholome erst im Januar den folgenschweren Denkfehler tat und leichtfertig die Hausratversicherung einsparte.
Aber gerade in schwierigen Lebenslagen zeigt sich, dass eine sich kümmernde Familie, ein aktives Vereinsleben und auch soziale Medien Mut und Hoffnung schenken können. 

Bei Vater Klaus, der unweit der ausgebrannten Wohnung lebt, kommt Norman Bartholome übergangsweise unter. Die Familie ist ein wichtiger Halt für ihn, doch für einen Neuanfang fehlt schlichtweg alles. Noch am Abend des 26. September geht der Kapitän der zweiten Mannschaft des FC Germania Dörnigheim trotz allem zum Fußballtraining. Im Einvernehmen mit Bartholome, der seit 15 Jahren in verschiedenen Funktionen für die Germania tätig ist, wird von Seiten des Vereins beschlossen, eine Sach- und Geldspendenaktion über das soziale Netzwerk Facebook zu starten. 

Was auf den Beitrag von Geschäftsführer Michael Craatz folgt, überrascht alle. „Nicht nur die vom Verein, sondern auch total fremde Leute haben mich großartig unterstützt“, so der 33-Jährige. 66 Nutzer kommentierten den Beitrag und boten Sachspenden wie Geschirr, bisweilen sogar eine ganze Küche, an. Insgesamt knapp 450-mal wurde der Beitrag geteilt, womit zirka 35 000 Facebook-Nutzer erreicht wurden – eine verhältnismäßig hohe Zahl.
Auch umliegende Fußballvereine wie der SV Kilian‧städten und Kewa Wachen‧buchen spendeten getreu dem Motto „In den Farben ‧getrennt, in der Sache vereint“.

Nun steht der Dörnigheimer vor der schwierigen Aufgabe, eine neue Zwei-Zimmer-Bleibe, am liebsten weiterhin in Dörnigheim oder einem der anderen Maintaler Stadtteile, zu finden, um die vielen Sachspenden überhaupt entgegennehmen zu können, und natürlich, um wieder ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben. 

Für die umfängliche seelische und auch materielle Unterstützung ist Norman Bartholome überaus dankbar und bekräftigt: „Ich werde jedem ein persönliches Dankeschön schreiben, wenn ich alles hinter mir habe, das ist das Mindeste!“ Die Suche nach einer Wohnung hat erst mal Vorrang, sobald das ‧geschafft ist, möchte der ‧Dörnigheimer jedenfalls als Aller‧erstes eine Hausratversicherung abschließen. 

Ein Spendenkonto ist eingerichtet. Kontoinhaber ist FC Germania 08 Dörnigheim e.V., IBAN DE77 5065 0023 0053 0138 27, Verwendungszweck: „Norman“.



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