Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
sonnig
2 ° C - sonnig
» mehr Wetter

Lage für Eichhörnchen und Igel nach dem heißen Sommer dramatisch

Maintal

  • img
    Futterhäuschen können Eichhörnchen-Leben retten, denn es gibt kaum essbare Nüsse für die Tiere. Symbolfoto: Pixabay

Maintal. Der heiße, trockene Sommer – er hat Gewinner und Verlierer. Zu den Gewinnern zählen die Eulen. „Es gibt reichlich Mäuse“, sagt Sonja Niebergall, Vorsitzende des Vereins Wildtierfreunde. Und auch die Feldhasen haben von der Trockenheit profitiert. Zu den Verlierern zählen hingegen die Eichhörnchen und Igel.

Artikel vom 08. Oktober 2018 - 18:24

Anzeige

Von Martina Faust

Raschelndes, vertrocknetes Laub, dürres Gras, Früchte, die unreif zu Boden fallen, kaum Wasser. Das ist die Schattenseite dieses Sommers – und möglicherweise ein Todesurteil für viele Eichhörnchen. Denn den putzigen Nagern, die jetzt beginnen, ihre Wintervorräte anzulegen, droht der Hungertod. „Die Nüsse sind dieses Jahr sehr schlecht. Viele sind verkümmert oder verfault“, berichtet Niebergall.

Das Fatale: Die Eichhörnchen werden dies erst bemerken, wenn sie im Winter die Nüsse knacken und es kaum Alternativen gibt. „Sie werden dann irgendwo geschwächt sitzen und vielleicht gefunden werden. Das Problem ist, dass Eichhörnchen ziemlich schmerzhaft zubeißen können“, erzählt die Wildtierfreundin und befürchtet, dass es eine große Auslese geben wird: „Nur die Starken werden überleben.“

Schälchen mit Wasser hilfreich

Retter in der Not kann der Mensch sein. „Wer den Eichhörnchen helfen möchte, kann Sonnenblumenkerne und Nüsse bereitstellen und spezielle Futterhäuschen für Eichhörnchen aufhängen, um diese regelmäßig zu bestücken“, schlägt Niebergall vor. Dafür ist jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, denn die Eichhörnchen sammeln bald Vorräte für den Winter.

Und auch ein Schälchen mit Wasser ist für die tierischen Gartenbewohner immer hilfreich. Schon im Frühjahr und Sommer zählten die Eichhörnchen zu den Sorgenkindern der Wildtierfreunde. Grund sind verschiedene Viruserkrankungen, die nach Einschätzung Niebergalls in dieser Saison besonders stark grassierten.

Viele Igel sehr geschwächt

„Die Tiere bekommen Durchfall und magern trotz Nahrungsaufnahme ab, weil sie das Futter nicht verwerten können“, erzählt sie. Bei einem anderen Infekt seien geschwollene Gliedmaßen auffällige Symptome. „Die Tiere mutieren regelrecht. Das hatten wir in diesem Jahr besonders häufig.“ Hinzu kamen viele abgemagerte Jungtiere, die von den Müttern nicht gesäugt werden konnten oder wurden, weil diese aufgrund der Nahrungsmittelknappheit selbst unter‧ernährt waren.

Nicht weniger dramatisch ist es um die Igel bestellt, von denen bereits viele die speziellen Boxen in der Wildtierpflegestation bezogen haben. „Die sind zum Teil so geschwächt, dass sie sich kaum noch bewegen können“, erzählt Sonja Niebergall. Denn was den Igeln fehlt, ist ihre Leib- und Magenspeise: „Es gibt keine Nacktschnecken“, sagt sie.

Wildtierstation sammelt Spenden

Einige der stacheligen Bewohner hätten die Wildtierstation bereits in einen Kreißsaal verwandelt. „Wir hatten schon Igelmütter, die bei uns gebären. Die wurden eingesammelt, weil sie total erschöpft waren“, sagt die Vorsitzende. Aber auch viele Jungtiere seien bereits eingetroffen. Wer einen vermeintlich verlassenen jungen Igel sieht, dem empfiehlt Niebergall, sich zunächst aufmerksam umzuschauen.

„Solange die Jungen ihre Augen geschlossen haben, bleiben sie im Nest. Sobald die Augen offen sind und sie laufen können, begleiten sie die Mutter und bleiben immer in deren Nähe. Manche trödeln vielleicht ein bisschen, deshalb bitte nicht vorzeitig auflesen, sondern schauen, ob es in der Nähe andere Igel gibt.“ 

Weil es in diesem Jahr schon sehr früh sehr viele Igel, gleichzeitig aber kaum Schnecken gibt, macht sich die Wildtierstation in Dörnigheim auf eine regelrechte Schwemme gefasst und freut sich daher über Spenden von Katzennass- und -trockenfutter für die Tiere, aber auch Geldspenden. 

Spendenkonten der gemeinnützigen Wildtierfreunde sind eingerichtet bei der Frankfurter Sparkasse, IBAN DE 81500502010200154303 und bei der Frankfurter Volksbank, IBAN DE 5450190000 6600986510.
www.wildtierfreunde.de



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.