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Zwei Geflüchtete beginnen Praktikum in der Stadtverwaltung

Maintal

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    Bürgermeisterin Monika Böttcher und Integrationsbeauftragte Verena Strub begrüßen zwei syrische Praktikanten in der Stadtverwaltung. Foto: PM

Maintal. Seit Anfang September gibt es in der Maintaler Stadtverwaltung zwei neue Mitarbeiter: Die 22-jährige Bayan Almarashli und den 27-jährigen Ahmed Al Hamoud. Beide begannen am 3. September ein einjähriges Praktikum im Rahmen der Initiative „Kommunales Know-how für Nahost“in der Verwaltung. 

Artikel vom 24. September 2018 - 17:31

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Bayan Almarashli und Ahmed Al Hamoud sind aus Syrien vor dem Krieg geflohen und leben seit drei Jahren in Deutschland. Die Praktika sind Teil einer Initiative im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Maintal wurde als eine von sieben Modellkommunen in Deutschland ausgewählt, um syrische Geflüchtete zu qualifizieren und ihnen demokratische Verwaltungsstrukturen näher zu bringen. 

„Mich interessiert besonders die Zusammenarbeit von Verwaltung und Kommunalpolitik“, erläutert Ahmed Al Hamoud seine Motivation, sich auf des Praktikum zu bewerben. „Ich will wissen, wie sie zusammenarbeiten, wer was zu verantworten hat und wie Entscheidungen fallen.“

Für Politik hat sich der 27-Jährige schon immer interessiert und daher ein Jurastudium in Ägypten begonnen. Allerdings zwang ihn die unsichere Lage dort zur Flucht nach Deutschland.

Bayan Almarashli kam nach dem Abitur in Syrien nach Deutschland. „Ich lebe momentan sehr gerne in Deutschland und es gefällt mir in Maintal, aber ich denke darüber nach, vielleicht zurück in meine Heimat zu gehen, wenn der Krieg vorbei ist. Dort könnte ich helfen, das Land wieder aufzubauen.

Dabei könnte mir das Wissen aus diesem Projekt sicherlich helfen“, sagt sie und blickt erwartungsvoll auf das kommende Jahr. Genau das ist das Ziel dieser Praktika. „Die Teilnahme an diesem Projekt ist für uns ein weiterer Baustein zur Integration Geflüchteter in Maintal“, sagt Bürgermeisterin Monika Böttcher zu ihrer Motivation, die Stadt als Modellkommune vorzuschlagen. Die Kosten für die beiden Praktikumsplätze werden von der Servicestelle getragen.

Die beiden neuen Mitarbeiter werden zunächst grundlegende Bereiche der Verwaltung kennenlernen: die Hauptverwaltung, die Fachbereiche Finanzen, Beteiligungen, Steuern, Sicherheit und Ordnung sowie das Büro Gremien stehen für die ersten acht Monate auf dem Praktikumsplan. In dieser Zeit haben sie die Möglichkeit, sich für die verbleibenden vier Monate ein weiteres Arbeitsgebiet der Verwaltung für die restliche Zeit auszuwählen.

Doch nicht nur die beiden Praktikanten werden durch dieses Modellprojekt Deutschland etwas besser kennen lernen. Alle Interessierten haben umgekehrt die Gelegenheit, Einblicke in das Leben in Syrien zu erhalten. Am Donnerstag, 1. November, um 19.30 Uhr zeigt der Fotograf Lutz Jäkel im Bürgerhaus Bischofsheim in einer Livereportage wunderbare Bilder aus Syrien vor dem Jahr 2011.

Das bunte und vielfältige Leben der Menschen, die prachtvolle Architektur Palmyras, der Suq von Aleppo, Wohnhäuser und Straßenzüge in Damaskus, dichte Wälder – vieles ist seit dem Ausbruch des Krieges unwiederbringlich zerstört. Fast die Hälfte der syrischen Bevölkerung ist auf der Flucht, Hunderttausende haben ihr Leben verloren, Syrien ist ein Dauerthema in den Medien. Und doch ist wenig über das menschlich und kulturell so reiche Syrien bekannt. 



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