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Kreisfreiheit Hanau: Maintaler FDP befürchtet höhere Belastungen

Maintal

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    Welche Veränderungen wird es bei der Kreis- und der Schulumlage geben? Wird Hanau als kreisfreie Stadt darauf drängen, dass nur Schüler mit Wohnsitz in der Brüder-Grimm-Stadt auf Hanauer Schulen gehen dürfen? Maintals FDP-Stadtverordnete Leo Hoffmann, Thomas Schäfer und Klaus Gerhard (von links) wollen im Falle einer Kreisfreiheit der Stadt Hanau so früh wie möglich Antworten auf wichtige Fragen. Foto: PM

Maintal. Durch den Beschluss der Hanauer Stadtverordnetenversammlung am Montagabend macht sich die Brüder-Grimm-Stadt auf den Weg in die Kreisfreiheit, die 2021 Realität sein soll. 

Artikel vom 21. August 2018 - 18:14

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Noch sind einige Fragen zwar ungeklärt und ist es auch zeitlich noch ein bisschen hin, dennoch macht sich die Maintaler FDP bereits jetzt Gedanken, welche Folgen Hanaus Austritt für die dann größte Stadt des Main-Kinzig-Kreises – was Maintal zukünftig wäre – haben könnte.

„Wird eine Kreisfreiheit Hanaus die Stadt Maintal in besonderem Maße belasten?“, fragt sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Schäfer und spricht damit bereits die größte Sorge seiner Fraktion aus. Deshalb hat er eine umfangreiche Anfrage an den Magistrat der Stadt Maintal gestellt, mit detaillierten Fragen, gegliedert in zehn Themenblöcke mit jeweils einigen Unterpunkten. 

Allerdings gibt Schäfer dem Magistrat auch genügend Zeit: Die Anfrage ist laut Vorlage erst für die Sitzung im Februar 2019 geplant.

Nach Einschätzung des Freien Demokraten werde sich die Statik des Main-Kinzig-Kreises bei einem Ausscheiden der größten Stadt grundlegend verändern. Der Kreis verliere etwa ein Drittel seiner Einwohner und Maintal sei dann plötzlich die größte Stadt. „So eine Veränderung muss sich in den städtischen Finanzen und den Verwaltungsabläufen auswirken“, ist sich Schäfer sicher. Daher könne die Stadt nicht früh genug damit beginnen, sich auf diese neue Situation einzustellen. 

Um in der Stadtverordnetenversammlung die richtigen Entscheidungen treffen zu können, benötige man deshalb viele Informationen. Die FDP geht davon aus, dass der Fragenkatalog im kommenden Februar vom Magistrat beantwortet werden kann. „Ein ganz wichtiger Punkt wird die Frage der weiterführenden Schulen sein“, hebt der FDP-Stadtverordnete Leo Hoffmann einen Schwerpunkt der Fragen heraus. Als kreisfreie Stadt könne Hanau voraussichtlich noch stärker darauf drängen, dass in die Hanauer Schulen nur Hanauer Kinder gehen sollen.

Wenn dem so ist, müsse klar sein, was dies für die Maintaler Kinder bedeutet. „Wir müssen schon jetzt die richtigen Weichen dafür stellen, dass unsere Maintaler Kinder künftig eine gute schulische Bildung erhalten“, so der FDP-Bildungsexperte.

Den Maintaler FDP-Ortsvorsitzenden Klaus Gerhard interessiert besonders, welche Auswirkungen die Kreisfreiheit auf die Maintaler Infrastruktur haben wird. „Was bedeutet die Kreisfreiheit für Maintals Abwasserentsorgung und für die Verkehrsverbindungen zwischen Hanau und Maintal?“ Ebenso rechnet Gerhard mit Auswirkungen auf die Regionalplanung. „Hanau wird seine Kreisfreiheit durch mehr Wachstum im Bereich Wohnen und Gewerbe absichern wollen“, erwartet der FDP-Vorsitzende zusätzliche Auswirkungen auf Maintal.

„Müssen die Maintaler Bürger künftig für die Autozulassung nach Gelnhausen fahren?“, wirft Fraktionschef Schäfer eine ganz praktische Frage auf, welche die Bürger der Stadt bewegen dürfte.Schließlich würden in Hanau einige Kreisaufgaben wahrgenommen, die bei einer Kreisfreiheit nach Gelnhausen wandern könnten. 

Möglicherweise müsse sich auch die Maintaler Stadtverwaltung neu aufstellen, wenn bestimmte Bereiche der interkommunalen Zusammenarbeit mit Hanau nicht mehr möglich seien. „In jedem Fall erwarte ich eine Veränderung bei den Zahlungen der Kreis- und Schulumlage sowie dem kommunalen Finanzausgleich“, ist sich Schäfer sicher, dass der Austritt Hanaus aus dem Main-Kinzig-Kreis Spuren im städtischen Haushalt hinterlassen werde. 

Für die FDP-Fraktion sei klar, dass die Entscheidung über die Kreisfreiheit von der Stadt Hanau, dem Main-Kinzig-Kreis und dem Land getroffen wird: „Wir Maintaler stehen da mehr am Rand und können nur zusehen, was entschieden wird.“ Daher sei es umso wichtiger, dass der Magistrat sehr frühzeitig die Interessen der Stadt in die Diskussion einbringe, damit diese von den Verhandlungspartnern berücksichtigt würden. Die Anfrage der FDP-Fraktion solle dazu beitragen, diese Interessen besser zu formulieren. „Die Anfrage wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass sich die Maintaler Stadtverordnetenversammlung mit dem Thema der Kreisfreiheit Hanaus beschäftigen wird“, ist sich Schäfer sicher. das



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