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Maintaler Daniel Altstadt spricht aus Opfersicht über Paketbetrug

Maintal

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    Dreiste Masche: Jemand bestellt Pakete auf Daniel Altstadts Namen. Da der Betrüger auch eine Abstellerlaubnis erteilt hat, stellt der Paketdienst die Sendung vor der Garage ab. Altstadt sieht nichts von dem Paket – erhält aber die Mahnungen wegen Nichtbezahlens. Foto: Pixabay
  • Weil er sich gegen den Betrug zur Wehr setzt, entsteht Daniel Altstadt letztlich kein direkter Schaden. Dennoch: „Mich nervt es einfach nur. Ich verliere jedes Mal Zeit, weil ich immer zur Polizei gehen und eine neue Anzeige erstatten muss.“ Foto: Gepperth

Maintal. In Maintal gab es eine Reihe von Betrugsfällen, bei denen vermeintliche Empfänger von Paketen erst nach Wochen merken, dass sie Opfer einer Straftat wurden. Wir haben mit einem der Betroffenen gesprochen und die Polizei gefragt, wie man in solchen Fällen reagieren sollte.

Artikel vom 15. Juni 2018 - 15:28

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Von Jan Max Gepperth

Als Daniel Altstadt den ersten Brief erhielt, war ihm schon klar, dass es sich um Betrug handelt. Doch die Art und Weise war ihm neu. „Ich dachte, dass das so eine Fake-Rechnung ist. Jemand schickt eine Rechnung und hofft, dass man die dann einfach bezahlt.“ Doch das war nicht der Fall. Nach einem kurzen Anruf wurde klar: Die Rechnung war echt.

Jemand hatte bei einem Unternehmen Ware im höheren dreistelligen Bereich bestellt und diese zu Altstadts Adresse senden lassen. Hierbei wurde dem Paketzusteller zusätzlich eine Abstellerlaubnis erteilt, sodass die Sendung vor der Garage abgelegt wurde.

Meist sind schon mehrere Wochen vergangen, wenn die Mahnungen kommen
Insgesamt fünf Mal wurde der gelernte Autosattler Opfer dieser Masche. Im Zeitraum zwischen 12. Februar und 1. März kam es zu fünf Bestellungen bei fünf unterschiedlichen Unternehmen. „Man bemerkt es ja erst, wenn man den Brief bekommt“, erzählt der 23-Jährige, „die ersten Mahnungen kommen ja alle per E-Mail. Per Post kommt dann erst die letzte Mahnung oder direkt der Bescheid eines Inkasso-Unternehmens.“ Meist sind zu diesem Zeitpunkt bereits vier oder sogar mehr Wochen vergangen.

Die Polizei empfiehlt in dieser Situation folgende Vorgehensweise: „Die betroffenen Bürger sollten umgehend bei uns Anzeige erstatten, mit dem Versender Kontakt aufnehmen und gegebenenfalls die Bestätigung der Anzeigenerstattung einreichen.“

„Mich nervt es einfach nur.“
Das ist auch der Weg, den Altstadt eingeschlagen hat. „Ich habe immer direkt da angerufen und einen Datenabgleich verlangt. Wenn schon die Mailadresse nicht übereinstimmt, werden die Unternehmen meist stutzig. Sie bitten einen dann, die Bestätigung der Anzeige zu schicken, und das Thema ist für einen selbst gelaufen.“ Als wirklich geschädigt fühlt sich der junge Mann nicht. Es entstehe ihm kein direkter Schaden. Vielmehr seien es die Unternehmen, die auf den Kosten sitzen blieben. „Mich nervt es einfach nur. Ich verliere jedes Mal Zeit, weil ich immer zur Polizei gehen und eine neue Anzeige erstatten muss.“

Insgesamt sind laut Polizeiangaben seit Anfang des Jahres ungefähr 20 Fälle in Maintal registriert worden, bei denen Betrüger mit dieser Masche sich Waren erschlichen haben. Hierbei soll es vier Geschädigte geben. Altstadt rät allen, denen so etwas passiert: „Keine Panik bekommen! Einfach zur Polizei gehen, dann hat man seine Ruhe.“

Bürger können Tätern das Leben erschweren
Um Tätern, die eine solche Betrugsmethode verwenden, das Leben schwerer zu machen, sieht die Polizei folgendes Vorgehen vor: Die Bürger sollen mit der Nachbarschaft vereinbaren, wo Pakete in Abwesenheit abgegeben werden können. Auch über sogenannte „Terrassenverträge“ sollten vertrauenswürdige Nachbarn informiert werden, damit diese dann bei verdächtigen Lieferungen stutzig werden. Die Polizei kann jederzeit (lieber einmal zu viel als einmal zu wenig) angerufen werden, lautet der Ratschlag. Dann ist es vielleicht sogar möglich, die Täter auf frischer Tat zu ertappen.

Insgesamt kann man sich jedoch nicht hundertprozentig vor dieser Art des Betrugs schützen. Daniel Altstadt zeigt sich davon jedenfalls nicht beeindruckt und hofft einfach, dass die Polizei die Täter fassen wird. „Die einzige Möglichkeit, dass so etwas nicht mehr passiert, ist, wenn die Zahlung per Rechnung für Privatpersonen abgeschafft wird“, fasst er abschließend zusammen.

 Für eine persönliche Beratung können sich Bürger auch mit Polizeihauptkommissar Stefan Adelmann von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Hanau unter der Rufnummer 0 61 81/10 02 33 in Verbindung setzen.



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