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Main-Fähre: Grüne wollen eine kurzfristige Lösung

Maintal

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    Die Maintaler Grünen sehen angesichts der Kosten und des langen Zeitraums bis zur Realisierung eine Brücke über den Main nicht als Alternative für die im vergangenen Oktober stillgelegten Fähre. Sie fordern stattdessen eine Reaktivierung der Fähre und eine Kostenbeteiligung aller Gebietskörperschaften, also der Landkreise Main-Kinzig und Offenbach sowie der Städte Maintal und Mühlheim. Archivfoto: Kalle

Maintal. Für Überraschung sorgte in der vergangenen Woche der Vorstoß der Stadt Hanau, sich bei der Neugestaltung des Regionalplans Südhessen und des Regionalen Flächennutzungsplans für eine Mainbrücke zwischen Dörnigheim und Kesselstadt nach Mühlheim stark zu machen. Auf Skepsis stoßen diese Pläne bei den Maintaler Grünen.

Artikel vom 13. Juni 2018 - 12:48

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„Grundsätzlich sehen wir aus Sicht Maintals keine Notwendigkeit für eine Brücke und halten eine Fährverbindung angesichts der Nutzerzahlen für ausreichend“, wird Hartmut König, für die Grünen im Verkehrsausschuss, in einer Mitteilung zitiert. Nach Ansicht der Maintaler Grünen sei eine Mainbrücke zwischen Kesselstadt und Mühlheim-Dietesheim auch kein Argument, die Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Fähre zwischen Mühlheim und Dörnigheim in Frage zu stellen. „Ein solches Projekt, wie es Hanaus Stadtrat Thomas Morlock vorgeschlagen hat, liegt noch ziemlich weit in der Zukunft. Zehn Jahre sind erfahrungsgemäß bei solchen Vorhaben für das Planungs- und Genehmigungsverfahren als Minimum anzusehen“, schätzt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Monika Vogel. „Auch wenn die Maintaler CDU sich für eine Mainbrücke stark macht, brauchen wir für das Problem der Verbindung nach Mühlheim eine kurzfristige Lösung, langfristige Pläne helfen hier nicht weiter“, so Vogel.

Kosten sollten beachtet werden
Auch wenn sich die Stadt Maintal an der vorgeschlagenen Brücke finanziell nicht beteiligen muss, sollte man dennoch die Kosten im Auge behalten, gibt König zu bedenken: „Eine Brücke würde jedenfalls ein Mehrfaches von dem kosten, was beispielsweise eine neue, leistungsfähigere und umweltverträglichere Fähre kosten würde. Darüber hinaus würde eine Brücke zusätzlichen Durchgangsverkehr durch Dörnigheim verursachen, was ebenfalls nicht im Sinne Maintals sein kann.“

Auch Friedhelm Duch, stellvertretender Fraktions-chef der Grünen, sieht die vorgeschlagene Brücke nicht im Interesse der Maintaler Bürger. „Zunächst ist der Standort oberhalb der Kläranlage so gewählt, dass er als Ersatz für alle, die die andere Mainseite zu Fuß oder mit dem Rad erreichen wollen, unattraktiv ist, weil für diese Zwecke bereits eine Querung an der Schleuse Kesselstadt existiert, die aber wegen des großen Umwegs kaum genutzt wird. Wir treten daher weiter für die Wiederinbetriebnahme der Fähre ein, wobei wir ganz entschieden eine Kostenbeteiligung aller Gebietskörperschaften einfordern“, machen die Maintaler Grünen klar.

Auswirkungen auf die Fähre
Langfristig könnte sich der Bau einer Brücke nach ihrer Ansicht allerdings auf die Fährverbindung auswirken. „Sollte man sich zunächst auf die Instandsetzung der Fähre verständigen und die Hanauer Pläne tatsächlich realisiert werden, wäre bei einer Neubeschaffung in zehn oder 20 Jahren eine Fähre für Fußgänger und Radfahrer möglicherweise ausreichend“, erklären die Maintaler Grünen.  das

 



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