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Razzia gegen Schwarzarbeit: Festnahmen auch in Maintal

Maintal

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    Großeinsatz für Polizei und Zoll an einem Hotel in Maintal. Foto: Gepperth

Rhein-Main/Maintal. Bargeld, Waffen und organisierte Schwarzarbeit: Rund 1000 Beamte von Zoll, Polizei und Bundespolizei waren am Donnerstagmorgen im Rhein-Main-Gebiet und vier weiteren Bundesländern bei einer großangelegten Razzia im Einsatz. Auch ein Hotel in Maintal-Bischofsheim wurde durchsucht.

Artikel vom 24. Mai 2018 - 15:22

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Ziel war ein illegales Netzwerk von Bau- und Scheinfirmen. Vier mutmaßliche Haupttäter wurden festgenommen, größere Summen Bargeld beschlagnahmt und Konten gepfändet.

Den Festgenommenen werden laut einer Mitteilung des Zolls und der Staatsanwaltschaft gewerbs- und bandenmäßiger Betrug, Hinterziehung von Sozialabgaben und Steuern sowie Schleusung in großem Umfang vorgeworfen.

Festnahmen in Maintaler Hotel
Insgesamt durchsuchten die Ermittler 54 Wohnungen, Geschäftsräume sowie ein Maintaler Hotel. Illegal beschäftigte Arbeiter einer Baufirma sollen im dem Hotel untergebracht und von dort auf Baustellen geschickt worden sein. Auch das Hotelpersonal sei nicht ordnungsgemäß beschäftigt.

Vier der mutmaßlichen Drahtzieher wurden verhaftet, drei davon in Maintal. Darunter das Familienoberhaupt des Clans und Kopf der Bande, ein 53-Jähriger mit bosnisch-herzegowinischer Staatsangehörigkeit, sein 29-jähriger Sohn und ein 40-jähriger Verwandter mit serbischer Staatsangehörigkeit sowie ein weiterer 37-jähriger Serbe. Gegen mehr als 120 Arbeiter wurden Ermittlungen wegen des Verdachtes auf illegalen Aufenthalt eingeleitet.

Familienclan mit serbischem Ursprung
Bei einer der  mutmaßlichen Tätergruppen handelt es sich Polizeiangaben zufolge um einen Familienclan mit serbischem Ursprung. Mit unterschiedlichen Methoden versuchten die mutmaßlichen Täter, die Schwarzarbeit zu verschleiern und so hunderte Arbeiter aus Serbien, Bosnien und Herzegowina vermeintlich legal auf den Baustellen einzusetzen.

Weiterhin soll sich der Clan einer kriminellen Bande von Vermittlern bedient haben, die überwiegend aus Serbien stammende Arbeiter über slowenische Baufirmen mit gefälschten oder zu Unrecht ausgestellten Papieren nach Deutschland schleuste.

Bargeld und Waffen gefunden
Mitarbeiter des Zolls sicherten Vermögenswerte und pfändeten Konten sowie offene Forderungen für erbrachte Bauleistungen. Insgesamt erließ das Amtsgericht Frankfurt Vermögens-Arreste von mehr als 19 Millionen Euro. Bei dem Einsatz wurden auch Bargeldspürhunde des Zolls und der Polizei eingesetzt, die mehr als 160 000 Euro Bargeld sowie zwei Waffen entdeckten. djk



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