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Hat die Mainkultur eine wirtschaftliche Zukunft?

Maintal

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    Sie war im vergangenen Sommer ein beliebter Treffpunkt am Mainufer in Dörnigheim. Doch ob die Mainkultur auch dieses Jahr stattfinden wird, ist alles andere als sicher. Archivfoto: Kalle

Maintal. Eigentlich ist das Mainufer in Dörnigheim der perfekte Ort für eine Gastronomie im Sommer. Auf der Wiese – die Dörnigheimer Altstadt im Rücken, den träge dahinfließenden Main im Blick – lässt sich bei einem kühlen Getränk gut entspannen. Ob es allerdings in diesem Sommer Liegestühle am Main geben wird, ist fraglich.

Artikel vom 08. März 2018 - 13:27

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Von Monica Bielesch

Das praktiziert der Gastronom Khosran „Rocky“ Musleh schon einige Jahre erfolgreich in Großauheim am Mainufer. In Maintal dagegen ist die Außengastronomie Mainkultur im vergangenen Jahr verspätet gestartet.

Es war im Rahmen einer Diskussion über ein Konzept zum Mainufer in der Stadtparlamentssitzung. Vorgelegt hatte es die Stadtleitbildgruppe Mainufer und die FDP-Fraktion stellte dazu in der Sitzung Anfang Februar detaillierte Änderungsanträge. Einer der fünf Punkte der schriftlichen FDP-Ergänzungen lautet: „Die Einrichtung einer dauerhaften Außengastronomie am Mainufer wird weiter vorangetrieben. Dabei wird auf die Erfahrungen des Feldversuchs in 2017 zurückgegriffen. Die technischen und wirtschaftlichen Planungen sowie das vorgesehene Vergabeverfahren für eine Dauerlösung sind der Stadtverordnetenversammlung vorzulegen.“

Gemischte Gefühle beim Betreiber
In der FDP-Begründung dazu heißt es zwar, dass die Außengastronomie zu einer zusätzlichen Aufwertung des Mainufers beitragen könne und daher in das Konzept der Stadtleitbildgruppe Eingang finden sollte. Aber die Liberalen formulieren weiter: „Die Außengastronomie ist auszuschreiben.“ Der aktuelle Betreiber der Mainkultur, Ahmet Cetiner, sieht diesen Antrag mit gemischten Gefühlen. Denn seine vertragliche Vereinbarung mit der Stadt, die Mainkultur zu betreiben, geht nur über drei Jahre.

„Obwohl ich aus wirtschaftlichen Gründen um einen Fünf-Jahres-Vertrag gebeten hatte“, berichtet der Maintaler Unternehmer. Denn eine solche neue Gastronomie-Location bräuchte erfahrungsgemäß zwei bis drei Jahre, um bekannt zu werden. „Schließlich hat sie ja nur im Sommer geöffnet.“ Erst im vierten oder fünften Jahr könnte ein Betreiber mit Gewinnen rechnen.

Außengastronomie in Dörnigheim hat Potenzial
Wenn sein Vertrag nach Ablauf der drei Jahren auslaufe, die Stadt die Mainkultur ausschreibe und ein anderer Betreiber den Zuschlag erhalte, dann, so Cetiner „habe ich den Standort zum Laufen gebracht und jemand anderes profitiert davon“. Denn schließlich hätten mögliche Interessenten nun gesehen, dass eine solche Außengastronomie in Dörnigheim Potenzial hat.

Das wirtschaftliche Risiko für ihn sei groß, meint Cetiner. Daher überlege er, ob er in diesem Sommer die Außengastronomie überhaupt noch anbieten solle. Der Unternehmer, der in Maintal ein Logistikunternehmen betreibt, bedauert, dass die Stadt und die Politik in Maintal innovatives Unternehmertum wenig honorieren würden. Schon bei seinem Vorstoß in Sachen E-Mobilität und E-Car-Sharing wurde Cetiner von politischen Entscheidungen gestoppt. „Ist es jetzt immer so, wenn jemand eine Idee in Maintal hat, dann wird seine Idee enteignet und sofort ausgeschrieben?“, fragt Cetiner, „dann braucht auch keiner mehr eine eigene Idee in dieser Stadt haben.“

So kann es es gehen
Ein Blick über den Tellerrand in die Nachbarstadt Hanau zeigt, wie eine Saisongastronomie funktionieren könnte. Dort betreibt der Gastronom Khosran „Rocky“ Musleh im Sommer den Mainladen am Ufer in Großauheim seit drei Jahren. „Wir gehen in unsere vierte Saison“, so Musleh auf Nachfrage.

In Großauheim ist mit dem Mainladen ein Erholungsort entstanden zum Entspannen und Auftanken. Musleh, der seit 15 Jahren Gastronom und auch in der Eventbranche tätig ist, hat den Mainladen professionell aufgebaut und etabliert. Dass ein solcher Erholungsort auch in Dörnigheim am Mainufer funktioniert, hat sich im vergangenen Jahr gezeigt. Zumindest in diesem Punkt sind Cetiner und die FDP sich einig.

 



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