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Bürgermeisterwahl Langenselbold: Greuel genießt, Dillmann hofft

Langenselbold

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    Lachen für die Fotografen: So harmonisch wie im Wahlkampf ging es gestern Abend auch beim Kandidaten-Foto mit (von links) Timo Greuel (SPD), Axel Häsler (unabhängig), Tobias Dillmann (CDU) und Manfred Kapp (Freie Wähler) zu. Foto: Mike Bender

Langenselbold. Timo Greuel hat den Wahlsonntag mit seiner Familie verbracht – und sich mit Scrabble spielen abgelenkt. Kurz nach 18.30 Uhr kommt er mit seiner Lebensgefährtin in die Klosterberghalle. Da sind zwar erst acht von 15 Wahlbezirken ausgezählt, aber einige Besucher klopfen dem ihm trotzdem schon auf die Schulter. 

Artikel vom 20. Januar 2020 - 09:55

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Von Yvonne Backhaus-Arnold

47 Prozent stehen unter dem Namen Timo Greuel auf der Leinwand. Kein Wunder, dass die Stimmung am Tisch der Sozialdemokraten bestens ist. Hier stehen der Fraktionsvorsitzende der Kreis-SPD, Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna, seine Amtskollegen Erb aus Erlensee, Göllner aus Hammersbach und Hofmann aus Ronneburg sowie der Bundestagsabgeordnete Sascha Raabe und der Landtagsabgeordnete Christoph Degen beisammen.

SPD-Parteichef Bernd Kaltschnee strahlt und lobt das „fantastische Ergebnis“ seines Parteikollegen.
Dass es eine Stichwahl geben würde, ja, daran habe er geglaubt, sagt Greuel im Gespräch mit unserer Zeitung. Das er am Ende als Erster in eine Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Tobias Dillmann ziehen würde, habe er nicht gedacht. 

Viel Anerkennung für Axel Häsler

Kurz nach 19 Uhr ist denn auch der letzte (Brief-)Wahlbezirk ausgezählt. 52,24 Prozent der Langenselbolder haben ihre Stimme abgegeben, 47,07 Prozent für Timo Greuel, 30,23 Prozent für Tobias Dillmann, 4,72 Prozent für Manfred Kapp von den Freien Wählern und 17,98 Prozent für Axel Häsler.

Der unabhängige Bewerber ist der heimliche Sieger des Abends und „sehr zufrieden“ mit seinem Ergebnis, immerhin hat er einen Wahlkampf mit Familie und Freunden, aber ohne Team und Parteiapparat im Hintergrund geführt. „Eine Wahlempfehlung wie manch einer jetzt hofft, werde ich allerdings nicht abgeben“, kündigt Häsler mit Blick auf die Stichwahl am 2. Februar an.

Der Kandidat der Freien Wähler, Manfred Kapp, der nach eigenem Bekunden mit fünf bis acht Prozent der Stimmen gerechnet hatte, zollte Häsler ebenfalls großen Respekt. „Es war klar, dass uns seine Kandidatur Stimmen kosten würde. Er ist viel bekannter in Langenselbold“, so Kapp.

Dillmann gibt sich kämpferisch

Tobias Dillmann, der neben Beruf und Familie in den vergangenen Wochen und Monaten viel Zeit in den Wahlkampf investiert hatte, kommt als letzter der vier Kandidaten in die Klosterberghalle. 1000 Stimmen liegt Dillmann nach diesem ersten Wahlgang hinter dem SPD-Mann.

Nein, er sei nicht enttäuscht vom Ergebnis, aber doch überrascht, vor allem auch darüber, wie wenig Anerkennung die gute Arbeit der CDU in Langenselbold gefunden habe. 

Hier geht's zum Kommentar Yvonne Backhaus-Arnold.

„Die Wahl ist aber noch nicht verloren“, so Dillmann lächelnd und verhalten-kämpferisch. Dass der Ausgang der Stichwahl noch nicht entschieden ist, betont denn auch Heiko Kasseckert, der Landtagsabgeordnete und Vorgänger des noch-amtierenden CDU-Bürgermeisters Jörg Muth. 

Leikert mit Appell für CDU

Auch die Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert hofft bei der Stichwahl auf umgekehrte Vorzeichen. „Natürlich ist das Ergebnis heute nicht so, wie ich es mir wünschen würde“, so Leikert, „aber es sind noch zwei Wochen Zeit.“ Dillmann und die CDU seien – auch mit Blick auf die Entwicklung der Kommune – klar die bessere Wahl für Langenselbold.

Blickt man auf die Bereiche Gewerbe, Kaufkraft und Wohnen stünden Langenselbold und Bruchköbel im Vergleich am besten da, so die Vorsitzende der Kreis-CDU. „Das liegt daran, das Bürgermeister, Landtags- und Bundestagsabgeordnete hier Hand in Hand arbeiten.“

Greuel-Lager siegessicher

Klaus Schejna glaubt indes an einen Sieg von Timo Greuel. Als Erster Stadtrat habe er gezeigt, dass er's kann. „Er ist menschlich ein feiner Kerl und er kann auf die Leute zugehen. Das sind viele Attribute, die einen guten Bürgermeister ausmachen.“ 

Dass der Ausgang der Stichwahl längst noch nicht in trockenen Tüchern ist, wissen sie am SPD-Tisch. Schejna nennt es „keinen Selbstläufer“. Jetzt gibt's aber erstmal Blumen für Timo Greuel, ein Selfie und eine kurze Wahlkampf-Verschnaufpause zum Feiern. 



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