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Wahlkampf in Langenselbold kommt langsam in Fahrt

Langenselbold

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    Damm von den Selbolder Linken unterstützt die Kandidatur von Axel Häsler. Foto / Luftbild: Torsten Kleinerüschkamp / Axel Häsler

Langenselbold. Mit der Erklärung von Timo Greuel, Bürgermeisterkandidat der Langenselbolder SPD, eine Multifunktionshalle errichten zu wollen, ist richtig Fahrt in den Langenselbolder Bürgermeisterwahlkampf gekommen.

Artikel vom 05. Dezember 2019 - 14:27

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Nun kontert Tobias Dillmann (CDU), der ebenfalls Bürgermeister werden möchte. Stadtverordnetenvorsteher Dillmann wirft Erstem Stadtrat Greuel indirekt Ideenklau vor. Indes hat Hans-Georg Damm, Vorsitzender des neuen Langenselbolder und Hasselrother Ortsverbandes Die Linke erklärt, dass Die Linke den parteilosen Bürgermeisterkandidaten Axel Häsler unterstützen wird. 

„Die CDU Langenselbold freut sich über den jüngsten Vorstoß des Ersten Stadtrats, ein wichtiges CDU-Projekt aus dem vergangenen Kommunalwahlkampf voranzubringen“, heißt es süffisant in einer Presseerklärung der Langenselbolder CDU. 

Christdemokraten freuen sich über die mögliche Annäherung

Konkret gehe es um die Planung einer Sport- und Mehrzweckhalle, die den Langenselbolder Vereinen zugutekommen solle. Greuel hatte das Projekt Multifunktionshalle genannt.

 „Endlich bewegt sich der Erste Stadtrat auf die CDU zu und bietet uns bei unserem Vorhaben offenbar seine Unterstützung an“, fühlt sich CDU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Mohn bestätigt.

Mehrzweckhalle bereits 2016 von der CDU angestrebt

Schon im Kommunalwahlkampf 2016 habe die Langenselbolder CDU gefordert, eine Mehrzweck- und Sporthalle neu zu errichten, um die Langenselbolder Vereine bei ihren Trainingsmöglichkeiten zu unterstützen. 

Im Wahlprogramm der Langenselbolder CDU 2016 hieß es: „Die CDU Langenselbold ist bestrebt, in den kommenden Jahren das lokale Angebot an Indoor-Sportmöglichkeiten zu erweitern. Hierzu kann der Neubau einer Sport- und Mehrzweckhalle geprüft werden, um die Vereine bei ihren Trainingsmöglichkeiten nachhaltig zu unterstützen. Der Bau einer neuen Sporthalle ist abhängig von den finanziellen Möglichkeiten und könnte auch in Zusammenarbeit mit Vereinen oder einem Investor realisiert werden. Hierfür könnte man beispielsweise die vorhandene Infrastruktur in der Nähe des Thermo-Fisher-Stadions nutzen und ausbauen.“ 

Freude bei der CDU

Die Passage sei beinahe wortgleich in den Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD übernommen worden, so die CDU. Aufgrund der zuletzt angespannten Haushaltslage sei die Umsetzung zuletzt aufgeschoben worden.

Die Christdemokraten seien von der Bereitwilligkeit der Sozialdemokraten, das Projekt der CDU mit zu unterstützen, begeistert. Allerdings hätte sich die CDU vom Finanzdezernenten bei der Kostenaufstellung mehr Sorgfalt gewünscht. „Wir freuen uns sehr, dass die SPD hier auf unseren Kurs einschwenkt und sich der Erste Stadtrat bereit erklärt, uns bei unserem Projekt zu assistieren. Wir laden ihn sehr gerne ein, sich unsere konkreten Vorschläge anzuhören“, betont Mohn. 

Kultur- und Vereinsleben der Stadt sei vielfältig

„Allerdings müssen wir dann auch über die Betriebskosten der neuen Mehrzweckhalle sprechen. Neben den genannten 100 000 Euro Abschreibungen fallen dann noch geschätzte Betriebskosten von zirka 70 000 Euro jährlich und die zu zahlenden Darlehenszins- und Tilgungsleistungen an, die den Haushalt und damit die Bürger belasten“, so Mohn weiter. „In Summe kann dies mehr als 300 000 Euro jährlich bedeuten. Eine neue Mehrzweckhalle darf nicht zu Steuererhöhungen führen. Ergebnis unserer Idee könnte schon ein Prüfantrag in der ersten Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2020 sein“, kündigten die Christdemokraten an. 

Für die CDU sei die Unterstützung der örtlichen Vereine ein wichtiges Thema. „Das Kultur- und Vereinsleben in Langenselbold ist, trotz mancher Widrigkeit, vielfältig. Dies ist den vielen Ehrenamtlichen zu verdanken, die sich in ihren Vereinen engagieren“, hält CDU-Bürgermeisterkandidat Tobias Dillmann seine Eindrücke nach den vielen Vereinsbesuchen fest. 

Schnelle Umsetzung sei, was zähle

„Es ist eine Frage der Anerkennung und des Respekts, als Stadt gute Rahmenbedingungen zur Unterstützung des aktiven Vereinslebens zu schaffen“, so Dillmann weiter. Sowohl für die CDU als auch für die Bürger ist es irritierend, dass das Thema Mehrzweckhalle als neue Vision dargestellt wird, da dies ohnehin im Koalitionsvertrag geregelt ist und unabhängig vom Wahlausgang umgesetzt werden soll.

„Das Einzige, was für uns zählt, ist eine schnelle Umsetzung, sobald es die finanzielle Lage zulässt. Ein derartiges Ansinnen des Ersten Stadtrates vermittelt eher den Eindruck, dass es sich lediglich um ein Versprechen im Wahlkampf handelt. Die CDU wird keine neuen Belastungen eingehen, die Steuererhöhungen nach sich ziehen. Erst mal müssen die Steuern wieder auf das Niveau von 2016 gesenkt werden. Unser Gesprächsangebot steht jedenfalls“, so Mohn und Dillmann. tok



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