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IG Metall kündigt ersten Warnstreik bei Thermo Fisher an

Langenselbold

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    Der seit Frühjahr 2018 schwelende Konflikt um die Verlagerung von bis zu 100 Arbeitsplätzen vom Standort des US-Technologieunternehmens Thermo Fisher in Langenselbold nach Ungarn beziehungsweise Schottland scheint nun zu eskalieren. Archivfoto: Axel Häsler

Langenselbold. Die IG Metall ruft für  Dienstag zu einem Warnstreik bei Thermo Fisher auf. Darüber informierte Robert Weißenbrunner, erster bevollmächtigter Geschäftsführer der IG Metall Hanau-Fulda, am Sonntag in einer Pressemitteilung.

Artikel vom 13. Oktober 2019 - 18:50

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Man wolle damit „ein deutliches Zeichen setzen für die berechtigten Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag“, heißt es in dem Schreiben.

Der Warnstreik soll um 11 Uhr vor dem Haupteingang der Firma Thermo Fisher an der Robert-Bosch-Straße 1 in Langenselbold beginnen. Anschließend sollen die Streikenden zum Rathausplatz demonstrieren, wo eine Abschlusskundgebung geplant ist. Das Ende ist gegen 13.30 Uhr vorgesehen.

Die IG Metall habe, laut Weissenbrunner, alle Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker, die bislang solidarisch an der Seite der Beschäftigten gestanden haben, ebenfalls zu der Aktion eingeladen.

Protestaktionen auch an den anderen Standorten

Parallel zum ersten Warnstreik am Standort Langenselbold werden auch an anderen Standorten des Thermo Fisher-Konzerns verschiedene Protestaktionen durchgeführt, kündigt Weissenbrunner an. Unter anderem werde eine größere Delegation der Belegschaft des Thermo Fisher-Standorts in Bremen am Dienstag in Langenselbold erwartet.

Hintergrund des Streiks ist der geplante Stellenabbau und die Verlagerung von Stellen bei dem Selbolder Unternehmen. „Weiterhin sollen völlig unnötig Arbeitsplätze abgebaut und verlagert werden. Der Arbeitgeber hat den Verhandlungstisch mit dem Betriebsrat verlassen und versucht nun, über die inzwischen vom Landesarbeitsgericht eingesetzte Einigungsstelle, seine Interessen einseitig durchzusetzen“, so der IG Metall Geschäftsführer, dessen Gewerkschaft die Unternehmensleitung zu Sozialtarifverhandlungen aufgefordert hatte.

Arbeitgeber lehnt Tarifverhandlungen mit IG Metall ab

Sowohl der Betriebsrat als auch die IG Metall hatten in den vergangenen Monaten versucht, nach Lösungen in dem schwelenden Konflikt zu suchen. „Dass der Arbeitgeber diesen konstruktiven Weg nun verlassen hat und über eine Einigungsstelle seine Interessen einseitig durchsetzen will, stößt in der Belegschaft auf völliges Unverständnis.

Dem Ganzen wird dadurch die Krone aufgesetzt, dass sich der Arbeitgeber bis heute weigert, in Tarifverhandlungen mit der IG Metall einzusteigen. Das ist nicht unsere Vorstellung von fairen und konstruktiven Verhandlungen auf Augenhöhe mit allen Belegschaftsvertretern“, sagt Weissenbrunner.

Ultimatum war abgelaufen

Vor möglichen ersten Arbeitskampfmaßnahmen hatte die IG Metall der Konzern- und Geschäftsleitung ein Ultimatum bis zum gestrigen Sonntag gestellt und sie öffentlich aufgefordert, ihre Verweigerungshaltung zu überdenken. „Wir müssen feststellen, dass der Arbeitgeber diese ausgestreckte Hand erneut ausgeschlagen hat“, so Weissenbrunner.

Die Auseinandersetzung in Langenselbold und insbesondere der Umgang mit Betriebsrat und IG Metall habe beispielhaften Charakter für alle deutschen Konzernstandorte. Die Solidarität aus anderen Konzern-Unternehmen sei hoch und die Konzernleitung müsse ab sofort damit rechnen, dass der Konflikt nun auch an den anderen deutschen Standorten eine zentralere Rolle einnehmen wird.

IG Metall ist weiterhin zu Gesprächen bereit

„Wir sind weiterhin bereit, konstruktive Lösungen in diesem Konflikt zu finden. Wir fordern die Geschäfts- und Konzernleitung erneut auf, ihre Verweigerungshaltung zu beenden, bevor ein Flächenbrand entsteht“, heißt es seitens der IG Metall Hanau-Fulda. kb



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