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Thermo Fisher: IG Metall bereitet sich auf Arbeitskampf vor

Langenselbold

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    Bereits im Vorjahr hat die geplante Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland für Unmut gesorgt: Zahlreiche Arbeitnehmer protestierten gegen die Entscheidung des Vorstands. Archivfoto: Axel Häsler

Langenselbold. Der seit Frühjahr 2018 schwelende Konflikt um die Verlagerung von bis zu 100 Arbeitsplätzen vom Standort des US-Technologieunternehmens Thermo Fisher in Langenselbold nach Ungarn beziehungsweise Schottland scheint nun zu eskalieren.

Artikel vom 21. August 2019 - 12:46

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In einer Pressemitteilung erklärte die IG Metall Hanau-Fulda gestern, dass sie „sich auf einen möglichen Arbeitskampf“ vorbereite. Für den morgigen Donnerstag, 22. August, kündigte die Gewerkschaft an, dass sich die Belegschaft von Thermo Fisher um 15 Uhr zu einer IG Metall-Mitgliederversammlung im großen Saal des Dragonerbaus in Selbold einfinden werde.

Autokorso durch die Stadt soll als Protestaktion ein Zeichen setzen

Dort sollen dann die Forderungen eines Sozialtarifvertrags festgelegt werden, um „damit eine Tarifbewegung zu beginnen“. Die Mitarbeiter sollen zuvor um 14.15 Uhr einen Autokorso vor dem Haupteingang von Thermo Fisher starten, der durch Langenselbold bis zum Klosterberg führen soll.

Die IG Metall wirft der Konzernleitung von Thermo Fisher vor, dass diese weiterhin die Entlassung von bis zu 100 Beschäftigten in Selbold betreibe, um Arbeitsplätze nach Ungarn und Schottland zu verlagern. 

„Seit Monaten finden dazu Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat statt, um faire Lösungen bezüglich eines Sozialplans und eines Interessenausgleiches auszuhandeln. Trotz weitreichender Zugeständnisse von Betriebsrat und IG Metall will die Konzernleitung diese Gespräche jetzt beenden und ihre Interessen durch das gerichtliche Einsetzen einer Einigungsstelle durchsetzen“, führt Gewerkschaftssekretär Daniel Müller zur aktuellen Lage aus.

Arbeitskampfmaßnahmen? - IG Metall fordert fairen Kompromiss

Vor Monaten, so Müller weiter, habe die IG Metall schon angekündigt, dass sie „auf alle Arbeitskampfmaßnahmen verzichtet, so lange es einen erkennbaren Willen gibt, den Konflikt in ernsthaften Verhandlungen im Betrieb durch einen fairen Kompromiss“ zu lösen. „Dass sich der Konzern nun weiterer konstruktiver Gespräche verweigert, ist für uns das klare Signal, dass der Arbeitgeber die Situation unnötigerweise eskalieren lassen will. Wir werden daher nun mit den Vorbereitungen beginnen, die Interessen der Beschäftigten auch mit allen gewerkschaftlichen Mitteln durchzusetzen“, kündigte Müller gestern unmissverständlich an.

Der drohende Arbeitskampf könne laut IG Metall noch verhindert werden, wenn die Geschäftsführung von Thermo Fisher „ihren Kurs ändert und wieder auf eine faire Lösung am Verhandlungstisch setzt“.

Für den Fall, dass dies nicht geschehe, will die IG Metall durch das Aufstellen von Sozialtarifforderungen und damit verbundenen Arbeitskampfmaßnahmen „den Druck auf die Konzernleitung deutlich erhöhen“. leg



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