Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
wolkig
14 ° C - wolkig
» mehr Wetter

Selbsthilfe Körperbehinderter baut 22 Wohnungen

Erlensee

  • img
    Leiten die Projekte: Klaus Wagner (hinten von links), Michael Becker und Uwe Schneider (vorne). Foto : Weber
  • So soll der dritte Wohnpark einmal aussehen: Geplant hat das Gebäude das Architekturbüro Heitzenröder in Erlensee. Visualisierung:  PM

Erlensee. Barrierefreier und bezahlbarer Wohnraum in bester Lage. Das ist eine Kombination, die man in  Innenstädten kaum noch findet. In Erlensee wird ein solches Projekt vorangetrieben. Die Selbsthilfe Körperbehinderter Hanau/Gelnhausen möchte an der Langendiebacher Straße ihren dritten integrativen Wohnpark verwirklichen.

Artikel vom 28. August 2019 - 14:03

Anzeige

Von Holger Weber

Gleich neben dem Rewe-Getränkemarkt entstehen 22 Wohnungen. „Platz wäre dort für die doppelte Anzahl, allerdings fehlt uns dafür noch das Geld“, sagt Uwe Schneider, der Vorsitzende der SHK. Der sogenannte IWP III wird rund 5,2 Millionen Euro kosten.

Das Grundstück wird im Rahmen des vom Main-Kinzig-Kreis aufgelegten sogenannten Pipa-Modells von der Stadt Erlensee auf Erbpacht-Basis zur Verfügung gestellt. „Anders könnten wir den Wohnraum nicht bezahlbar gestalten“, sagt Schneider. Die Kommunen müssen demnach ein Wohnbelegungsrecht für die Dauer der Erbpacht einräumen und einen Mietzins in Höhe von sieben Euro pro Quadratmeter Wohnfläche auf fünf Jahre festlegen. Der Kreis bezuschusst den Bau der Anlage mit rund 400 000 Euro, die Bewilligung hat Landrat Thorsten Stolz bereits im vergangenen Jahr in Erlensee vorbeigebracht.

„Wir wollen keine Gettobildung"

Die Selbsthilfe Körperbehinderter betreibt in Erlensee gegenüber dem Hallenbad bereits zwei weitere integrative Wohnparks. Der erste wurde 1994 in Betrieb genommen, der zweite kam 2007 hinzu. Mit dem dritten Teil steigt die Zahl der von der SHK verwalteten Wohnungen von derzeit 61 (alle sind zwischen 52 und 106 Quadratmeter groß) auf 83.

Das Ziel des Vereins ist die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft und den Abbau von Vorurteilen. „Wir wollen keine Gettobildung, deshalb leben bei uns behinderte und Menschen ohne Behinderung zusammen“, erklärt Schneider.

Es gibt auch Übergangswohnungen

Flankiert wird das Angebot durch die SHK Service GmbH, eine ebenfalls gemeinnützige Tochter des Vereins, die sich darum kümmert, dass Menschen trotz Behinderung oder Erkrankung in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können – sei es im Wohnpark selbst oder auch außerhalb der Einrichtung. Die Service GmbH bietet Beratung und Unterstützung bei der Suche nach Selbsthilfegruppen, Therapeuten, Ärzten und ambulanten Pflegediensten. Auch unterstützen die Mitarbeiter Kinder und Jugendliche mit Behinderungen beim Unterrichtsbesuch in der Schule.

Erstmals wird es in dem neuen Wohnpark auch zwei sogenannte Übergangswohnungen geben, die mit jeweils drei Personen besetzt werden können. Die Einrichtungen sollen vor allem Menschen helfen, die beispielsweise einen Unfall hatten und aus diesem Grund vorübergehend nicht in ihrer eigenen Wohnung leben können, erläutern Michael Becker, der Geschäftsführer der SHK Service GmbH, und Klaus Wagner, der künftig diese Einrichtungen koordinieren soll. Der Bedarf für bezahlbaren Wohnraum sei riesig, so Schneider. Auf der Warteliste für die bestehenden Wohnparks stünden bereits 70 Personen.

Wer den gemeinnützigen Verein Selbsthilfe Körperbehinderter unterstützen möchte, kann dies zum Beispiel am Mittwochabend bei der Podiumsdiskussion des HANAUER ANZEIGER in der Erlenhalle tun oder Spenden an folgende Bankverbindung überweisen: VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG, BLZ 506 616 39, Konto 3 111 62



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.