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Paket löst Uran-Alarm in Erlensee aus

Erlensee

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    Auf Nummer sicher: Die Feuerwehrleute wurden nach ihrem Einsatz mit einem Geigenzähler auf mögliche Radioaktivität untersucht. Foto: Andreas Ziegert
  • Ein Paket mit weißen Steinen löste einen Alarm aus. Symbolfoto: pixabay

Erlensee. In Erlensee hat ein an die falsche Adresse geliefertes Paket am Samstagmittag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Die Empfänger hatten radioaktives Material in der Postsendung vermutet, wie ein Sprecher der Feuerwehr dem hr bestätigte. Am Ende war aber alles nur ein Irrtum.

Artikel vom 23. Februar 2019 - 19:00

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Auf den ersten Blick undefinierbare und vermeintlich radioaktive Gesteinsbrocken in einem Paket haben am vergangenen Samstag in Erlensee einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. 

Gegen 13 Uhr war die Polizei in Hanau über den Fund eines „merkwürdigen Päckchens“ auf einem Grundstück in der Gartenstraße informiert worden. Die Polizei stellte vor Ort schnell fest, dass es sich um ein geöffnetes „Postpaket“ handelte, dass an eine andere Anschrift adressiert war und in dem sich nicht bestimmbare Gesteinsfragmente befanden. 

Bei der Durchsicht der in dem offenen Päckchen befindlichen Papiere ergab sich der Hinweis auf einen Absender aus einer Stadt in Tschechien, die für ihre Uranminen bekannt ist. Da zu diesem Zeitpunkt nicht feststand, ob von der nicht bestimmbaren Substanz eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausging, wurden durch die Polizei der Fundort großräumig evakuiert und Spezialkräfte der Feuerwehr angefordert. Weiterhin wurden anliegende Straßen gesperrt und der Verkehr abgeleitet. Die unverzüglich durch die Feuerwehr durchgeführten Messungen ergaben, dass von dem Inhalt des Paketes zwar eine schwach radioaktive Strahlung ausging, aufgrund des gemessenen Wertes aber zu keinem Zeitpunkt eine akute Gefahr für Mensch und Umwelt bestand. 

Das Fundstück wurde durch die Spezialkräfte der Feuerwehr sichergestellt. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben im weiteren Verlauf, dass das aufgefundene Paket ursprünglich für einen an anderer Anschrift wohnhaften Gestein-Sammler bestimmt war, der im Internet das freiverkäufliche „Uraninit“ bestellt hatte. Offensichtlich war ihm die Sendung nie zugestellt worden. Wie sie zum Auffindeort gelangte, ist derzeit nicht bekannt. 

Die Absperrungen wurden um 14.10 Uhr aufgehoben. Neben der Feuerwehr Erlensee waren die Wehren aus Wächtersbach und Hanau sowie der Einsatzleitwagen aus Gelnhausen im Einsatz. 

Durch den zunehmenden Paketversand kommt es immer häufiger zu Einsätzen der Feuerwehr. Im vergangenen Jahr wurden die Einsatzkräfte sowie eine Spezialeinheit aus Hanau zur Postfiliale nach Bruchköbel gerufen, weil Mitarbeiter über Übelkeit klagten, nachdem sie in Kontakt mit einem stinkenden Paket gekommen waren. Am Ende fanden die Feuerwehrleute keine vermeintlich giftige Substanz, sondern Stinkbomben, die beim Transport undicht geworden waren. az



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