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"Sicherheitslage ist gut": Polizeiführung widerspricht Aussagen

Erlensee

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    Bürgermeister Stefan Erb, Ordnungsamtsleiter Peter Cord, "Schutzfrau vor Ort" Julia Koch, Direktionsleiter Jürgen Fehler und Dienststellenleiter Hanau II Rainer Kraus (von links). Foto: Polizeipräsidium Südosthessen

Erlensee. In Erlensee gibt es nach Ansicht des Leitenden Polizeidirektors im Main-Kinzig-Kreis kein Sicherheitsproblem.

Artikel vom 18. Dezember 2018 - 14:55

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Von Holger Weber

 „Die Fallzahlen in der Kriminalitätsstatistik sinken seit Jahren kontinuierlich“, sagte Jürgen Fehler, der gemeinsam mit Rainer Kraus, dem Leiter der Dienststelle Hanau II, gestern Morgen eine neue Schutzfrau am Polizeiposten in Erlensee offiziell vorstellte. 

Damit reagierten Fehler und Kraus auch auf die Darstellung der Erlenseer CDU, die in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung die Situation in der Stadt ziemlich drastisch geschildert hatte. Unter anderem hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Horst Pabst berichtet, es gebe Bürger, die in Erlensee ohne Pfefferspray nicht mehr das Haus verließen.

Julia Koch neue "Schutzfrau vor Ort"

„Dieser Satz hat mich auch entsetzt“, sagte Kraus. Obwohl die Sicherheitslage keinerlei Anlass zur Sorge gebe, müsse man solche Aussagen ernst nehmen, meinten die Polizisten. Denn sie entsprächen offenbar der subjektiven Wahrnehmung, die unter anderem auch durch die sozialen Netzwerke beeinflusst werde. Auch aus diesem Grund werde die Polizei nun in der Stadt präsenter sein. Am Polizeiposten im Erlenseer Rathaus sind insgesamt vier Beamte stationiert. 

Die neue Kollegin heißt Julia Koch und ist die neue sogenannte Schutzfrau vor Ort, die zukünftig die Ansprechpartnerin für die Bürger in den Stadtteilen Langendiebach und Rückingen ist. Sie tritt damit die Nachfolge von Polizeioberkommissar Philipp Höfer an. 

Kontaktpflege mit Bürgern als Schwerpunkt

Laut Polizeichef Fehler sollen die offene Präsenz und Ansprechbarkeit von Polizei und Ordnungsbehörden in besonderem Maße das Sicherheitsempfinden stärken. Die Aufgaben eines Schutzmanns und einer Schutzfrau vor Ort sind demzufolge mit den kommunalen Stellen abgestimmte Präsenzstreifen, die Teilnahme an runden Tischen oder Präventionsgremien, die Durchführung von Bürgersprechstunden sowie die Opferbetreuung nach Straftaten.

Der Schwerpunkt von Julia Koch werde die Kontaktpflege mit den Bürgern sein. „Dabei fungiert sie im Rahmen ihrer uniformierten Fußstreifen als unmittelbare Ansprechpartnerin zwischen Bürgern, der Kommune und der Polizei“, so Fehler. Die offene Präsenz solle auch dazu dienen, Straftaten zu verhindern und Hinweise zu Straftaten entgegenzunehmen.

Eckpfeiler in der Sicherheitsarchitektur der Landesregierung

Eine ihrer weiteren wesentlichen Aufgaben sei die Betreuung von Kriminalitätsopfern. „Denn gerade nach einem Wohnungseinbruch oder einer Gewalttat sind Betroffenheit und Verunsicherung der Opfer besonders groß“, sagte Fehler und fügte an: „Hier finden die Bürger in Polizeioberkommissarin Koch eine kompetente Ansprechpartnerin, die über das weitere Verfahren aufklären und auf Opferhilfeeinrichtungen hinweisen kann.“

Dies trage maßgeblich zur Stärkung des Sicherheitsempfindens bei, glaubt Fehler. Der Schutzmann vor Ort sei Eckpfeiler in der Sicherheitsarchitektur der Landesregierung. Seit 2005 seien die Beamten auch erfolgreich im Polizeipräsidium Südosthessen im Einsatz. Fehler wünschte Oberkommissarin Koch für ihr Engagement in Erlensee viel Einfühlungsvermögen und einen guten Kontakt zu den Bürgern. Erlensee sei mit künftig acht Polizisten für eine Stadt von 15 000 Einwohnern gut aufgestellt, meinte Fehler.

Freiwilligem Polizeidienst nachgetrauert

Denn neben den vier Beamten, die im Dienst des Landes Hessen stehen, wird die Kommune demnächst auch vier Ortspolizisten auf die Straße schicken. Zwei gibt es schon und zwei zusätzliche Polizisten sollen im kommenden Jahr nach jüngstem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung eingestellt werden. Im Gegensatz zur Schutzfrau tragen die bei der Stadt bediensteten Polizisten jedoch keine Waffen, werden aber auch gemeinsam mit den Kollegen des Polizeipostens auf Streife sich auch an gemeinsamen Verkehrskontrollen beteiligen. Die Situation im Verkehr habe sich in den vergangenen Jahren zugespitzt, so Erlensees Ordnungsamtsleiter Peter Cord, dessen Amt jedes Jahr rund 15 000 Verstöße registriert. „Früher waren es einmal 4000“, so Cord. 

Cord und auch Bürgermeister Stefan Erb bedauerten in diesem Zusammenhang, dass der Freiwillige Polizeidienst vor einigen Jahren eingestellt wurde, weil er von der Mehrheit im Stadtparlament nicht mehr gewollt war. Wenngleich die Einheit, die sich aus ehrenamtlichen Bürgern zusammensetzte, in ihrer Kompetenz eingeschränkt gewesen sei, hätte sie ebenso durch ihre Präsenz zum Sicherheitsempfinden beigetragen, so Erb und Cord.
Dem pflichtete auch die neue Schutzfrau bei: „Der Bürger macht zwischen den verschiedenen Polizeidiensten keinen Unterschied. Uniform ist Uniform“, sagte Koch, die bereits seit August in Erlensee im Einsatz ist.



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