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Radweg zwischen Niederissigheim und Butterstadt vor dem Aus

Bruchköbel

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    Schilda lässt grüßen: Vor zehn Jahren hat das Regierungspräsidium Darmstadt festgelegt, dass zwischen Butterstadt und Niederissigheim ein neuer Radweg an der K..... gebaut werden soll. Nun läuft das Baurecht aus, der Kreis verweist auf den bestehenden Wirtschaftsweg (Foto), das Land fördert den Bau nicht und Bruchköbel droht auf den Planungskosten sitzen zu bleiben. Foto: Monica Bielesch

Bruchköbel. Der Radweg, der in Gemeinschaftsarbeit mit dem Main-Kinzig-Kreis auf der K 856 (Niederissigheim – Butterstadt) hergestellt werden sollte, beschäftigt seit Jahren die Bruchköbeler Kommunalpolitik. Allerdings sieht es mittlerweile so aus, dass dieser insbesondere von den Grünen geforderte Radweg nicht gebaut wird. 

Artikel vom 02. Dezember 2019 - 17:10

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Von Monica Bielesch

Der Main-Kinzig-Kreis sieht mittlerweile keine hohe Dringlichkeit mehr für diese Verkehrsverbindung. Es seien Fördermittel beim Land beantragt und abgelehnt worden, informiert die Pressestelle des Kreises auf Nachfrage.

In der Begründung hätte das Land Hessen geltend gemacht, dass bereits ein alternativer Weg besteht und somit keine hohe Dringlichkeit vorliegen würde, so Pressesprecher Frank Walzer weiter. Die Grünen hingegen meinen, dass dieser Wirtschaftsweg, der kurz nach der Gärtnerei Itt durch die Felder verläuft, nicht einsehbar und somit gerade für Schulkinder nicht geeignet sei.

Baurecht besteht seit 2010

Damit endet wohl eine jahrelange unendliche Geschichte, die kein gutes Licht auf die Mühlen der Bürokratie wirft, die sowohl im Bruchköbeler Rathaus als auch im Kreishaus in Gelnhausen mahlen. Denn das Baurecht für diesen Radweg, praktisch der Startschuss für die Umsetzung, besteht bereits seit dem Jahr 2010. Es läuft nach zehn Jahren im März 2020 aus – und dann verfallen auch die bereits investierten Planungskosten in Höhe von 40 000 Euro, die von der Stadt Bruchköbel vorgelegt worden sind. 

Zuletzt brachten die Grünen den geplanten Radweg wieder mal auf die Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau, Umwelt und Verkehr. Die Grünen wollten zum wiederholten Male erreichen, dass der von ihnen geforderte und seinerzeit vom Regierungspräsidum Darmstadt (RP) planfestgestellt Weg endlich umgesetzt wird. Grünen-Fraktionsvorsitzender Uwe Ringel: „Es ist eine Katastrophe, dass dieser Radweg beim Kreis nun in der Kategorie C eingestuft wurde und somit nicht mehr als vordringlich gilt.“ Bis vor sieben Jahren noch sei der Radweg auf der Kreis-Prioritätenliste ganz oben gewesen, so Ringel und schimpft: „Und jetzt fangen wir wieder von vorne an.“

Kreisgremien beraten

Dazu meint der Kreis, dass das Radwegekonzept, das der Kreis beim Planungsbüro Radverkehr-Konzept in Auftrag gegeben habe, aktuell den Kreisgremien vorliege. Das Konzept sei im September im für Verkehr zuständigen Ausschuss sowie im Kreistag diskutiert worden. Die Kreistagsabgeordneten haben laut Pressestelle beschlossen, sich im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Ausschuss für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Umwelt und Landwirtschaft weitere Male damit zu befassen.

Die Kategorisierung habe insofern nicht der Kreis vorgenommen, sondern ein Fachbüro für den Bereich Radverkehr. Eine Kategorisierung habe es in der Vergangenheit nicht gegeben, so der Pressesprecher weiter. Und er betont: „Beschlossen ist ebenfalls noch nichts, die Beratungen dauern ja an.“ 

Kreis legt sich nicht fest

Außerdem sei mit der Kategorisierung A, B oder C nichts darüber gesagt, ob ein Ausbau überhaupt stattfindet, sondern nur über die Dringlichkeit der Maßnahme. Der Kreissprecher abschließend: „Sollte ein Ausbau des Radwegs zwischen Niederissigheim und Butterstadt nicht innerhalb der baurechtlichen Frist gelingen, sprich: im nächsten Jahr, werden der Kreis und die Stadt Bruchköbel das weitere Vorgehen gemeinsam abstimmen.“

Warum ein neuer Radweg, der bereits von den Experten des Regierungspräsidiums einem Wirtschaftsweg vorgezogen worden ist, nun von einem Fachbüro wieder in Frage gestellt werden kann, bleibt unklar. Für Bruchköbel geht es um die Summe von 40 000 Euro, die bereits als Vorleistung in die Planung investiert wurden.

Vorwürfe gegen Bürgermeister Maibach

Warum so viele Jahre verstrichen sind, in denen das Projekt nicht umgesetzt wurde? Ringel hat dazu eine klare Meinung: „Wenn man als Bürgermeister beim Kreis solche Dinge nicht vorantreibt, dann versandet das dort.“ 

Im Bruchköbeler Ausschuss meinte auch der städtische Fahrradbeauftragter Frank Rollmann: „Wir können davon ausgehen, dass der Radweg nicht kommt.“ Er brachte als mögliche Alternative die Asphaltierung des bestehenden Wirtschaftsweges zwischen Niederissigheim und Butterstadt ins Spiel. Die Grünen lehnen das ab. Ringel: „Wirtschaftswege sind keine Radwege.“ Auch das RP sei dieser Ansicht und hätte dies durch die Planfeststellung unterstrichen, so Ringel.

BBB und Grüne bestehen auf Radweg

In der Ausschusssitzung erreichten die Grünen im Verbund mit dem Bruchköbeler Bürgerbund schließlich, dass eine Resolution erarbeitet wird, die dem Kreis vorgelegt werden soll und worin Bruchköbel auf die Umsetzung des Radwegs besteht. Denn schließlich wolle die Politik die Verkehrswende voranbringen. Und dazu bedürfe es vernünftiger Radwege.

Das Konzept, das der Kreis von einem Fachbüro hat erarbeiten lassen ist hier zu finden.



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