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Stichwahl in Bruchköbel: Die Kandidaten im Schnellcheck

Bruchköbel

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    Wer wird das neue Bruchköbeler Stadtoberhaupt: Sylvia Braun oder Daniel Weber? Die Entscheidung fällt am Sonntag. Fotos: Kai Pfaffenbach

Bruchköbel. Der Countdown zur Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Bruchköbel läuft. Am Sonntag können rund 16 000 Wahlberechtigte in der Stadt darüber entscheiden, wer künftig im Rathaus die Richtung vorgibt. Im Schnellcheck äußern sich die Kandidaten Sylvia Braun (FDP) und Daniel Weber (CDU) zu den wichtigsten Themen.

Artikel vom 05. November 2019 - 07:30

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So will ich in Bruchköbel bezahlbaren Wohnraum schaffen

Braun: Die Verlagerung des Bauhofs ist endlich anzugehen, denn dadurch hätten wir an dieser günstigen Stelle die Möglichkeit, in Innenstadtnähe einen guten Mix mit bezahlbarem Wohnraum zu schaffen. Auch bei dem anteiligen Innenstadtumbau auf dem Gelände des ehemaligen Bürgerhauses sind Wohnungen geplant, hier gilt es jetzt ebenfalls loszulegen. Und im Übrigen ist es weiterhin mein Ziel, die Grundsteuer wieder zu senken, denn genau das wirkt sich eben auch kostenmindernd auf den Mietpreis aus.​

Weber: Für die Stadt will ich ein Entwicklungskonzept erstellen und die bereits geplanten Flächen im Flächennutzungsplan realisieren. Denkbar ist ein Mix aus Ein- und Mehrfamilienhäusern. Mit Unterstützung der Baugenossenschaft will ich bezahlbaren Wohnraum schaffen. Ergänzend hierzu will ich mir mögliche Lücken innerhalb der Stadt anschauen und städteplanerisch einen Zwischenweg von Wohnraum und Innenstadtgrün schaffen.​

So will ich sicherstellen, dass die Kosten für den Innenstadtumbau nicht aus dem Ruder laufen

Braun: Zunächst muss ein ungeschönter Überblick über die tatsächlichen Gesamtkosten des Innenstadtumbaus her. Das Problem sind nicht die fixen Investorenkosten, sondern die nicht gedeckelten Nebenkosten: Straßenbaumaßnahmen, Kommunikationskosten, Unvorhergesehenes bei Tiefgaragenbau etc. Auch das Bewirtschaftungskonzept der Tiefgarage muss endlich erstellt, sowie die Entwicklung auf dem Gelände des Bürgerhauses vorangetrieben werden, um Gesamtbauzeit und damit Gesamtkosten möglichst gering zu halten.​

Weber: Aufgrund des beschlossenen und unterschriebenen Vertrages liegt die Gefahr der Kostensteigerung beim Bauträger. Bei auftretenden Herausforderungen werde ich Lösungen suchen, die eine Kostensteigerung verhindern. Meine Hauptaufgabe wird die engmaschige Überprüfung unseres Qualitätsanspruchs sein. Hierfür werde ich mich regelmäßig mit den Sachverständigen austauschen. Den Baufortschritt und das weitere Vorgehen werde ich transparent mitteilen.​

Der Spatenstich ist bereits erfolgt, für das kommende Stadtoberhaupt wird die Neue Mitte aber weiterhin Thema bleiben. Foto: Mike Bender

 

So will ich dafür Sorge tragen, dass Bruchköbel sich wirtschaftlich weiterentwickelt

Braun: Wir brauchen weitere Entwicklungsflächen für Gewerbe. Die in Bruchköbel ansässigen Unternehmen, viele davon Familienbetriebe seit Generationen, müssen hier vor Ort bei Bedarf die Möglichkeit zur Expansion haben. Die Kommunikation zwischen Stadt und Gewerbe muss besser werden, eine engere Verzahnung in der Verwaltung und eine direkte Ansprache sind hier Pflicht für mich. Übrigens wurde zu diesem Zweck einmal die Stadtmarketing GmbH eingerichtet, hier werde ich neue Schwerpunkte setzen.

Weber: Die örtlichen Firmen bieten wohnortnahe Arbeitsplätze und bringen sich unter anderem im Bereich der Vereinsförderung aktiv in das Zusammenleben in Bruchköbel ein. Im Falle meiner Wahl will ich mich regelmäßig mit den Unternehmen austauschen. Bei neuen Gewerbeflächen will ich zunächst ansässigen Firmen die Möglichkeit zur Expansion geben, bevor weitere mittelständische Unternehmen angesiedelt werden. Hierzu sind neue Gewerbegebiete notwendig, die an bereits bestehende Gebiete angeschlossen werden.

So will ich dafür sorgen, dass alle Familien in Bruchköbel einen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekommen

Braun: Die gesetzliche Verpflichtung wird in Bruchköbel natürlich erfüllt. Darüber hinaus muss eine familienfreundliche Kommune weitere Leistungen anbieten, über die Kernzeiten hinaus, im U3-Bereich und beim Übergang von der Kita zur Grundschule. Die Schulkinderbetreuung möchte ich aus den städtischen Einrichtungen ganz in die Schulen verlagern, dort gehört sie nämlich hin. Für eine Umsetzung des Ganztagsprogramms werde ich einen runden Tisch mit den Grundschulen, dem Kreis und der Kommune einrichten.​

Weber: Das gelingt, indem ich unser Angebot an Kinderbetreuungsplätze an das Wachstum der Stadt anpasse. Weitere Wohngebiete machen weitere Kindergärten notwendig. Mit der Nachmittagsbetreuung an der Grundschule werden weitere Kapazitäten in den Kindergärten frei. Diese will ich nutzen, um die Betreuungsangebote flexibler zu gestalten. Ein Ausbau der Kindertagespflege und alternative Betreuungsformen wie Wald-Kitas schaffen weitere Plätze.

Es geht um seine Nachfolge: Günter Maibachs zweite Amtszeit endet. Er hat sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Foto: Mike Bender

 

In diesem Punkt wird sich meine Politik am deutlichsten von der meines Vorgängers unterscheiden

Braun: Ich werde eine ansprechbare und verbindliche Bürgermeisterin sein. Anfragen werde ich fundiert beantworten und keine schnellen Versprechungen machen, die bei näherer Betrachtung nicht eingehalten werden können. Auch der Informationsaustausch mit der Bürgerschaft über Dialogveranstaltungen und mit der Bruchköbeler Politik wird deutlich besser werden. Vor wichtigen politischen Entscheidungen werden alle – und nicht nur einzelne Fraktionen – die notwendigen Informationen direkt von mir bekommen.

Weber: Kommunikation ist für mich der Schlüssel zum Erfolg. Ich will daher ein verlässlicher und präsenter Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger sein und sehe mich als Vermittler zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen. Regelmäßige Bürgersprechstunden – persönlich wie digital – sind hierfür ein wichtiger Baustein. Meine Verwaltungserfahrung will ich dazu nutzen, um die Stadt konsequent weiterzuentwickeln und fit für die Zukunft zu machen.

So will ich dafür sorgen, dass künftige Baugrundstücke in der Stadt transparent und für jeden nachvollziehbar vergeben werden

Braun: Das Bruchköbeler Modell wird derzeit aufgrund meiner Initiative überarbeitet. Ich schlage dazu ein Punktesystem vor, dass transparent und nachvollziehbar für alle Interessenten ist. Zum einen sollen Familien damit Vorteile bekommen, aber auch Bruchköbeler, die sich für Wohneigentum hier interessieren, werden damit eine Chance bekommen. Und letztlich ist dafür zu sorgen, dass wir weitere Baugebiete erschließen und weitere Flächen zugewiesen bekommen, um den Bedarf überhaupt decken zu können.

Weber: Die städtische Vergaberichtlinie für Bauplätze muss für jeden Interessenten einsehbar und nachvollziehbar sein. Schon bei Abgabe des Antrages muss der Anfragende seine Punktzahl errechnen können. Eine Bestätigung der Stadt mit der Punktzahl mitsamt Erläuterung schafft Transparenz für den Einzelnen. Anhand des daraus resultierenden Rankings erfolgt die Vergabe der städtischen Bauplätze. Hinzu kommen Zwischenmeldungen bei Veränderungen zur Aktualisierung der Informationen.

 

Veranstaltungen wie das Kürbisfest in der Bruchköbeler Innenstadt sind immer gut besucht. Das soll sich auch mit dem Stadtumbau nicht ändern. Foto: Alex Carrigan

 

So möchte ich dafür sorgen, dass die Bruchköbeler Innenstadt lebendig und für den Einzelhandel attraktiv bleibt

Braun: Während der Bauphase werde ich einen Baulichen Dialog etablieren, um Irritationen, wie den geplanten Abriss des Parkdecks in der Vorweihnachtszeit, zu vermeiden. Innovative Konzepte des Einzelhandels werde ich aktiv unterstützen. Die Parkplatzsituation wird ein Problem bleiben, hier wird nach weiteren Lösungen zu suchen sein. Nach der Bauphase sollte aber auch die neue Innenstadt selbst attraktiv und lebendig bleiben – denn deswegen investieren wir hier in dieser beachtlichen Größenordnung.

Weber: Die Phase der Innenstadtentwicklung wird uns vor Herausforderungen stellen. Diesen will ich gemeinsam mit unseren Gewerbetreibenden, dem MGV und dem Stadtmarketing proaktiv begegnen. Die Investition in die Aufenthaltsqualität wird mittelfristig positive Effekte auf den Handel in der Innenstadt haben. Bis es aber so weit ist, will ich die Kaufkraftbindung mit Hilfe einer Bezahlkarte, speziellen Verkaufsanlässen, After-Work-Shopping und anderen Events stärken.​

So will ich dafür sorgen, dass die Stadtteile gegenüber der Innenstadt nicht abgehängt werden

Braun: Die Nahversorgung in den Stadtteilen muss gewährleistet bleiben, ebenso eine gute Anbindung über Verkehrs- und Radwege sowie den ÖPNV. Ich möchte in jedem Jahr des Innenstadtumbaus in einem Stadtteil ein Projekt – und sei es noch so klein – verwirklichen und damit das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Individualität der einzelnen Stadtteile stärken. Dazu werde ich regelmäßig Stadtteil-Dialoge durchführen, um ganz direkt zu hören, wo der Schuh drückt und was zu tun ist.

Weber: In den nächsten Jahren werden weitere Investitionen in die Stadtteile erfolgen. Straßensanierungen, Renovierungen und energetische Veränderungen verbessern die Infrastruktur vor Ort. Das Investitionsprogramm muss hierfür stetig an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst werden. Durch persönliche Gespräche will ich herausfinden, wie sich die Bürgerinnen und Bürger ihren Lebensmittelpunkt vorstellen und die Ergebnisse in das Verwaltungshandeln einfließen lassen. Niemand wird abgehängt.

Nicht nur in die Innenstadt (hier vor dem Abriss des Rathauses) wird investiert, Sylvia Braun will auch die Anbindung der Stadtteile verbessern. Archivfoto: Axel Häsler

 

Unsere Vereine brauchen vor allem . . .

Braun: . . . eine verlässliche Grundlage zur finanziellen Förderung mit der von mir auf den Weg gebrachten Vereinsförderrichtlinie und Wertschätzung für die vielen Ehrenamtlichen, die in den Vereinen unermüdlich tätig sind. Diese Wertschätzung drückt sich für mich in direkter Erreichbarkeit bei Problemen, unbürokratischen Lösungen und persönlichen Vorteilen für Ehrenamtler in der Komme aus. Eine planvolle Pflege der städtischen Sportanlagen soll in Zukunft Irritationen mit den Vereinen vermeiden.

Weber: . . . eine gute Unterstützung durch die Stadt – auch außerhalb von Förderrichtlinien. Bei bevorstehenden Veranstaltungen will ich einen direkten Ansprechpartner in der Verwaltung benennen, um die Kommunikation zu verbessern. Bei Vereinsmessen sollen die Vereine die Chance erhalten, ihre Angebote interessierten Bürgerinnen und Bürgern kompakt zu präsentieren. Alle Vereine werden sich auf meine Unterstützung verlassen können. Dies gilt in besonderem Maße für den Bereich der Jugendarbeit.

Als Bürgermeister/in freue ich mich vor allem auf . . .

Braun: . . . die neue Herausforderung und viele neue Kontakte, die den Horizont jedes Mal ein wenig erweitern. Ich freue mich, bei der sachlichen Umsetzung von Projekten steuernd und gestaltend im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger Verantwortung zu übernehmen, um aus Bruchköbel eine Kommune mit mehr Herz und Verstand zu machen, in der alle Generationen gerne leben möchten.

Weber: . . . den konstruktiven Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Mein Ziel ist es, die Ideen und Anregungen der Menschen vor Ort aufzunehmen und das Verwaltungshandeln transparenter, bürgernäher und verständlicher zu gestalten. Die Bruchköblerinnen und Bruchköbler sind die Experten für unsere Stadt; ihr Wissen und ihre Erfahrungen sind für erfolgreiches politisches Handeln unverzichtbar.

 



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