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Bürgermeisterwahl Bruchköbel: Weber und Braun in der Stichwahl

Bruchköbel

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    Haben gut lachen: CDU-Kandidat Daniel Weber (links mit Lebensgefährtin) und Sylvia Braun von der FDP haben es in die Stichwahl am 10. November geschafft. Fotos: Scheiber

Bruchköbel. Damit hat niemand gerechnet und die Gewinnerin des Abends auch nicht: Sylvia Braun (FDP) holt bei der Bürgermeisterwahl 29,6 Prozent und lässt damit ihre sechs Mitbewerber deutlich hinter sich. Nur Daniel Weber (CDU) bleibt ihr mit 24,6 auf den Fersen. Damit sind beide am 10. November in der Stichwahl.

Artikel vom 28. Oktober 2019 - 10:46

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Von Monica Bielesch

„Ich bin überwältigt“, sagt Braun, nachdem alle 19 Wahlbezirke, davon vier Briefwahlbezirke, ausgezählt sind und sie als klare Siegerin feststeht. Im Bürgerhaus, wo sich der Saal ab 18 Uhr nur langsam gefüllt hatte, darf sie viele Gratulationen entgegen nehmen. „Ich habe nicht mit so einem großen Erfolg gerechnet“, so Braun sichtlich ungläubig und doch gefasst. Dafür freuen sich ihre zahlreich erschienenen Anhänger umso lauter.

Schon als das Ergebnis des ersten Wahlbezirks, traditionell ist das Butterstadt, der kleinste Stadtteil Bruchköbels, auf der Leinwand erscheint, gibt es lautstarken Applaus aus der FDP-Ecke. Mit 40 Prozent liegt die Kriminalhauptkommissarin in der CDU-Hochburg deutlich vorne. Weber kommt immerhin noch auf 32,22 Prozent. Schon da ist CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Sliwka, der aber als unabhängiger Kandidat antrat, mit knapp 6 Prozent abgeschlagen. 

Sliwkas Aufwand macht sich nicht bezahlt

Und das trotz seines großen Wahlkampfaufwands. Entsprechend kleinlaut zeigt er sich nach Ende der Auszählung. „Ich bin enttäuscht, ich habe mir deutlich mehr erwartet“, sagt Sliwka, der während der Auszählung immer tiefer in seinem Stuhl versunken ist. Die Gründe für sein schlechtes Abschneiden sind seiner Meinung nach die „unglücklichen Diskussionen“ um die Finanzierung seines Wahlkampfs. „Und das Bashing durch den Bruchköbeler Kurier.“

Die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben: Mit 10 Prozent blieb Thomas Sliwka weit hinter seinen eigenen Erwartungen zurück.

 

Aber auch die Zerwürfnisse innerhalb der CDU, die dazu geführt hatten, dass mit Weber, Sliwka und Dietmar Hußing drei Kandidaten aus dem CDU-Lager angetreten waren. Als fairer Verlierer wünscht er – ebenso wie alle anderen unterlegenen Mitbewerber – Sylvia Braun alles Gute für die Stichwahl. Und prophezeit der Bruchköbeler CDU schwere Zeiten. „Es ist traurig,wie wir uns selbst zerlegt haben.“ Die CDU-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Katja Leikert, die die Kandidatur von Daniel Weber befördert hatte, kündigt an, nun auch Gespräche mit Thomas Sliwka führen zu wollen. „Ich spreche mit jedem“, sagt sie im Interview mit dem 
HANAUER ANZEIGER.

Auch die vier Briefwahlbezirke gewinnen Braun und Weber deutlich. Diese Ergebnisse kommen zuletzt rein. Demnach hatte ein Vorfall auf Facebook, wo Sliwka sich zwei Tage vor der Wahl gegen den Vorwurf wehren musste, Facebook-Likes (Gefällt-mir-Daumen) gekauft zu haben, vielleicht nur Auswirkungen auf die Urnengeher gehabt. 

Große Erleichterung im Lager von CDU-Mann Daniel Weber

Bei den vielen Anhängern von Daniel Weber ist die Erleichterung über das Erreichen der Stichwahl deutlich zu spüren. Die Junge Union hatte ihn bei seinem Wahlkampf stark unterstützt und zeigt auch an diesem Abend Flagge. CDU-Landtagsabgeordneter Max Schad, der Weber in den vergangenen Wochen bei vielen Terminen begleitet hatte, meint: „Ich bin froh, dass er es in die Stichwahl geschafft hat.“ Nun müsse vor allem die Wahlbeteiligung verbessert werden. Die liegt am Ende bei 51,34 Prozent, immerhin höher als noch bei der letzten Wahl, damals gingen nur knapp 47 Prozent zur Wahl. 

Weber ist irritiert von der Wahlbeteiligung. „Ich habe sie höher eingeschätzt.“ Erleichtert ist er, dass er nun die erste Hürde genommen hat. „Ich werde jetzt fokussiert auf die Stichwahl hinarbeiten“, gibt er sich kämpferisch. Dietmar Hußing (unabhängig) will keine Wahlempfehlung für die Stichwahl abgeben. Perry von Wittich (SPD), der auf knapp 8 Prozent kommt, und Patrick Baier vom Bruchköbeler Bürgerbund, der 9,91 Prozent holt, verlassen rasch nach Bekanntwerden des Ergebnisses den Saal.

Verlierer sprechen keine Wahlempfehlungen aus

Ringel kündigt parteiinterne Gespräche über eine Wahlempfehlung der Grünen an. Von Wittich will persönlich keine solche Empfehlung aussprechen. Braun will nun weiter die Gespräche mit den Bürgern in allen Ortsteilen suchen. Und auch mit den anderen Parteien werde sie sprechen. „Denn ich kann und will mit allen Parteien reden“, so Braun, die von ihrem Mann und ihren zwei Söhnen begleitet wurde. „Ich muss überzeugen“, gab sie sich zuversichtlich. 



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