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Bei der Podiumsdiskussion sammelt der HA für Verein Lalelu

Hanau

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    Wollen ihren Vereinsgarten noch weiter ausbauen: Heike Heil (links) und Ellen Sauer vom Vorstand von Lalelu. Foto: Monica Bielesch

Bruchköbel. Der Begegnungsgarten des Vereins Lalelu ist jetzt schon ein ganz besonderer Ort. Idyllisch am Rande von Niederissigheim am Rad- und Spazierweg Richtung Hochzeitsallee gelegen, ist hier ein Rückzugsort für Familien mit todkranken Kindern entstanden.

Artikel vom 17. Oktober 2019 - 10:27

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Von Monica Bielesch

Und dieser Ort soll weiter wachsen. Dafür werden auf der heutigen Podiumsdiskussion des HANAUER ANZEIGER Spenden gesammelt.

„Es ist ein behüteter Ort“, formuliert es Heike Heil vom vierköpfigen Vorstand bei einem Gang über das Gartengrundstück. Eine kleine Hütte bietet Raum für Gruppenarbeit, beispielsweise für die Geschwister der betroffenen Kinder. Und im Sommer feierte der Verein mit über 60 Mitgliedern und Freunden hier sein Sommerfest. An der Hütte vorbei führt ein schmaler künstlicher Wasserlauf, über eine kleine Holzbrücke gelangt man in eine Ecke, die von einer prächtigen Eiche beschattet wird.

Unter diesem Baum haben fünf Familien einen Erinnerungsort geschaffen, der Hoffnung, Liebe und Kraft ausdrückt. Sie haben fünf Stelen gestaltet, in einem Steintrog, umrandet von einem Steinfeld in Herzform, glitzert Wasser im Sonnenlicht, das durch die Blätter scheint. „Sonnenstrahlen sind überall, wenn man sie zulässt“, sagt Heike Heil.

Eigentlich wollten die Eigentümer, ein älteres Ehepaar, das Gartengrundstück verkaufen. Aber an den gemeinnützigen Verein, der sich für seinen Einsatz für die betroffenen Familien und Kindern überregional einen Namen gemacht hat, haben sie das Grundstück nun verpachtet.

Hinter der Gartenhütte schwimmen Goldfische in einem Teich. „Wir haben auch einen Frosch, der heißt Heribert“, lacht Ellen Sauer vom Vorstand. Auf der großen Wiese liegt nach einem Ausbildungswochenende für die ehrenamtlichen Familienbetreuer noch das Ergebnis einer Gruppenarbeit im Gras. Aus Naturmaterialien haben die Teilnehmer ein Kraftritual gestaltet. Am Ende des langgezogenen Grundstücks haben Kinder ein Igelhotel und ein Insektenhotel gebaut. 

Sinnespfad soll entstehen

Und der Verein hat noch einiges vor mit dem Grundstück. Alle Projekte und Ideen müssen mit Spenden finanziert werden. Und dazu sollen auch die Spenden beitragen, die bei der Podiumsdiskussion des HANAUER ANZEIGER heute Abend im Bürgerhaus von Bruchköbel gesammelt werden. Ein Sinnespfad soll entstehen. Auch eine Nestschaukel und eine Hängemattenschaukel sollen ihren Platz hier finden.

Diese Schaukeln sind vor allem bei den erkrankten Kindern sehr beliebt, weiß Heike Heil, die sich ein Leben ohne Lalelu nicht mehr vorstellen kann. Die 52-Jährige wohnt in Windecken und kam durch ihren kranken Sohn, der mittlerweile verstorben ist, in Kontakt mit dem Verein. Heil ist ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende und in Teilzeit beim Verein angestellt für Öffentlichkeitsarbeit, Sozialberatung und Trauerbegleitung. Lalelu sei ihr „Seelenauftrag“, sagt sie, und wer mit ihr spricht, spürt das in jedem ihrer Sätze. 

15 ehrenamtliche Mitarbeiter

Der Verein hat mittlerweile 180 Mitglieder und betreut rund 50 betroffene Familien aus der ganzen Region. Das reicht von der Sozialberatung für den Umgang mit den Krankenkassen, über Tipps zu Kliniken und Ärzten bis hin zur Rund-um-die-Uhr-Begleitung und Unterstützung in akuten Fällen. 

Und die Hilfe kann manchmal ganz einfach sein, wie beispielsweise die Organisation einer Fahrt in den Holiday-Park in den Sommerferien. „Das können viele Familien alleine nicht schaffen, das ist dann das Highlight für die Kinder“, erzählt Ellen Sauer.

Mittlerweile arbeiten drei Hauptamtliche und 15 ehrenamtliche Mitarbeiter bei Lalelu. „Wir organisieren auch Ferienfreizeiten über vier Tage für die Familien“, erzählt Heike Heil. In diesem Jahr konnten schon vier neue ehrenamtliche Familienbetreuer gewonnen werden. Heil: „Wir hoffen auf noch mehr Betreuer, umso mehr Hilfe können wir anbieten.“



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