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Am Wahlstand: Thomas Sliwka hält einen Dialog in der Scheune

Bruchköbel

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    Der Kandidat hört zu: Bei seiner Dialogtour durch die Ortsteile machte CDU-Mann Thomas Sliwka (rechts), der als unabhängiger Kandidat Bürgermeister werden will, auch Halt in Oberissigheim. Walter Stutschka war aus Niederissigheim gekommen und mahnte Visionen an. Foto: Monica Bielesch

Bruchköbel. „Ich bin gradlinig, gelassen und humorvoll.“ So charakterisiert sich Thomas Sliwka bei seiner Wahlkampftour selbst. Im Rahmen seiner sogenannten Dialogtour durch die Stadtteile gastierte der Vorsitzende der Bruchköbeler CDU und der CDU-Fraktion im Parlament kürzlich in Oberissigheim auf dem Hof der Familie Lind

Artikel vom 27. September 2019 - 11:10

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Von Monica Bielesch

Sliwka tritt bei der Wahl am 27. Oktober als unabhängiger Kandidat an, da er die Wahl zum offiziellen CDU-Kandidaten knapp gegen Daniel Weber verloren hatte. 

Vor rund 50 Zuschauern in der Hofscheune, darunter auch viele aus seinem Wahlkampfteam, stellte er mit einer Power-Point-Präsentation seine Wahlkampfthemen und politischen Schwerpunkte vor. 

Sliwka ist schon aktiv geworden 

Sein „Steckenpferd“, so Sliwka, seien dabei die Vereine und das Ehrenamt. „Das ist das, was unsere Stadt prägt.“ So sei er insbesondere mit der Bürgerhilfe, die mehr als 1100 Mitglieder hätte, in intensiven Gesprächen. „Wie wir die Bürgerhilfe noch mehr akzentuieren können, ich habe da eine Idee.“ 

Auch zum Thema Kinderbetreuung und Jugend ist Sliwka nach eigenen Angaben schon aktiv geworden. „Ich möchte das durchorganisieren.“ Dazu habe er Gespräche mit dem Schulleiter der Haingartenschule geführt. Über den dortigen Neubau einer Schulmensa und Schaffung von Synergien.

Gut gerüstet für die Finanzen

Sein „Alleinstellungsmerkmal“ unter den sieben Bürgermeister-Kandidaten sei: „Ich biete Lösungen an.“ Als Beispiel nannte er seinen Vorschlag zur Verlegung des Bauhofs in die Kirlesiedlung. „Ich stehe für schlüssige Konzepte, denn mein Ansatz ist es, alles bis zum Ende zu denken“, hob der Vater zweier Töchter hervor. Von A bis Z gehe er Probleme an und habe auch immer die Finanzierung im Blick.

Für das Thema Finanzen und den städtischen Haushalt sieht er sich besonders gut gerüstet. „Haushalt – das ist meine Expertise, ich komme aus dem Controlling, da kann ich mein ganzes Know-How einbringen.“ In der Verwaltung will er als Bürgermeister für mehr Digitalisierung sorgen. 

„Ja, es ist gewährleistet, dass wir uns das leisten können“

In seiner Präsentation verwies er stark auf die Arbeit, die er bereits seit acht Jahren als Stadtverordneter leistet. Als Erfolge verbuchte er dabei zum Beispiel die Abschaffung der Straßenbeitragssatzung. Sein „Selbstbewusstsein“ für den Wahlkampf, so der 53-Jährige, beziehe er aus der Rückendeckung durch die Mehrheit seiner Fraktion, die sich kürzlich in einem offenen Brief zu Sliwka bekannt hatten. 

Am Ende der gut 45-minütigen Präsentation stellte sich Sliwka den Fragen der Bürger. Die erste Frage zielte gleich auf das große Bruchköbler Thema ab: die Neue Mitte. „Was gibt es da Neues, können wir noch aus dem überteuerten Projekt zurück?“, wollte ein Mann wissen. „Ja, es ist gewährleistet, dass wir uns das leisten können“, so Sliwkas Antwort. Die Entscheidungsträger hätten „sehr verantwortungsvoll“ gehandelt. Bruchköbel bekäme ein „Schmuckkästchen.“ Zur Tiefgarage meinte er: „Es ist die teuerste, aber beste Lösung.“

 „Es geht um Priorisierung, Geld ist genug da“

Von ansässigen Oberissigheimern hörte sich der Kandidat Klagen über schlechte Bürgersteine im Ortsteil an, die besonders für ältere Bürger mit Rollatoren ein Ärgernis seien. Auch über Autoraser zwischen dem Oberissigheimer Friedhof und der Ringstraße wurde geklagt. Da könnten Geschwindigkeitsmessungen stattfinden und im Anschluss eine Videoanlage installiert werden, so Sliwka.

Auch Bürger anderer Stadtteile nutzten die Gelegenheit, den Kandidaten zu hören. Jörg Herchenröder aus Niederissigheim merkte an, dass die Infrastruktur vor allem in den Ortsteilen zu wünschen übrig ließe. Wie wolle Sliwka sicherstellen, dass die Ortsteile dauerhaft Investitionen bekämen, fragte Herchenröder. Zum Beispiel könnte man zehn Millionen Euro, die noch aus dem vorhergehenden Haushalt frei wären, umschreiben auf beispielsweise Sanierung von Gehwegen, meinte Sliwka. „Es geht um Priorisierung, Geld ist genug da“, meinte er unter dem Raunen und Lachen der Anwesenden. Dem Vorschlag Herchenröders, zur Stärkung der Ortsteile Ortsbeiräte einzusetzen, erteilte Sliwka-Unterstützer Oliver Hirt jedoch eine Abfuhr. Dafür seien die Stadtverordneten da. 

„Sie wollen doch mehr Digitalisierung“

Auch Walter Stutschka kam an diesem Abend aus Niederissigheim. „Das, was Sie alles sagen, lässt vermuten, dass Sie schon Bürgermeister sind“, meinte Stutschka. Die Planung der Neuen Mitte sei in seinen Augen ein „Schildbürgerstreich“ gewesen. „Und Sie waren dabei.“ Allerdings betonte er, dass er Sliwka noch für den qualifiziertesten Kandidaten aus der Riege der sieben halte. Ein großes Rathaus hält der Niederissigheimer für überflüssig. „Sie wollen doch mehr Digitalisierung, da braucht es kein großes Rathaus.“ Stutschkas Resümee: „Mir fehlen die Visionen.“ 



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