Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
sonnig
22 ° C - sonnig
» mehr Wetter

Stefan Wolf ist nach Herzinfakt wieder zurück am Steuer

Bruchköbel

  • img
    Busfahrer Stefan Wolf ist nach seinem Herzinfarkt Anfang Feburar wieder an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Er freut sich, dass er jetzt jeden Morgen wieder Schüler und Pendler befördern kann. Foto: Paul

Bruchköbel.  Hinterm Steuer seines Fahrzeuges hatte Busfahrer Stefan Wolf auf der Fahrt von Hanau nach Bruchköbel einen Herzinfarkt erlitten. Dass er noch lebt, hat der 52-Jährige vor allem drei jungen Damen aus Bruchköbel zu verdanken. Nach knapp drei Monaten ist Stefan Wolf jetzt wieder an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt.

Artikel vom 17. April 2018 - 12:18

Anzeige

Von Holger Weber-Stoppacher

„Endlich, ich konnte diesen Tag kaum erwarten“, sagt Wolf, kurz nachdem er sein Fahrzeug am Bussteig A1 des Hanauer Freiheitsplatzes gestoppt hat. Er ist wieder da, fast täglich auf der Linie 33 zwischen Hanau und Bruchköbel unterwegs. So wie vor dem 5. Februar, dem Tag des Infarkts, an der er sich natürlich noch gut erinnert. An den plötzlichen Druck in der Brust, die Kraftlosigkeit in den Armen. Und wie er den Wagen an der Bushaltestelle Kirleweg noch zum Stehen gebracht hat. Wie Chiara, Laura Celina und Vivien ihm gut zuredeten. „Was die drei gemacht haben, das war super. Dafür kann ich ihnen gar nicht genug danken“, sagt Wolf. Die Rettungstat der Mädels sorgte für riesige mediale Aufmerksamkeit. Mehrere Fernsehsender berichteten über das couragierte Handeln der drei Bruchköbelerinnen, ein Video-Interview mit den drei Heldinnen von unserer Zeitung wurde in den sozialen Netzwerken mehr als 20 000 Mal angeklickt.

Es sei auch Unsinn berichtet worden
„Teilweise wurde in den Medien und vor allem in den sozialen Netzwerken aber auch Unsinn berichtet“, sagt Wolf. Beispielsweise hatte jemand auf Facebook ein Bild von einem grünen Bus gepostet, der im Graben lag. „Mein Bus war nicht grün. Und im Graben lag er auch nicht. Den Verfasser des Posts habe ich dann nachher persönlich angeschrieben“, berichtet Wolf. Auch sei in einem Medium behauptet worden, dass die Mädels ihm ins Steuer gegriffen hätten. Das stimme nicht. Wahr sei, dass er ihnen noch bis zum Schluss Anweisungen gegeben habe, was zu tun sei. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie zunächst den Notarzt und dann später meine Frau anrufen sollen und wie sie den Wechselapparat neben dem Steuer demontieren können. Sie haben die ganze Zeit auf mich eingeredet, um mich bei Bewusstsein zu halten.“

Im Nachhinein ist Stefan Wolf glücklich, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Denn der Kirleweg ist eigentlich die Strecke, auf der die Busfahrer der Linie 33 verlorene Zeit wieder herausholen, sagt er. Da werde schon einmal ein wenig schneller gefahren, um die vorgegebenen Haltezeiten einhalten zu können. Diese seien vom RheinMain-Verkehrsverbund so eng getaktet worden, dass man sie bei normaler Fahrt kaum einhalten könne.

 

„Busfahren ist meine Welt“
Auf der Strecke Hanau - Bruchköbel fühlt sich Wolf wie zu Hause. Jeden Morgen bringt er hier Schüler und Pendler zur Schule und zum Arbeitsplatz. Hier kennen ihn fast alle Fahrgäste. Und Wolf kennt sie. „Busfahren ist meine Welt“, sagt er. Mit den Passagieren pflegt er ein geradezu familiäres Verhältnis. Dem Stefan erzählt man schon mal, wo der Schuh drückt. Und Wolf ist ein guter Zuhörer.

Nach dem Infarkt hat er unzählige Genesungswünsche erhalten. Alle haben sie ihn gefragt, wann er wieder ans Steuer zurückkehrt. „Das hat mich unheimlich gefreut“, sagt Wolf und ihm auch während der dreiwöchigen Rehabilitation viel Energie gegeben. In der Spessartklinik hat er sich von dem Infarkt erholt. „ Mir geht es blendend“, sagt er. Im Sommer will er nun das Versprechen einlösen und mit seinen drei Lebensretterinnen ein Wochenende in Weinheim verbringen. Die Kosten dafür übernimmt er. Und auch ein Sommerfest ist geplant, zu dem er seine Stammpassagiere auf der Linie 33 einladen möchte. Als Dankeschön für so viel Anteilnahme während der vergangenen knapp drei Monate.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.