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Diese Bürgermeisterwahlen stehen 2020 in der Region an

Hanau

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    In Langenselbold konnten die Bürger beim ersten Wahlgang ihre Stimme unter anderem im Schloss abgeben. Die Stichwahl ist am 2. Februar. Foto: Mike Bender

Main-Kinzig-Kreis. Die Kommunalpolitik im Main-Kinzig-Kreis ist in Bewegung. In den vergangenen Monaten sind bereits Entscheidungen gefallen, in Langenselbold steht am 2. Februar eine Stichwahl an. Wir haben die Bürgermeisterentscheidungen in 2020 zusammengefasst.

Artikel vom 22. Januar 2020 - 12:21

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Im November konnte sich in Bruchköbel die FDP-Kandidatin Sylvia Braun als Außenseiterin überraschend gegen sechs Mitbewerber durchsetzen. In der Stichwahl besiegte sie den CDU-Bewerber Daniel Weber und übernimmt zum 1. März den Posten von Günter Maibach (CDU), der sich nach zwei Amtszeiten in den Ruhestand verabschiedet.

In Erlensee hingegen ließ Amtsinhaber Stefan Erb von der SPD im September nichts anbrennen und verteidigte mit 62,5 Prozent seinen Rathaussessel ganz deutlich gegen drei Mitbewerber.

Langenselbold hat den Auftakt gemacht

Der Startschuss ins Wahljahr im Main-Kinzig-Kreis erfolgte – wie ausführlich berichtet – bereits am vergangenen Sonntag mit der ersten Runde der Bürgermeisterwahl in Langenselbold. Dort geht es um die Nachfolge des langjährigen Stadtoberhaupts Jörg Muth (CDU), der nicht mehr angetreten ist. Zwar erzielte SPD-Kandidat Timo Greuel einen überraschend klaren Wahlerfolg, doch verpasste er mit 47,07 Prozent knapp die erforderliche absolute Mehrheit.

Mit großem Abstand landete Muths Parteifreund Tobias Dillmann mit 30,23 Prozent auf Platz zwei. Einen Achtungserfolg erzielte der unabhängige Bewerber Axel Häsler mit 17,98 Prozent. Der vierte Kandidat, Manfred Kapp von den Freien Wählern, kam auf 4,72 Prozent.

Die erforderliche Stichwahl zwischen dem 40-jährigen Greuel und seinem sieben Jahre älteren Kontrahenten Dillmann findet am 2. Februar statt, wobei der Sozialdemokrat aufgrund seines Ergebnisses vom Sonntag als klarer Favorit in den zweiten Durchgang gehen kann.

Rodenbach wählt im Mai

Eindeutiger Favorit für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 10. Mai, in Rodenbach ist Amtsinhaber Klaus Schejna (SPD). Er gab bereits Ende Oktober vergangenen Jahres bekannt, dass er auch für eine vierte Amtszeit zur Verfügung stehen würde. Als Nachfolger seines Parteifreundes Sascha Raabe haben die Rodenbacher den heute 51-Jährigen erstmals 2002 zum Bürgermeister gewählt.

Für die Wahl 2020 gibt es mit der 29-jährigen Juristin Marina Lehmann (Bündnis 90/Die Grünen) bisher eine Herausforderin. Aus den Reihen der CDU wird sich hingegen niemand für den Chefsessel im Rathaus in Niederrodenbach bewerben. Auf Nachfrage des HA teilte Parteichef Patrick Weber gestern mit, dass es der CDU Rodenbach „nicht gelungen ist, einen Kandidaten für die anstehende Bürgermeisterwahl in Rodenbach zu finden“.

Nach 17 Jahren: Iris Schröder hört in Neuberg auf

Einen  Kandidaten suchen die Christdemokraten auch noch in Neuberg. „Wir befinden uns in Gesprächen, aber können noch nichts Konkretes sagen“, berichtete Fraktionschef Federico Theilen gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Neuberger werden voraussichtlich am 25. Oktober zur Wahlurne gebeten. Eine mögliche Stichwahl würde dann am 8. November stattfinden.

In diesen Gemeinden stehen in diesem Jahr Entscheidungen an. Fotos: Mike Bender (3) / PM (4)

Einen entsprechenden Vorschlag, den die Gemeindeverwaltung jetzt unterbreitet hat, müssen die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung in der kommenden Woche jedoch noch absegnen. Bürgermeisterin Iris Schröder (SPD) wird nach 17 Jahren nicht wieder antreten und sich zur Ruhe setzen.

SPD schickt Lehrer ins Rennen

Ihre SPD hat in der vergangenen Woche bereits einen möglichen Kandidaten präsentiert. Jörn Schachtner, Lehrer für Politik und Wirtschaft an der Hanauer Lindenauschule, soll nach Willen der SPD die Nachfolge Schröders antreten. Allerdings muss der Kandidat noch von der Mitgliederversammlung der Sozialdemokraten bestätigt werden.

Möglich ist auch, dass sowohl die Grünen als auch die Neuberger Liste entweder jeweils einen oder einen gemeinsamen Kandidaten stellen. Dies werde derzeit noch diskutiert, berichtete die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Melanie Esch, in einem Neuberger Facebook-Forum. Auch eine Kandidatur des Gemeindevorstehers Peter Holzapfel, von Haus aus Sozialdemokrat, als unabhängiger Kandidat steht noch im Raum. In Neuberg wird's also durchaus spannend.

Auch in Nidderau gibt es Veränderungen

In Nidderau wird ein Nachfolger für den seit Mai 1997 amtierenden Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) gesucht. Über den Wahltermin werden die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 6. Februar beraten. Die Sozialdemokraten wollen mit dem derzeitigen Fraktionsvorsitzenden Andreas Bär im 50. Jahr des Bestehens der Stadt Nidderau den vierten Rathauschef aus den eigenen Reihen küren. Die Nominierung des „Windecker Buben“ durch die Mitglieder Ende November erfolgte einstimmig.

Der 37-jährige Oberstudienrat an der Hanauer Karl-Rehbein-Schule wird gegen den CDU-Hoffnungsträger Phil Studebaker antreten. Nach längerer innerparteilicher Abstimmung nominierte die Partei den 39-Jährigen bereits Ende September 2019 mit großer Mehrheit. Studebaker ist Geschäftsführender Gesellschafter einer Marketing und Vertriebsagentur in Darmstadt. Er führt seit über drei Jahren den CDU-Ortsverband Windecken und ist in verschiedenen Parteigremien aktiv.

Grüner Kandidat fraglich

Die Nidderauer Grünen haben sich zwar auf einem Klausurwochenende mit den bevorstehenden Wahlen befasst, jedoch noch nicht entschieden, ob sie einen eigenen Kandidaten benennen. Derzeit stellen sie mit Rainer Vogel den Ersten Stadtrat.

Im Koalitionsvertrag mit der SPD heißt es: „Um bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2021 eine paritätische Besetzung des hauptamtlichen Magistrats zu gewährleisten, erklären sich Fraktion und Partei von Bündnis 90/Die Grünen Nidderau bereit, bei der voraussichtlich im Jahr 2020 stattfindenden Bürgermeisterwahl keinen eigenen Kandidaten aufzustellen und stattdessen den SPD-Kandidaten öffentlich zu unterstützen.“

Bei den Freien Wählern als vierter im Nidderauer Parlament vertretene Partei ist nach Aussage des Parteivorsitzenden Walter Bretthauer zurzeit kein Kandidat in Sicht.

Leichtes Spiel in Linsengericht, Spannung in Steinau

Im Main-Kinzig-Kreis gibt es zudem zwei weitere Direktwahlen. Keine Überraschung wird es in Linsengericht geben: Dort ist Amtsinhaber Albert Ungermann (SPD) der einzige Kandidat am Sonntag, 8. März. CDU, FWG und Grüne haben keine Bewerber aufgestellt.

Spannend wird es dagegen in Steinau an der Straße (Wahltag: 26. April). Dort haben in den vergangenen Tagen insgesamt vier Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen.

Polizist will ins Rathaus

Ralph Braun (parteilos) war der erste Bewerber. Der 46-Jährige ist Polizeioberkommissar in Schlüchtern. In Hanau war er ebenfalls auf den Stationen in Stadt und Land und war in Nidderau als „Schutzmann vor Ort“ zur Gewaltprävention eingesetzt.

Danach haben Jens Knobeloch (parteilos), und Marcus Pauli (FDP) sowie Timo Jacob-da Rosa (SPD) ihre Bewerbungen angemeldet.

Bürgermeister sieht Auftrag vorzeitig erfüllt

Der Steinauer Amtsinhaber Malte Uffeln (parteilos) hatte angekündigt, nach einer Amtsperiode nicht mehr anzutreten. „Ich habe mehr erreicht, als ich erreichen wollte und im Wahlkampf 2014 versprochen habe“, so Uffeln, der seinen „Wählerauftrag in Steinau vorzeitig erfüllt sieht“.

Bürgermeister Uffeln hatte für Aufsehen gesorgt, als es zur offenen Konfrontation mit der Stadtverordnetenversammlung kam, die gegen ihn 2017 die Abwahl beantragte. 66 Prozent der Bürger waren dagegen, Uffeln blieb im Amt. HA



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