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Kreisausschuss "beerdigt" Pipas Sommerbühne

Main-Kinzig-Kreis

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    Die Sommerbühne scheint nun endgültig vom Tisch. Grafik: PM (Archiv)

Main-Kinzig-Kreis. Es hatte sich seit Monaten abgezeichnet, jetzt macht der Kreisausschuss Nägel mit Köpfen und hat den Spuk um die Sommerbühne, die letztlich keine Kommune haben wollte, beendet.

Artikel vom 09. Oktober 2019 - 11:53

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Von Thorsten Becker 

In seiner jüngsten Sitzung hat die Kreisspitze entschieden, dem Kreistag zu empfehlen, die ursprünglich für die Errichtung einer Sommerbühne vorgesehenen 1,8 Millionen Euro für kulturelle Projekte zwischen Maintal und Sinntal zur Verfügung zu stellen. „Gleichzeitig wird das durchgeführte Bewerbungsverfahren zur Errichtung einer dauerhaften Sommerbühne im Main-Kinzig-Kreis abgeschlossen“, hieß es gestern in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt.

„Einige Kommunen hatten zwar zunächst ihr Interesse geäußert, einen Standort für eine solche Bühne vorzuhalten. Allerdings hat keine von ihnen diese Idee bis zum Ende weiterverfolgt“, erklärte Landrat Thorsten Stolz (SPD). „Der Kreisausschuss ist sich aber einig, dass die dafür vorgesehenen Finanzmittel der Kulturlandschaft im Main-Kinzig Kreis dauerhaft zu Gute kommen sollen“, so Stolz weiter. 

Mehrere Kommunen hatten Interesse signalisiert

Der Kreistag hatte dem Projekt von des damaligen Landrats Erich Pipa zunächst zugestimmt und Gelder für die Planung und den Bau einer fest installierten Freilichtbühne bewilligt. Am ausgewählten Standort in Wächtersbach, den Pipa favorisiert hatte, regte sich jedoch Bürgerprotest – die Planungen wurden vom Kreistag gestoppt, eine neue Standortsuche eingeleitet.

Anschließend hatten Bad Orb, Bad Soden-Salmünster, Brachttal, Flörsbachtal, Gelnhausen, Jossgrund, Schlüchtern, Sinntal Wächtersbach und Langenselbold Interesse signalisiert.

Fehlende Bereitschaft

Diese Kommunen überprüften Standortvorschläge und nahmen zusammen mit externer Unterstützung die Zahlen unter die Lupe. Die Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass eine professionell betriebene Bühne in den ersten fünf Jahren ein jährliches Defizit von durchschnittlich etwa 400 000 Euro erwirtschaften würde. 

„Genau das ist der Knackpunkt: Eine Sommerbühne als Kombination aus Event- und Bürgerbühne ist ohne laufenden Zuschuss nicht zu betreiben. Und hier fehlt die Bereitschaft der Städte und Gemeinden – verständlicherweise – sich dauerhaft zu binden, denn es ist nicht mit der einmaligen Investition in Höhe von 1,8 Millionen Euro getan“, so Stolz. So sank bis Ende 2018 das Interesse der Kommunen auf null. 

Kreistag hat das letzte Wort

„Wir haben im Austausch mit den Kommunen auch über Alternativen gesprochen, etwa ein großes jährliches Sommerfestival als zeitlich begrenzte Sommerbühne an wechselnden Standorten im Kreis. Wir haben auch hierfür eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellen lassen. Der Zuschussbedarf belief sich mit rund 300 000 Euro auf nicht wesentlich niedrigerem Niveau“, erläuterte Stolz. Das letzte Wort hat nun der Kreistag, dem diese Empfehlung auf seiner Sitzung am Freitag, 25. Oktober, vorgelegt wird.

 



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