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Landrat Thorsten Stolz zur Diskussion um Krankenhaus-Versorgung

Main-Kinzig-Kreis

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    Millionen investiert der Kreis derzeit in die Modernisierung der Krankenhäuser wie hier in Gelnhausen. Daher hat der Landrat auch eine eindeutige Meinung in der Diskussion um Schließungen. Foto: Alexandra Pröhl (PM)

Main-Kinzig-Kreis.  „Wir brauchen eine medizinische Versorgungslandschaft, die sowohl die qualitativ starke Basisversorgung in der Fläche als auch die hochspezialisierte Behandlung ermöglicht“, sagt Landrat Thorsten Stolz (SPD), der auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Main-Kinzig-Kliniken fungiert.

Artikel vom 10. August 2019 - 14:58

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Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: In Schlüchtern und Gelnhausen, den beiden Kreiskrankenhäusern werden jährlich etwa 81 000 Menschen versorgt, 33 000 davon stationär, die übrigen in den Ambulanzen.

Daher ist der Standort am Gelnhäuser Herzbachweg derzeit eine Großbaustelle. Notaufnahme und mehrere Stationen, darunter die Intensivstation, werden erneuert und sollen bald in Betrieb genommen werden.
„Das ist es, worauf gerade die Bürger abseits der Metropolen Wert legen. Eine Diskussion, die sich nur darum dreht, welche Standorte nun dichtgemacht werden, geht völlig an den Bedürfnissen der Menschen, aber auch an der tatsächlichen Situation in vielen Teilen des Landes vorbei.“

Thorsten Stolz bezieht Stellung zur Studie der Bertelsmann-Stiftung

Damit bezieht Thorsten Stolz Stellung zu den Ergebnissen der jüngst veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung. Die Autoren hatten ihren Fokus auf die Steigerung der medizinischen und pflegerischen Qualität, die Zentralisierung der Krankenhäuser in Abhängigkeit der Größe der Kliniken und die Schließung der kleinen Häuser gelegt.

„Eine Steigerung der Qualität ist selbstverständlich ein guter Ansatz, der verfolgt werden muss. Allerdings werden die Aspekte Erreichbarkeit, Nähe und schneller Zugang und somit Kliniken als Teil der Heimat keinesfalls berücksichtigt. Diese sind jedoch vor allem in der Altersmedizin wichtige Aspekte. Kleinere Häuser sichern oftmals die medizinische Versorgung im ländlichen Raum“, erklärt Stolz.

Main-Kinzig-Kliniken: Kriterien Qualität und Nähe sind erfüllt

Die Main-Kinzig-Kliniken sieht er von der Diskussion nicht betroffen. Sowohl Qualität als auch Nähe würden durch die beiden Klinikstandorte in Gelnhausen und Schlüchtern erfüllt. „Bereits seit Jahren haben wir in den Main-Kinzig-Kliniken eine zukunftsorientierte Struktur entwickelt, sind beispielsweise für andere Häuser und Regionen Vorbild im Rettungswesen- und der Notfallversorgung sowohl in Gelnhausen als auch in Schlüchtern. Gleichzeitig haben wir die intensive Umsetzung unserer Schwerpunktbildung mit neuen Angeboten schon 2005 begonnen“, so Stolz.

Der Landrat sieht nicht zuletzt mit der Investition von 75 Millionen Euro in den Ausbau und die weitere Modernisierung der beiden Standorte Gelnhausen und Schlüchtern einen Schlüssel für die Zukunft der Main-Kinzig-Kliniken.

Bekenntnis zur kommunalen Trägerschaft

„Wir bekennen uns als Kreispolitik, parteiübergreifend zur kommunalen Trägerschaft der Kliniken, zur kommunalen Verantwortung für unsere medizinische Versorgungslandschaft und damit auch zu beiden Standorten in der Kreismitte und im Ostkreis.“

„Wir haben diesen Aufgabenbereich der Daseinsfürsorge für die Menschen unserer Region verantwortungsvoll und zukunftsgerichtet übernommen“, fügt Stolz an. Davon könne man auf Bundes- und Landesebene hingegen nicht sprechen. In der Verantwortung der Länder liege die Bereitstellung ausreichender Investitionsmittel. Zwischen zwölf und 14 Millionen Euro stünden den Main-Kinzig-Kliniken erwiesenermaßen jährlich an Investitionsmitteln vom Land Hessen zu. „Wir erhalten momentan nur 5,5 Millionen Euro jährlich, zeitweise sogar weniger als vier Millionen“, moniert Landrat Stolz.

Stolz: Weder Bund noch  Land  werden gesundheitspolitischer Verantwortung gerecht

Auch seitens der Bundesebene sehen die Kliniken derzeit eher Be- als Entlastungen. Bürokratische Anforderungen für Ärzte und Pflegende stiegen unentwegt an. Aufgrund von Rabattierungen und Preisdeckelungen erhielten Krankenhäuser für die erbrachten Leistungen nicht den vollen Betrag. Wohlklingende Reformansätze verringerten langfristig den finanziellen Spielraum der Krankenhäuser eher, als dass sie ihn wieder erhöhten.

„Die Ansatzpunkte der Bertelsmann-Studie mögen in einigen Punkten richtig sein. Aber die Diskussion müsste in eine andere Richtung laufen als sich nur auf die Verringerung der Zahl der Krankenhäuser zuzuspitzen. Stand heute muss man das aus der Arbeit in den Krankenhäusern so zusammenfassen: Weder der Bund noch das Land Hessen werden ihrer gesundheitspolitischen Verantwortung gerecht“, so Stolz. thb



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