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Gesundheitsamt: "Windpockenpartys" keine Alternative zur Impfung

Main-Kinzig-Kreis

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    Das Gesundheitsamt rät zur Impfung. Symbolbild: Pixabay

Main-Kinzig-Kreis. Aus gegebenem Anlass nimmt das Gesundheitsamt des Main- Kinzig-Kreises zu „Masernpartys“ und „Windpockenpartys“ Stellung. 

Artikel vom 04. August 2019 - 15:23

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Immer wieder erhalte der Kreis Kenntnis davon, dass Eltern von erkrankten Kindern im Internet, vornehmlich auf Facebook, zu solchen „Partys“ einladen, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. Das Gesundheitsamt hält von solchen Treffs nichts, sondern empfiehlt eine Impfung als wirksamen und schonenden Schutz. 

Das Vorgehen, wenn Eltern ihre nicht geimpften Kinder bewusst mit akut an Masern oder Windpocken Erkrankten zusammenbringen, um eine Ansteckung zu provozieren, bewertet das Gesundheitsamt als fahrlässig. Ziel solcher „Partys“ sei es, eine Ansteckung herbeizuführen, sodass sich nach überstandener Erkrankung eine Immunisierung einstellt. Außer Acht gelassen werden dabei aus Sicht der Behörde nicht nur der äußerst unangenehme von Fieber und Hautausschlag geprägte Krankheitsverlauf, sondern auch die besonders gefährlichen Spätfolgen, wie etwa die Gehirnentzündung SSPE („Subakute sklerotisierende Panenzephalitis“) bei einer Masernerkrankung. 

„Sogenannte Masern- oder Windpockenpartys stellen eine Gesundheitsgefährdung für die Kinder dar und sind strafbar“, macht Dr. Siegfried Giernat, Leiter des Gesundheitsamts, klar. Menschen, die sich vor Impfschäden fürchteten, könne er beruhigen. „Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich, unerwünschte Arzneimittelwirkungen werden nur in sehr seltenen Fällen beobachtet.“ Wesentlich häufiger kommt es demnach bei einer Masernerkrankung zu Komplikationen. Bei etwa jedem tausendsten Erkrankten kommt es zu einer Hirnhautentzündung. 

Impfpässe überprüfen

Jeder fünfte Patient mit Masern-Enzephalitis verstirbt daran, bei einen Drittel bleiben langfristige Schäden am Nervensystem zurück. „Das ist eine ganz andere Größenordnung“, erklärt Giernat hierzu. Die Impfung gegen Masern oder Windpocken sorge hingegen dafür, dass das Immunsystem mobilisiert und Antikörper gebildet werden, ohne dass man erkrankt.

Das Gesundheitsamt rät grundsätzlich dazu, die Impfpässe aller Familienmitglieder beim Haus- oder Kinderarzt überprüfen und sich gegebenenfalls über fehlende Impfungen individuell beraten zu lassen. Weitere Infos beim Gesundheitsamt unter der Nummer 0 60 51/8 51 16 50. rg



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