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Wächtersbach-Fall: 200 Teilnehmer bei Demonstration dabei

Main-Kinzig-Kreis

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    Die Polizei war immer dabei: Die meisten Teilnehmer der Kundgebung in Wächtersbach waren aus Frankfurt angereist: Foto: Andreas Ziegert/SSI

Wächtersbach. Ein Demonstrationszug mit über 200 Teilnehmern zog am Samstag durch Wächtersbach. Nach den Schüssen auf einen Familienvater aus Eritrea am Montag zuvor hatte unter anderem die „Antifa Kollektiv 69“ aus Frankfurt den Aufzug angemeldet. Die meisten Teilnehmer waren mit dem Zug angereist. 

Artikel vom 28. Juli 2019 - 16:47

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Die Demonstration begann gegen 14.30 Uhr zunächst mit Redebeiträgen am Bahnhof, anschließend zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt. Ziel war auch die Industriestraße in Wächtersbach, dort wurde am Montag der 26-jährige Mann aus Eritrea mit einem Bauchschuss lebensgefährlich verletzt. Dank schneller Hilfe und einer Notoperation überlebte er. Der Schütze, ein 55-jähriger Mann aus dem benachbarten Biebergemünd, der zuvor auch in Erlensee gelebt hatte, tötete sich knapp drei Stunden später in seinem Auto mit einem Schuss in den Kopf.

„Wir sagen: es reicht! Schluss mit Naziterror!“, lautete das Motto der Demonstration. Beim Täter ist laut Polizeiangaben von einem rassistischen Motiv auszugehen. Er wählte demnach das Opfer aufgrund seiner dunklen Hautfarbe aus. Die Schlachtrufe während der Antifa-Demo richteten sich somit unter anderem auch gegen rechte Gewalt. Sie brachten den Gewaltakt von Wächtersbach auch mit dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) in Verbindung.

Der Verfolgungsdruck auf Rechtsextremisten müsse deutlich erhöht werden. Begleitet wurde der Anti-Aufzug von einem größeren Polizeiaufgebot, Zwischenfälle wurden keine gemeldet. In Wächtersbach kam es auf der Zugstrecke zu kleineren Verkehrsbehinderungen. az



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