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Nach Schüssen in Wächtersbach: Stadt ruft zur Mahnwache auf

Wächtersbach

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    Der Tatort in Wächtersbach: Vor diesem Werksgelände wurde der 26-Jährige aus dem Auto heraus angeschossen. Foto: Andreas Ziegert
  • Symbolbild: Pixabay

Wächtersbach. In Wächtersbach wurde am Montag ein 26 Jahre alter eritreischer Staatsangehöriger aus Wächtersbach durch Schüsse schwer verletzt. Der Mann kam sofort in ein Krankenhaus, wo er operiert wurde. Es wird ein fremdenfeindlicher Hintergrund vermutet, die Stadt ruft die Bevölkerung zu einer Mahnwache auf.

Artikel vom 22. Juli 2019 - 17:30

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Der Zustand des Verletzten wurde am Abend als stabil bezeichnet. Der mutmaßliche Täter wurde am Nachmittag in Biebergemünd leblos in einem Fahrzeug aufgefunden. Da ein fremdenfeindliches Motiv in Betracht zu ziehen ist, haben das Hessische Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die weiteren Ermittlungen übernommen.

Kurz nach 13 Uhr fielen die Schüsse offenbar vor und auf einem Firmengelände an der Industriestraße in Wächtersbach. Das Unternehmen stellt Kunststoffteile für die Automobilindustrie her. Der mutmaßliche Täter soll laut Polizeiangaben aus einem Personenwagen auf das Opfer geschossen haben. Nach der Tat flüchtete der mutmaßliche Schütze zunächst in unbekannte Richtung. Im Rahmen der Fahndung trafen Polizeikräfte gegen 16.15 Uhr in Biebergemünd auf ein Fahrzeug, in dem sich ein 55 Jahre alter Mann aus dem Main-Kinzig-Kreis befand, der augenscheinlich leblos war.

Einschusslöcher zu erkennen

Die Person kam in ein Krankenhaus, wo sie später verstarb. Nach derzeitigen Erkenntnissen dürfte es sich bei dieser Person um den mutmaßlichen Schützen handeln, teilt das Landeskriminalamt mit.

Die Spurensicherung stationierte sich am Nachmittag auf dem Hof der Firma in Wächtersbach. Einschusslöcher waren in der Außenwand einer Halle zu sehen, Kripobeamtinnen suchten mit einem Metalldeketor zudem vor dem Firmengelände möglicherweise nach Patronenhülsen. Die Industriestraße in Wächtersbach war circa drei Stunden für den Durchgangsverkehr gesperrt, die Zufahrt von der Bundesstraße wurde von einem Polizisten mit Maschinenpistole abgesichert.

Die Ermittlungen, insbesondere zu den Hintergründen der Tat, dauern an. Sachdienliche Hinweise sowie Foto- und Filmaufnahmen werden über hinweis@polizei-hinweise.de oder bei jeder Polizeidienststelle entgegengenommen.

Stadt ruft zur Mahnwache auf

Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Koch, Bürgermeister Andreas Weiher gemeinsam mit Landrat Thorsten Stolz sowie die Kirchen im Stadtgebiet rufen zu einer Mahnwache am heutigen Abend  ab 19:00 Uhr am Ort des Geschehens (Industriestraße 6, 63607 Wächtersbach) auf, teilt die Stadt Wächtersbach auf ihrer Website auf. Die Bevölkerung ist unter dem Titel „Kein Platz für Rassismus“ eingeladen dem Opfer und seiner Familie zu gedenken und ein Zeichen zu setzen gegen rassistische Gewalt, heißt es dort. az/lg



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