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Finanzspritze für Jobcenter: Zusätzliche Mittel für Lohnzuschüsse

Main-Kinzig-Kreis

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    Knapp 19 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt stehen den kommunalen Jobcentern des Main-Kinzig-Kreises zur Integration von Langzeitarbeitslosen zur Verfügung. Foto: PM

Main-Kinzig-Kreis. Im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit bekommt der Main-Kinzig-Kreis zusätzliche 18,9 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt. Damit werden bis zum Jahr 2022 insbesondere Lohnzuschüsse für Unternehmen bezahlt, die Langzeitarbeitslose regulär anstellen.

Artikel vom 02. Juli 2019 - 10:33

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Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen aus dem Bundesarbeitsministerium. Demnach erhalten die Jobcenter in ganz Hessen im Rahmen des „Teilhabechancengesetzes“ 329 Millionen Euro zur Förderung von Langzeitarbeitslosen. 

Gewerkschafts-Bezirksvorsitzender Karl-Otto Waas spricht von einem überfälligen „Kraftakt am Arbeitsmarkt“. Die Bundesmittel könnten dafür sorgen, einen großen Teil der Menschen, die oft seit Jahren ohne Job sind, in „Lohn und Brot“ zu bringen. 

3000 Langzeitarbeitslose

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es im Main-Kinzig-Kreis aktuell rund 3000 Langzeitarbeitslose. Ihre Zahl ging zwar in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent zurück – „ist aber mit Blick auf die gute Lage am Arbeitsmarkt immer noch viel zu hoch“, so die Gewerkschaft.

Die IG Bau begrüßt insbesondere, dass sich die Zuschüsse an Tariflöhnen statt nur am Mindestlohn orientieren. „Langzeitarbeitslose werden nicht als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt. Wenn im Betrieb ein Tarifvertrag gilt, dann werden auch sie nach Tarif bezahlt und nicht mit dem Mindestlohn von aktuell 9,19 Euro pro Stunde abgespeist“, betont Waas. 

In Qualifizierung investieren

Ein drängendes Problem in Branchen, die von körperlich harter Arbeit geprägt sind, bleibe aber weiter ungelöst: In der Langzeitarbeitslosigkeit landen nach Beobachtung der Gewerkschaft auch viele Beschäftigte, die zu krank für eine vollschichtige Arbeit, zu gesund für die Erwerbsminderungsrente oder zu jung für die Altersrente sind.

Es sei nicht einzusehen, warum langjährig Beschäftigte mit körperlichen Einschränkungen erst in die Arbeitslosigkeit gehen müssten, bevor der Staat Lohnkostenzuschüsse gewähre, so Waas. „Besser wäre es, ihre Kompetenz im Betrieb zu halten und die Einsatzmöglichkeiten im Betrieb flexibel zu fördern.

Um Langzeitarbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen, sei es zudem nötig, deutlich mehr für die Qualifizierung zu tun, so der Gewerkschafter. „Wer seit Jahren arbeitslos ist, muss erst einmal fit gemacht werden, um im Arbeitsalltag klarzukommen. 

Jobcenter übernimmt Lohnkosten

Das seit Januar geltende Teilhabechancengesetz sieht Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose für die Dauer von bis zu fünf Jahren vor. Für Menschen, die mehr als sechs Jahre lang arbeitslos waren, übernimmt das Jobcenter die Lohnkosten über drei Jahre voll. Bei Arbeitslosen, die mindestens zwei Jahre ohne Job waren, liegt der Zuschuss für Unternehmen bei 75 Prozent im ersten und 50 Prozent im zweiten Jahr. rg



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