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Darüber ärgern sich die Patienten der Kliniken im Kreis

Main-Kinzig-Kreis

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    Es schmeckt nicht immer am Krankenbett: Wie die Patientenfürsprecherinnen dem Kreistag berichteten, gibt es an den Kliniken immer wieder Kritikpunkte. Symbolfoto: PM

Main-Kinzig-Kreis. Grundsätzlich fällt die Bilanz der Patientenfürsprecherinnen der Main-Kinzig-Kliniken und des Klinikums Hanau positiv aus. Doch es gibt auch Kritikpunkte.

Artikel vom 29. Juni 2019 - 13:55

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Schlechtes Essen, zu lange Wartezeiten, aber auch Behandlungsfehler oder die respektlose Betreuung der Patienten tauchen in den Berichten über die Versorgung in den drei Krankenhäusern in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern auf, die dem Kreistag gestern vorgelegt worden sind.

Beate Funck, Patientenfürsprecherin am Klinikum Hanau, gingen im vergangenen Jahr 28 Beschwerden ein: „Wie in den vergangenen Jahren ging es leider immer wieder um Missverständnisse, um fehlende Aufklärung und um das Gefühl der Patienten und ihrer Angehörigen, nicht mit dem nötigen Respekt behandelt zu werden“, hob sie hervor.

Initiative „Menschen in Hanau“ spricht Punkte an

Erkenntnisse hinsichtlich der Barrierefreiheit habe der Besuch eines Teams der Initiative „Menschen in Hanau“ gebracht: Die Handtuchhalter in den Badezimmern seien zu hoch angebracht und für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar, Kontrastmarkierungen, mehr Hinweisschilder, längere Handläufe an Treppenauf- und -abgängen und ein Öffnungsradius vor den Automatiktüren wären sinnvoll.

Für Sehbehinderte sei die Klingel an der Eingangspforte nicht erkennbar und führe zu Unsicherheit und Verärgerung.

Kritik auch an Reinigung und Verpflegun

Hildegard Geberth, stellvertretende Patientenfürsprecherin am Klinikum Hanau, hat eine Liste mit 22 Vorfällen zusammengestellt. Die häufigsten Beschwerden: Respektlose Betreuung durch Ärzte oder Pflegepersonal, mehrfach wurden auch Behandlungsfehler moniert. Kritik gab es zudem an Reinigung und Verpflegung, in einem Fall fehlte offensichtlich eine Matratze.

„Der Patient kommt gerne, wenn wieder ein Klinikaufenthalt nötig ist, in unser Haus zurück“, heißt in der Einleitung im Bericht von Ute Lübbe, Patientenfürsprecherin am Standort Gelnhausen der Main-Kinzig-Kliniken.

Zu lange Vorlaufzeit für Sonderleistungen

Kritisiert wurden demnach in 2018 veraltete TV-Geräte in einigen Zimmern oder die Schonkost, die laut Diabetikern nicht regelmäßig den erforderlichen Vorgaben entsprechen würde.

Privatpatienten hätten eine zu lange Vorlaufzeit für ihre Zusatzleistungen beklagt. Überwiegend positiv erwähnt worden sei die Notaufnahme, in der allerdings mehr Personal wünschenswert wäre. Gelobt worden sei vor allem von jungen Patienten der Fortschritt der Digitalisierung, während sich ältere Patientinnen erfreut über die Hilfsbereitschaft ausländischer Pflegekräfte geäußert hätten.

Auch in Schlüchtern wird das Essen kritisiert

Großen Anklang hätte auch die medizinische und bauliche Erweiterung des Krankenhauses in Gelnhausen gefunden.

Zwei Punkte hat Maria Solbach, Patientenfürsprecherin am Standort Schlüchtern, in den Mittelpunkt ihres Berichts gestellt: Viele Patienten hätten sich darüber beschwert, dass Brot und Brötchen bei Frühstück und
Abendessen zu kalt serviert werden würden und sie dies so nicht essen könnten.

„Oft erweist sich eine kleine Beschwerde nur als Ventil ganz anderer Problematiken“

Außerdem seien Beschwerden über ausgedehnte Wartezeiten bei der präoperativen Vorbereitung bei chirurgischen Eingriffen eingegangen.

Die Patienten in der Geriatrie des Schlüchterner Krankenhauses besucht jeden Donnerstag Christine Frey. „Oft erweist sich eine kleine Beschwerde nur als Ventil ganz anderer Problematiken“, sei dort das Bedürfnis nach Zeit und Ruhe zum Zuhören außerordentlich groß.

„Die Patienten haben das Gefühl, gut aufgehoben zu sein“

Beschwerden bezüglich Essen oder Behandlung seien selten, allerdings könnte die Zeit nach dem Klinikaufenthalt etwas früher und intensiver mit Patienten und Angehörigen besprochen werden.

„Die Patienten haben das Gefühl, gut aufgehoben zu sein“, gab es laut Frey vor allem viel Lob für das Personal in der Geriatrie in Schlüchtern.az



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