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SPD-Beben: Sascha Raabe und Christoph Degen äußern sich

Main-Kinzig-Kreis

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    Mit dem Hanauer Einhorn: Als SPD-Parteivorsitzende besuchte Andrea Nahles im Juli 2018 auf ihrer Sommerreise Schloss Philippsruhe und das Amphitheater. Archivfoto: David Kirchgeßner / Privat

Main-Kinzig-Kreis/Berlin. Der Hanauer Bundestagsabgeordnete Sascha Raabe hofft auf eine künftige Doppelspitze der SPD nach dem Vorbild der Grünen. Außerdem forderte er in einer Stellungnahme am Dienstagnachmittag, dass Schluss sein müsse mit, „Machtspielen in kleinen Kreisen“ in der SPD.

Artikel vom 04. Juni 2019 - 11:06

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Von Christian Balke und Jasmin Jakob

Zu einer umfangreichen Stellungnahme sah sich Raabe am vergangenen Freitag veranlasset, schon einen Tag vor Andrea Nahles Rückzugs-Ankündigung.

Zahlreiche elektronische Medien, Zeitschriften und Zeitungen hatten bereits am Freitag gemeldet, Raabe rücke von Nahles ab. Raabe fordere Nahles auf, zurückzutreten. Dies dementiert der ehemalige Rodenbacher Bürgermeister auf seiner Facebook-Seite energisch. 

Raabe weißt die Vorwürfe zurück

Ein Interview, das er dem Radiosender HR-Info gegeben hatte, sei falsch interpretiert worden: „Es wird behauptet, ich hätte gefordert, dass Andrea Nahles noch vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg am 1. September zurücktreten müsse“, schreibt Raabe dort, „das ist unwahr.“ Vielmehr habe er vorgeschlagen, dass Andrea Nahles ihre Ämter vorerst weiter führe: „ „Ich hätte mir gewünscht, dass sie nach der Europawahl gesagt hätte, ich mache noch bis September meinen Fraktionsvorsitz zu Ende“, schreibt Raabe, „auch meinen Parteivorsitz bis Dezember, kündige aber an, dass ich für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger Platz mache.“

Am Dienstagnachmittag legte Raabe noch einmal nach. Er habe großen Respekt vor Andrea Nahles' Entscheidung, ihre beiden Spitzenämter für einen personellen Neuanfang zur Verfügung zu stellen: „Menschlich tut mir das sehr leid, deshalb empfinde ich auch absolut keine Genugtuung über diesen Schritt.“

SPD solle sich jünger aufstellen

Gleichzeitig könne er zu jedem Wort stehen, das er nach der Europawahl gesagt habe. Er habe nie hinter dem Rücken von Andrea Nahles seine Meinung geäußert: „Ich gehöre auch keinen Hinterzimmer- oder Klüngelrunden an.“ Deren Zeit in der SPD müsse endlich beendet werden: „Ich würde mir sehr wünschen, wenn alle in der SPD begreifen, dass die Zeit von Machtspielen in kleinen Kreisen vorbei sein muss.“

Die SPD solle sich nun breiter und jünger aufstellen, schreibt der Mann, der im Jahre 2021 seine politische Karriere beenden will. Nun sei Geschlossenheit wichtig: „Wenn wir jetzt zusammenhalten und nach vorne schauen, wird die SPD wieder aufstehen!“

Der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Degen (Neuberg) hofft auf eine transparente Ausschreibung der Führungspositionen in der Partei. Um die dafür nötige Zeit zu gewinnen, sei ein Interimsteam eine gute Zwischenlösung, befand er. Es sei wichtig, jetzt nichts übers Knie zu brechen, erklärte Degen auf HA-Nachfrage.



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