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Das sagt der "Sandhasen-Rock"-Initiator über die Veranstaltung

Kahl

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    Rückblick auf 28 Jahre „Sandhasen-Rock“: Jens Mandel, Jugendpfleger der Gemeinde Kahl, initiierte die Veranstaltung, die inzwischen zu einem generationenübergreifenden Event geworden ist. Foto: Per Bergmann

Kahl. Der „Sandhasen-Rock“ ist sein Meisterstück: Jugendpfleger Jens Mandel initiierte die generationsübergreifende Veranstaltung rund um das Waldseebad vor 28 Jahren. Wir haben mit ihm über die Entwicklung des „Sandhasen-Rock“ gesprochen.

Artikel vom 24. Mai 2019 - 12:32

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Wie ist die Idee des „Sandhasen-Rock“ vor 28 Jahren entstanden?

Ich war erst seit wenigen Monaten als Jugendpfleger in der Gemeinde tätig. Damals wurde Bürgermeister Helmut Röll von einer jungen Band besucht, die eine Möglichkeit suchte, ihr musikalisches Können der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich bekam daraufhin den Auftrag, etwas zu entwickeln. So wurde der „Sandhasen-Rock“ als Musikveranstaltung für Nachwuchsbands geboren.

 Unterstützung bekam ich von Anfang an von der Band Smörrebröd, die sich bis heute um den kompletten Bühnenbereich und die Bandauswahl kümmert. Für den rockigen Teil der Veranstaltung sind sie die Experten.

Neben dem Bandcontest am Abend können sich nachmittags Vereine und Organisationen präsentieren. Was steckt hinter dieser Erweiterung?

In den ersten drei Jahren ha-ben wir bekannte Bands für das Festival eingekauft. Nach dem dritten Mal war mir klar, dass hier der generationsübergreifende Aspekt fehlt. Das wollten wir aufgreifen und die Förderung von Nachwuchsgruppen mit einem Fest für alle Kahler zu verbinden. Alle „Sandhasen“ sollten teilhaben können – von den Kindern bis zu den Rentnern.

Deshalb haben wir begonnen, die örtlichen Vereine einzubinden. Diese können sich mit Ständen präsentieren, über ihre Angebote informieren und sich mit Spielangeboten einbringen, über die es zwangsläufig zu persönlichen Kontakten kommt. Nach und nach wurde das Konzept immer besser angenommen – es kamen immer mehr Teilnehmer hinzu. In diesem Jahr sind wir bei einem Rekord von 22 Aktionsständen.

Welche Bedeutung hat der „Sandhasen-Rock“ für Kinder, die vor den Nachwuchsbands nachmittags die Bühne erobern?

Viele Kinder stehen hier erstmals auf einer richtigen Bühne, vor einem großen Publikum. Diese Plattform haben sie bei ihren Schulfesten zum Beispiel nicht. Die große Bühne kann die Motivation und das Selbstbewusstsein der Protagonisten fördern. 28 Jahre nach der Premiere ist es mittlerweile so, dass frühere Kinder stolz auf ihren eigenen Nachwuchs auf der Bühne blicken. Es ist schön, diese Entwicklung zu sehen. 

Diese Begegnungen sind eine Bestätigung für mich, dass dieses generationsübergreifende Konzept der richtige Weg ist. Die Kahler Grundschüler thematisieren den „Sandhasen“-Rock mittlerweile sogar im Heimatkundeunterricht. 

Soweit das möglich ist, versuche ich bei meiner Arbeit immer alle Generationen einzubinden. Beim „Sandhasen-Rock“ lässt sich diese Idee mittlerweile ideal umsetzen.

Ist der „Sandhasen-Rock“ bei so vielen freiwilligen Helfern heute ein Selbstläufer? Inwieweit hat sich Ihre Aufgabe bei der Organisation verändert? 

Ich bin nur der Koordinator des Ganzen, die Stars sind die anderen. Ich übernehme zwar auch die Moderation des Show-Programms auf der Bühne, halte mich aber, soweit es geht, im Hintergrund. Ohne die vielen Ehrenamtler wäre das Konzept nicht umsetzbar. Und auch das ist kein Selbstläufer, da es in den Vereinen immer wieder eine gewisse Fluktuation gibt. Wir müssen deshalb immer wieder neue Kontakte knüpfen, und es braucht eine Stelle, an der alle Stränge zusammenlaufen.

Die Veranstaltung präsentiert sich nicht nur als generations-, sondern auch als länderübergreifend. Was steckt hinter dieser Idee?

Wegen der Lage an der Landesgrenze, versuchen wir auch Menschen und Vereine aus den hessischen Gemeinden wie Groß- und Klein-Krotzenburg zu erreichen. Hier gibt es schließlich ganz viele Überschneidungen, gerade bei den Schülern. Viele Kinder und Jugendliche aus Kahl gehen beispielsweise auf die Lindenauschule in Großauheim oder auf das Kreuzburggymnasium in Großkrotzenburg. Beide Schulen beteiligen sich regelmäßig an unserem „Sandhasen-Rock“.

Mit Blick auf die unterschiedlichen Ferien in Hessen und Bayern haben wir auch den Termin Ende Mai gewählt. Denn wenn in Bayern die Pfingstferien zu Ende gehen, schließen sich oft die hessischen Sommerferien an.

Wie wird der „Sandhasen-Rock“ finanziert und was passiert mit dem etwaigen Gewinn? 

Die Veranstaltung trägt sich seit dem vierten Jahr selbst. Es sind hauptsächlich Spender, die den „Sandhasen-Rock“ finanzieren. Hinzu kommt das Eintrittsgeld. Es geht aber auch eine erhebliche Zahl an Freikarten über verschiedenste Kanäle raus. In den vergangen beiden Jahren durften wir jeweils rund 3000 Menschen begrüßen.

In diesem Jahr werden es wohl etwas weniger sein – wegen der kälteren Temperaturen. Grundsätzlich geht es aber gar nicht um irgendeinen Profit. Bis auf die Personalaufwendungen entstehen ohnehin kaum Kosten für die Gemeinde. Spenderfirmen und Geschäfte aus Kahl und Umgebung decken die anfallenden Kosten ab, um das leibliche Wohl der Gäste und den Sicherheitsdienst kümmern sich auch Vereine. Ein möglicher Überschuss wird dann an die Bands und alle beteiligte Vereine verteilt.

Das Interview führte Per Bergmann.

Informationen
Der „Sandhasen-Rock“ beginnt am Samstag, 25. Mai, ab 15 Uhr im Waldseebad Kahl. Eintritt: Erwachsene zehn Euro, Kinder fünf Euro, Familien 20 Euro. Weitere Informationen im Internet.
›› sandhasenrock.de



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